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Sharing - das neue Haben

04/03/2015 11:07 CET | Aktualisiert 04/05/2015 11:12 CEST
thinkstock

sharing - Zeiten ändern sich - und so auch Einstellungen. Was gestern noch ein Symbol für hohen Status war, ist heute bedeutungslos; zumindest als Eigentum. Unter dem Schlagwort „Sharing" entwickelt sich ein neues Lebensgefühl, angeheizt durch Social Media. So ergeben sich neue Möglichkeiten für den alltäglichen Gebrauch und damit große Chancen für neue Businessmodelle.

Beginnen wir mit einer Szene, die sich früher samstags fast an jedem Wochenende abgespielt hat: die Sonne scheint und Männer polieren ihre Autos in der Einfahrt. Warum? Ganz klar: um die tolle Karosse vorzuführen, denn das Auto galt (und gilt zum Teil heute noch) als das Statussymbol schlechthin.

Allerdings ist schon seit einiger Zeit ein neuer Trend erkennbar: Menschen verändern ihre Sicht auf den Status und seine Symbole und definieren diese neu. Diese Entwicklung schwappt auch auf die Berufswelt über und sorgte bereits für neue, faszinierende Businessmodelle.

Ich fahre ein Auto, aber nicht mein Auto

Ein Beispiel: Im Jahr 2011 startete ein Automobilhersteller ein Carsharing-Projekt, welches zunächst auf eine deutsche Großstadt begrenzt war. Die Handhabung ist denkbar einfach: Nutzer suchen via Smartphone-App einen Carsharing-Wagen in ihrer Nähe und starten diesen mit einem RFID-Chip, der auf jeden Führerschein geklebt werden kann.

Besonders in Städten und Ballungszentren ist Carsharing eine tolle Alternative zum eigenen Auto, da mit Sicherheit immer in der näheren Umgebung ein verfügbarer Wagen zu finden ist. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Bonus ist, dass Parkscheine mit dem Carsharing der Vergangenheit angehören. Es ist darum auch nicht verwunderlich, dass das Projekt bald viele neue Fans unter den Großstädtern hatte und das Projekt auf weitere deutsche Städte und sogar San Francisco ausgeweitet wurde.

Komfort und Mobilität als Lebensgefühl einer Generation

Warum kommt Carsharing so gut an? Das Modell steht für das neue Lebensgefühl einer ganzen Generation: Komfort und Mobilität. Für Komfort ist gesorgt, weil lästige Aufgaben, die mit Verschleißerscheinungen wie neuen Reifen verbunden sind, Ölwechsel oder der Gang zum TÜV wegfallen, die bei einem eigenen Auto unumgänglich sind. Außerdem verlieren Autos zunehmend ihren Statuscharakter.

Fahrfreudige möchten ein Auto nur dann nutzen, wenn sie es auch benötigen, und sich nicht um irgendwelche Unterhaltskosten kümmern müssen. Es geht nicht länger darum, etwas zu besitzen, sondern bei Bedarf ganz einfach nutzen zu können.

Ein anderes Beispiel ist der Wintersport. Schon seit Jahren ist ganz normal, dass man sich Ski oder Snowboard vor Ort ausleiht. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein aufwändiger Transport auf dem Autodach und immer das neueste Modell unter den Füßen. Außerdem: wer braucht schon ein Snowboard im Sommer und hat auch den erforderlichen Platz dafür?

Apropos zu wenig Platz: Warum soll ich meine Wohnung mit CDs überfüllen, wenn ich jeden beliebigen Song in bester Qualität bei diversen Flatrate-Diensten im Internet hören kann? Oder warum Bücher über Bücher horten und verstauben lassen, wenn ich doch alle auf einem Ebook-Reader lesen kann?

Social Media: Teile!

Eine weitere interessante Frage in Bezug auf Sharing ist, welche Bedingungen den Trend befeuern. Klar ist, dass Sharing durch Kommunikation ermöglicht wird. Wenn ich etwas teilen will, muss ich die Möglichkeit haben, andere darüber zu informieren. Es sind also immer neue Kommunikationswege und -möglichkeiten, die das Sharing immer populärer und vor allem einfacher machen.

Besonders Social Media haben einen hohen Beitrag dazu geleistet, dass wir einfach teilen oder auch mieten können. Auf diversen Plattformen können Nutzer von Klamotten über Fahrräder bis hin zu Lebensmittel alles teilen, was sich dazu eignet.

Unter diesen Umständen bekommt das „sozial" in sozialen Netzwerken eine ganz neue Dimension. Im Übrigen ist es die Hauptfunktion aller Social Media Kanäle, eigene Inhalte zu teilen und anderen zur Verfügung zu stellen. Es liegt also nahe, neben Fotos oder Links auch Gegenstände und sogar Dienstleistungen zu teilen.

Fazit

Was bedeutet das nun für Unternehmen? Es ist wichtig, den Kunden ins Zentrum der Unternehmensaktivitäten zu stellen und sich deren wandelnden Ansprüche anzunehmen. Sharing ist das Schlagwort. Nutzer möchten Produkte nutzen wie den Strom aus der Steckdose.

Unternehmen müssen also ihre Position in der sich schnell wandelnden Welt von Teilen versus Besitzen finden und sich darüber klar sein, dass der Besitz immer unbedeutender wird. Was jetzt zählt, ist ein bequemer und unkomplizierter Zugang. Social Media sind also ein perfektes Tool, um in die Welt des Sharings einzusteigen und Geschäftsmodelle voranzutreiben, die mit der digitalen Transformation verbunden sind.


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