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Für Donald Trump ist die Klimaerwärmung ein teurer Schwindel

Veröffentlicht: Aktualisiert:
CLIMATE CHANGE
American students protest outside the UN climate talks during the COP22 international climate conference in Marrakesh in reaction to Donald Trump's victory in the US presidential election, on November 9, 2016.Stunned participants at UN climate talks in Marrakesh insisted that climate change denier Donald Trump cannot derail the global shift to clean energy, although some called his victory in US presidential elections a 'disaster'. / AFP / FADEL SENNA (Photo credit should read FADEL SENNA | FADEL SENNA via Getty Images
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Dass die US-Wahlen ein entscheidender Faktor für den Verlauf der Klimakonferenz in Marrakesch sein würden, war bereits im Vorhinein klar. Man bereitete sich darauf vor, eine Präsidentin Clinton an ihre Wahlkampfversprechen und die Verpflichtungen im Rahmen des Pariser Abkommens zu erinnern.

Wie viele Menschen in der Welt, hielt man das Szenario eines Präsidenten Trump für eher unwahrscheinlich.

Donald Trump ist bekannt für seine spontanen Aussagen und die Tendenz, sich später dann zu widersprechen.

Mehr zum Thema: Was Donald Trump noch vor vier Jahren forderte, hätte ihm jetzt die Präsidentschaft gekostet

Dies und die Tatsache, dass er noch nie ein politisches Amt bekleidet hat, macht es schwer, Vorhersagen auf Grundlage seiner bisherigen Aussagen zu treffen und dennoch lässt sich in ihnen eine Tendenz zum Thema Klimaschutz erkennen, die bei vielen Verhandlern und Aktivisten Ernüchterung hervorruft.

Erderwärmung ist eine "Erfindung der Chinesen"

In einem viel zitierten Tweet aus der Zeit vor seiner Präsidentschaftskandidatur äußerte der Republikaner seine Haltung zur globalen Erderwärmung: Diese sei eine Erfindung der Chinesen, um der amerikanischen Wirtschaft zu schaden.

Auch später bekräftigte Trump, dass der Klimawandel ein teurer Schwindel sei, da es ja immer noch zu kalten Wetterextremen käme. Im Rahmen seiner Kampagne hielt er sich mit der Leugnung des Klimawandels zurück, kündigte aber auf seinen Wahlkampfreden nichtsdestotrotz an, sämtliche Klimaschutzausgaben der Regierung zu streichen.

Im September lies Trump verlauten, dass er den vermeintlichen "Krieg gegen Kohle" beenden, und fossilen Energieträgern im Allgemeinen zu einem Aufschwung verhelfen werde.

Auch zur internationalen Klimapolitik hat Trump eine Meinung: Er möchte das Pariser Abkommen mindestens neu verhandeln oder stattdessen etwas gänzlich anderes tun. Was er damit meint, lässt er wie so häufig offen. Dafür erntete Drumpf damals sogar Kritik aus China.

Keine effektive Maßnahmen zum Klimaschutz

Welche dieser vielen Ankündigungen während seiner Präsidentschaft nun tatsächlich Realität werden, steht noch in den Sternen. Eine erste Möglichkeit für Drumpf, rechtlich vom Klimavertrag zurückzutreten, gibt es frühestens ein Jahr nachdem die USA unterzeichnet hat, also im Oktober 2017.

Ob Donald Trump diesen symbolischen Schritt für nötig hält, ist schwer zu sagen; aber auch wenn die USA weiter Teil des Abkommens bleiben, ist zu bezweifeln, dass seine Regierung effektive Maßnahmen zum Klimaschutz für nötig halten wird.

Dies kann die Effektivität des Pariser Abkommens beeinflussen. Trotzdem ist dies ein Vertrag, den auch 196 andere Länder mit einem gemeinsamen Ziel unterschrieben haben.

Die Delegationen in Marrakesch werden sich jetzt Gedanken darüber machen müssen, wie die Umsetzung des Klimavertrags so weit wie möglich von Trumps Unberechenbarkeit abgeschirmt werden kann. Es muss weitergehen. Wir haben keine andere Wahl!

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