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Mit Kreislauf zum Vorbild - der Weg zu einer nachhaltigeren Wirtschaft

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Kreisläufe sind in unserer Welt eine natürliche Sache. Die Jahreszeiten, Ebbe und Flut, säen und ernten. Wie wäre es, wenn das Konzept des Kreislaufes auch beim Wirtschaften umgesetzt wird? Wenn man Güter nicht mehr besitzt, sondern nur bei Bedarf nutzt? Wenn aus dem Konsumenten ein Benutzer würde. Wie wäre es, wenn Unternehmen damit beginnen, den Kreislauf in ihre Designs mit einzubeziehen und wenn man gegen einen kleinen Aufpreis die Verantwortung für die Wartung, Erneuerung und fachgerechte Entsorgung abgibt. Car-Sharing Dienstleister machen es vor. Bei Druckern und Kopierern in Unternehmen ist dies heute ebenfalls ein übliches Konzept.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace kritisieren seit Jahren, dass sich elektronische Geräte nicht reparieren lassen (1). Statt Teile zu tauschen, müssen sie zu häufig durch ein neues Gerät ersetzt werden. Das alte landet auf der Müllhalde. Aktuell testete Greenpeace beispielsweise Smartphones, Tablets und Laptops. Es ist gut zu sehen, dass wir mit unserer Strategie hier eine Vorreiterrolle haben. Zu oft diktiert der Preis die Umsetzung - geklebte Komponenten sind beispielsweise günstiger als verschraubte. Doch Umdenken ist möglich. Nachhaltigkeit ist keine Option. Es ist eine Notwendigkeit.

Die Ellen MacArthur Foundation (EMF), eine weltweit angesehene Stiftung, mit der wir - wie auch eine Vielzahl anderer globaler Unternehmen - bereits seit längerem eng zusammenarbeiten, setzt sich für diese „Kreis-Wirtschaft" ein. Natürlich steht nachhaltiges Handeln und die Schonung von Ressourcen mittlerweile auf der Agenda vieler Unternehmen. Den Unterschied macht allerdings der Grad der konkreten Umsetzung dieser Konzepte. Erst dieser konkrete Schritt dokumentiert den Willen, sich wirklich nachhaltig zu engagierten.

Mehr zum Thema: Alle denken, Armut sei das größte Problem unserer Zeit - dabei ging es der Weltbevölkerung noch nie besser

Dabei ist die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs sicherlich eine der wichtigsten Aufgaben und somit auch wesentlicher Forschungsschwerpunkt. Neben der Vielzahl an Studien gibt es tatsächlich mehr und mehr Organisationen, die sich um Lösungsvorschläge kümmern. Ein konkretes Beispiel: Eine der zentralen Abfall-Fragen heute ist die Reduzierung von Plastikmüll sowie ein sogenanntes Closed-Loop-System, bei dem jeder Bestandteil wiederverwertet wird. Dank entsprechender Investitionen lassen sich ganz neue Möglichkeiten entwickeln, um Rohstoffe so weit wie möglich zu recyceln. Plastikflaschen beispielsweise. Zusammen mit Kunststoff aus eingesammelten gebrauchten Tintenpatronen stellen wir neue Tintenpatronen für Drucker her. Als Unternehmen gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir kaufen recyceltes Plastik, aus Haiti. Dabei geben wir den Menschen vor Ort, die den Müll sammeln, eine Würde zurück. Gleichzeitig stellt diese Initiative sicher, dass kein zusätzlicher Plastikmüll in der karibischen See entsorgt wird. Ein wichtiger Schritt, um die Verschmutzung der Meere in den Griff zu bekommen.

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Neben einer ressourcenschonenden Entwicklung und Produktion kann jeder Mitarbeiter zum nachhaltigen Wirtschaften beitragen - und diese Haltung idealerweise auch beim privaten Konsum übernehmen. Allerdings ist Nachhaltigkeit kein Ziel, das sich einfach von der Geschäftsleitung im Unternehmen anordnen lässt. Es erfordert eine Veränderung im Denken. Ziel ist es, Nachhaltigkeit und schonenden Umgang von Ressourcen zur gelebten Einstellung zu machen - nicht nur im Unternehmen, sondern auch im privaten Umfeld. So können auch kommende Generationen ausreichend Rohstoffe und eine intakte Umwelt für ihr Leben vorfinden. Die Möglichkeiten sind da. Wir müssen sie nur nutzen.

(1) Quelle: https://utopia.de/apple-microsoft-samsung-nicht-reparierbar-greenpeace-ifixit-55966/

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