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Ich wollte nur einen Job - ich bekam ihn, inklusive sexueller Belästigung

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JAMIE LEE CURTIS
Paul Archuleta via Getty Images
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Hollywood ist in Aufruhr: Der berühmte Produzent Harvey Weinstein wurde vergangenen Sonntag von seinem eigenen Filmstudio gefeuert. Er soll seit Jahrzehnten Frauen sexuell belästigt haben - darunter auch Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rose McGowan. Das enthüllte die "New York Times". Außerdem soll Weinstein einflussreiche Kollegen nach den Enthüllungen gebeten haben, ein Wort für ihn einzulegen, damit er nicht entlassen wird.

In den letzen Tagen steht die Entertainment-Branche auf dem Kopf - alle sind entsetzt. Und das obwohl so viele behaupten, sie wüssten von Harvey Weinsteins Aggressionen und sexuellen Belästigungen.

Der Rauswurf von Weinstein aus dem Filmstudio Weinstein Company ist in aller Munde. Aber die unfassbare Aussage einer Frau (die Modedesignerin Donna Karan, Anm. d. Red.) stach für mich besonders hervor: "Vielleicht haben es die Frauen ja so gewollt."

Wirklich?

Haben wir uns so weit zurück entwickelt? Ist es das, was die Frauenbewegung, der Feminismus, und in jüngster Zeit auch der Women's March erreicht haben?

Eine Frau, also eigentlich eine Verbündete, die ihren Lebensunterhalt damit verdient, berühmte Frauen in enge, sexy Kleider zu stecken und auf der ganzen Welt dafür bekannt ist, stößt eben diese mutigen Frauen vor den Kopf - eine bizarre und bösartige Art des Slut Shamings?

Wirklich?

Ich habe nicht danach gefragt

Ich selbst wurde bei meiner Arbeit auch schon sexuell belästigt. Habe ich danach gefragt? Nein. Ich wollte nur einen Job - ich habe ihn bekommen, inklusive sexuelle Belästigung.

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In den Fällen, in denen wir Frauen sexuell belästigt wurden, wollten wir ursprünglich auch nur unser Talent als Schauspielerinnen zeigen und unsere Menschlichkeit. Wir wollten eine Chance bekommen, uns selbst und unsere Kunst auszudrücken - und Teil eines Films sein zu können, der wirklich etwas verändert.

Es muss erst etwas Schlimmes passieren, damit sich etwas ändert

Es musste traurigerweise auch erst eine berühmte Person an einer Opioid-Überdosis sterben, um die Welt auf das Problem aufmerksam zu machen. Und zu bewirken, dass sich etwas verändert.

Prince starb einen tragischen Tod, aber wir müssen ihm dennoch danken - durch ihn wurde das Gesetz geändert und noch wichtiger, unsere Einstellung gegenüber Opioiden.

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Genau so muss es auch in diesem Fall passieren

Vielleicht wird dieses absurde Machtspiel, "eine rumzukriegen", von diesem brutalen Mann bald aufhören.

Und vielleicht wird sein Versuch, seine Taten unter den Teppich zu kehren, bei dem auch seine Rechtsanwälte, Manager und berühmte Freunde mitwirkten, dieses Mal scheitern. Vielleicht wird es dieses Mal auch endlich nicht klappen, die Opfer dafür verantwortlich zu machen.

Vielleicht werden weitere sexuelle Belästigungen ans Tageslicht kommen - sei es von einem Politiker, dem Präsidenten, einem Regisseur, Filmstar, Manager oder irgendeinem anderen, der sich in diesen beschissenen Milliardär-Männer-Club einreihen kann, der bald zu einem armseligen Ende kommen wird.

Um die großartige Helen Reddy (eine Sängerin aus den 70er Jahren, Anm. d. Red.) zu zitieren: "Ich bin eine Frau, hörst du mich brüllen? Wir sind viele, uns kann man nicht ignorieren."

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Dieser Artikel erschien zuerst bei HuffPost US und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt.

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(ks)