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Praxistest: Nur mit Kreditkarte und Reisepass nach Thailand

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BACKPACKING THAILAND
Smith Photographers via Getty Images
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Dieser schwere Rucksack. Immer wieder dieser schwere Rucksack. Nach 15-20 Stunden Flug am Gepäckband gefühlte drei Stunden warten. Unsägliche Müdigkeit. Hunger. Wie soll ich meinen Backpack jetzt noch bis ins Hotel bekommen? Auch wenn wir alle unseren Rucksack irgendwie lieben, oft ist er halt doch der Sheldon Cooper des Backpacking. Immer dabei, echt nervig und doch irgendwie zum Liebhaben. Manchmal.

Dabei könnte es doch so leicht sein. Aus dem Flieger, den Reisepass kurz bei der Immigration zeigen, dann lässig in der Hosentasche verschwinden lassen. VORBEI am Gepäckband, Kreditkarte in den ATM, Cash auf die Hand, eine eiskalte Cola in die andere, entspannt im Taxi Richtung Hotel.

Spätestens dann bricht jedoch beim sicherheitsliebenden Deutschen, der monatlich lieber 500 Euro in Versicherungen investiert als eine Woche länger Jahresurlaub zu machen, Panik aus. Was soll ich morgen jetzt bloß anziehen? Wie soll ich meine Haare kämmen? Keine Trekkingsandalen. OH MEIN GOTT. Keine Trekkingsandalen Kurzum: Wie soll ich jetzt überleben?

Einreise ohne Backpack: Ein Survival-Guide

Kann man wirklich nur mit Kreditkarte und Reisepass nach Thailand einreisen und klarkommen? Ohne Feuchtigkeitscreme und ohne Nagellack? Wie lange dauert es, bis man sich ein Survival-Kit vor Ort zusammengestellt hat und wieder über das für einen Urlaub Nötigste verfügt? Zeit für einen Praxistest. Düsseldorf - Bangkok. Der Thaistempel im Pass sitzt. Kein schwitziger Backpack auf dem Rücken. Im Taxi Richtung Banglamphu. Die erste Panikattacke unterdrückt. Bloß nicht an Trekkingsandalen denken. Ankunft. Khao San Road. Aussteigen. Ruhig bleiben.

Regel Nummer 1: Basics, Basics, Basics

Wer vorweg seine Recherche gemacht hat, weiß: Das Epizentrum des Backpacking von Bangkok, Thailand, Asien, wohl der ganzen Welt befindet sich auf der Khao San Road. 5 Meter gehen. Der erste Stand. Hose, T-Shirt, Badeshorts. Hässlich. Hässlich. Akzeptabel. Und gekauft. Ein erster erleichterter Seufzer. Morgen also doch nicht dasselbe Shirt tragen. Der Anfang ist geschafft. Und weiter.

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Regel Nummer 2: Handeln, Handeln, Handeln

Ganze 3 Meter weiter. Der zweite Stand. Eine kleine, zierliche Thai grüßt mit tiefer Stimme: Sir, you need sunglasses, watches? Erstmal eine Unterhose. Der Preis pro Schlübber fällt nach einem kritischen Blick von 5 auf 1 Euro. Der erste Stand war wohl zu teuer. Mist. Aber was solls? Zum Glück bei der Flugbuchung auf die Reisegepäckversicherung verzichtet.

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Regel Nummer 3: Beauty, Beauty, Beauty

Für 20 Euro gänzlich eingedeckt mit Looks von Ed Hardy zu Preisen von Primark. Was fehlt? Richtig: Die Essenz des Wohlfühlens, wie GQ, In Shape und Joy uns immer wieder mit ihren Predigen in unsere Hirnrinde ritzen. Also ab in den nächsten 7/11 (geheiligt sei der 7/11) und ratzfatz Feuchtigkeitscreme, Aloe-Vera-Duschgel und Thermalwasser-Gesichtsspray ins Einkaufskörbchen. Damit dürfte die Haut für den Rest des Urlaubs so geschmeidig sein wie der Po von J. Lo.

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Regel Nummer 4: Stopp!

Stopp! Durchatmen, es ist fast geschafft! Und: Es ist Urlaub. Da sollen wir Deutschen doch entspannen. Also erstmal was essen. Bereits seit Verlassen des Flughafengebäudes liegt ein Duft von Tamarindenpaste, Chilipulver und leicht angebratenen Reisbandnudeln in der Luft. Zeit für ein ordentliches Pad Thai. Ganze 5 Meter und 10 Minuten später steht die letzte große Aufgabe an.

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Regel Nummer 5: Sheldon Cooper

Jap, es geht nicht ohne ihn. Bei all den essentiellen Dingen sollte man nicht einen Rucksack vergessen. Man will ja schließlich nicht den ganzen Urlaub mit einem Plastikbeutel rumlaufen. Oder einem hippen Jutebeutel. Wir sind ja nicht in Berlin-Mitte. Aber welche Größe? 80 Liter, um auf Nummer sicher zu gehen? Nein, mit thailändischer Leichtigkeit und buddhistischer Ruhe wird ein kleiner, feiner, aber erstaunlich geräumiger 6-Liter-Rucksack auserkoren.

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Fazit Praxistest: Ohne Backpack nach Bangkok? Trau Dich!

Ganze 2 Stunden hat es gedauert, bis ein mehr als ordentliches Survival-Kit zusammengestellt ist. Inklusive Essenspause. Ein Kinderspiel also und von jedem machbar. Hab ich diesen Praxistest selbst gemacht? Hell no, ich brauch mein Beauty-Kit. Ich weiß nur, es wäre theoretisch möglich, nur mit Reisepass und Kreditkarte nach Thailand einzureisen. Oder für den Fall, dass du dazu gezwungen wirst, weil Air China deinen Backpack brav in Düsseldorf stehen lässt. Auf deiner allerersten Reise nach Asien. Mein armer Kumpel Mark.

Seid ihr schon einmal ohne Rucksack irgendwo hingereist? Hat eure Airline auch schon einmal euren Backpack verklüngelt? In welchen Orten könnte man noch so einfach ein Survival-Kit zusammenstellen? Lasst euch aus in den Kommentaren!

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