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Ich war ständig pleite - bis ich anfing, die "Drei-Tages-Regel" zu befolgen

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Ich kann mich noch an die Enttäuschung im Gesicht meiner Mutter erinnern, als ich sie zum zehnten Mal um Geld bat, damit ich mein Auto reparieren konnte. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich nicht länger so leben konnte.

Mein Steuerbescheid verhöhnte mich, indem er mir all das Geld zeigte, das ich verdient hatte, und von dem ich im Jahr 2016 absolut nicht gespart hatte.

Meine Kreditkarte hatte längst ihr Limit erreicht und ich kam mit den Zahlungen nicht mehr hinterher, eine zweite Kreditkarte war bereits gesperrt und mein Auto gab komische Geräusche von sich.

Ich musste etwas ändern. Ich wusste immer schon, dass ich Geld sparen musste. Ich redete mir selbst ein, dass ich meine Finanzen besser regeln würde, sobald ich einen besser bezahlten Job gefunden hatte.

Ich sah etwas und musste es sofort haben

Dieser Job kam, und trotzdem warf ich das Geld weiter mit beiden Händen zum Fenster raus. Die Bank warnte mich, dass man mein Gehalt einziehen würde, und trotzdem kaufte ich mir weiterhin Kaffee für fünf Dollar und Sandwiches für acht Dollar.

Diese Spontankäufe waren es, die meinen Sparplänen stets einen Strich durch die Rechnung machten. Ich sah etwas und musste es sofort haben.

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Wer konnte schon sagen, wie lange diese tolle Tasse im Kaufhaus noch im Angebot sein würde? Ich sollte sofort zuschlagen!

Meine Mutter gab mir dann einen fantastischen Rat. Er mag sich anhören wie ein Klischee, aber er hat mein Leben verändert.

Plötzlich wurde es für mich zu einem Spiel

Sie sagte mir, dass wenn ich die Sache am nächsten Tag immer noch unbedingt haben wollte, dann sollte ich zurück ins Geschäft gehen und sie kaufen, ohne mich schuldig zu fühlen. Ich nahm mir den Rat zu Herzen und bis heute weiß oft am nächsten Tag gar nicht mehr, was ich noch tags zuvor unbedingt haben wollte.

Ich lag nachts wach, gestresst wie immer, als ich über alles nachdachte. Über alles, was ich über das Sparen gelernt hatte. Ich beschloss, es endlich in die Tat umzusetzen um zu sehen, wie gut ich damit klar kam.

Nachdem mein Gehalt überwiesen worden war und das Geld für die Miete und die Autoversicherung abgezogen war, hob ich 20 Dollar in bar ab und probierte aus wie lange sie reichen würden. Tatsächlich reichten sie eine ganze Weile!

Anfangs war es schwer: Ich ging nicht mehr aus, schlug Einladungen von Freunden aus und fuhr an jedem McDonald's vorbei, ganz egal, wie groß mein Hunger auf Fast Food war. Plötzlich sparte ich Geld und nahm dabei auch noch ab.

Zwei Wochen später bekam ich wieder mein Gehalt. Ich kannte meinen genauen Kontostand gar nicht, da ich immer noch etwas Bargeld übrig hatte. Ich holte mir einen Kontoauszug und sah, dass ich immer noch 200 Dollar hatte. 200 Dollar!

Da wusste ich, dass ich es schaffen konnte. Und plötzlich wurde es für mich zu einem Spiel zu probieren, wie schnell ich Geld sparen konnte.

Ich weiß gar nicht, wie viele Spontankäufe diese Drei-Tage-Regel verhindert hat

Ich setzte mir selbst ein paar Regeln. Ich würde nichts kaufen, was ich nur einmal benutzen konnte (Kaffee zum Mitnehmen, Fast Food, Shots in einer Bar), aber wenn ich drei Tage später immer noch das Bedürfnis hatte, dann würde ich mein Geld für diese Dinge ausgeben.

Ich weiß gar nicht, wie viele Spontankäufe diese Drei-Tage-Regel verhindert hat. Ich weiß nur, dass ich mich einmal drei Tage lang wirklich sehr nach einem Sandwich von Subway gesehnt hatte und ich mich schließlich mit einem solchen Sandwich belohnte.

Und dann war ich enttäuscht, weil ich mir zuhause selbst ein besseres, günstigeres und schnelleres Sandwich hätte zubereiten können.

Ich kaufte Lebensmittel ein, die ich länger verwenden konnte, ich kaufte Toilettenpapier auf Vorrat, wenn es im Angebot war (und nicht dann, wenn absolut nichts mehr im Haus war) und den Kaffee machte ich mir selbst zuhause. Ich sparte Zeit und Geld und verlor dabei auch noch Gewicht, weil ich mir darüber bewusst war, was ich meinem Körper zuführte.

Leider bin ich schreiberisch nicht so begabt, als dass ich erklären könnte, wie gut es sich anfühlt, nicht mehr ständig die Inkassofirmen im Nacken sitzen zu haben oder was es für eine Erleichterung ist, in einem plötzlichen Notfall tatsächlich Geld zur Verfügung zu haben.

Ich ermutige all meine Freunde, es mir gleichzutun

Ich hätte mir in den letzten Jahren viel Stress erspart, wenn ich schon früher begonnen hätte zu sparen.

Ich ermutige alle meine Freunde, die ein ebenso schlechtes Händchen für ihre Finanzen haben wie es bei mir der Fall war, die drei-Tage/Einmalige-Nutzung-Regel einen Monat lang auszuprobieren.

Vielleicht haben wir alle in ein paar Monaten genug Geld für einen gemeinsamen Urlaub gespart und können uns so mit unserem hart ersparten Geld belohnen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Thought Catalog und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt. Hier findet ihr mehr Texte von Thought Catalog.

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(lk)