BLOG

Ich habe meine Kinder nicht gegen Masern geimpft und dann passierte DAS

03/03/2015 09:48 CET | Aktualisiert 07/06/2017 11:12 CEST
Gettystock

Aus dem Tagebuch einer Mutter

Zu Hause ging es nicht mehr. Noch nicht einmal ein Teelöffel Pfefferminztee blieb drin, bei beiden nicht! Die Kinder drohten tatsächlich auszutrocknen. So entschied ich mich, obwohl es schon 10.00 Uhr am Abend war, den Notarzt zu holen und die zwei ins Krankenhaus zu bringen.

In der Kinderklinik waren sie sehr ungehalten. Warum kommen sie jetzt erst? Die Kinder mussten auf die Isolierstation. Masern sind hochansteckend. Sie wurden sofort an den Tropf gelegt und bald kehrte, Gott sei Dank, ein bisschen Leben in ihre geschwächten Körper zurück.

Heute Morgen war ich gleich um 8.00 Uhr wieder zur Stelle. Die Große machte die Augen nicht auf, die Wimpern waren so verklebt, dass sie den ganzen Tag mit geschlossenen Augen liegen musste. Waschen, Zähne putzen und zur Toilette gehen wurde für beide zur Qual.

Der Arzt bei der morgendlichen Visite war sehr ernst und kritisierte scharf, dass wir die Kinder nicht hatten impfen lassen. Er führte mir vor Augen, welchen Risiken ich die Kinder dadurch ausgesetzt hatte. Hirnhautentzündung, Herzprobleme, all das klang sehr alarmierend. Dabei hatten wir uns gegen die Impfung entschieden, weil wir dachten, es sei gut für die Stärkung des Immunsystems, wenn Kinder die normalen Kinderkrankheiten durchmachten.

Der Tag wurde dann aber doch noch ganz schön, wir verbrachten die Zeit mit Vorlesen und Gesprächen über all die schönen Dinge, die wir tun werden, wenn sie wieder gesund sind.

Eine Woche später...

Die Kinder sind wieder zu Hause. Jede hat 8 Kilogramm in der vergangenen Woche abgenommen. Der Appetit ist noch nicht wieder zurückgekehrt. Sie können nur kleine Portionen zu sich nehmen. Aber es geht aufwärts und es sieht so aus, als wenn wir das Schlimmste hinter uns haben. Es hat keine weiteren Komplikationen gegeben.

Zwei Monate später...

Die Kleine ist wieder ganz gesund. Sie hat ihr altes Gewicht fast wieder erreicht. Bei der Großen sieht es anders aus. Ihr gingen ihre schönen langen Haare aus. Ich musste sie um mehr als die Hälfte kürzen, um die Menge der Haare im Bett zu verringern. Es gab Tränen!

Sie schaut aus, als hätte sie eine Chemotherapie hinter sich, sie hat nur noch dünnes Haar. Sie nimmt Kalzium, Magnesium, Folsäure. Am Haaransatz zeigt sich ein zarter Flaum, neue Haare bilden sich. Es wird aber noch dauern, bis die Folgen der Masern ganz überwunden sind.

2016-06-06-1465206210-6499131-HUFFPOST2.jpg

Geht Impfen!

Kaum ein Thema spaltet die Elternschaft so sehr wie das Impfen. Es ist ein Thema, bei dem die sonst so harmonischen Elternforen zu Kriegsgebieten werden. Beide Seiten - die Impfbefürworter und die Impfgegner - werfen der jeweils anderen Kindesmisshandlung vor, nennen sich gegenseitig Verbrecher und sogar Mörder. Es gibt auch genügend Mythen und Horrorgeschichten, auf die sich beide Fronten berufen.

Wie geht ihr in eurer Familie mit dem Thema um? Schickt uns eure Meinungen, schreibt einen Beitrag oder nehmt ein Video auf und sendet es an Blog@huffingtonpost.de.

Mehr zur Themenwoche Impfen:

Was ein 12-Jähriger über Autismus und Impfungen zu sagen hat

Gesponsert von Knappschaft