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Ich vermisse die Menschen- und Lichterketten gegen islamistische Gewalt in Deutschland

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
ANSBACH
DANIEL KARMANN via Getty Images
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Was muss um Gotteswillen noch passieren, damit wir aus dieser gesellschaftlichen Gleichg├╝ltigkeit aufwachen, uns mit einer gemeinsamen und lauten Stimme gegen eine gro├če Gefahr wehren und die Institutionen des Staates entschieden handeln?

Ist es die Gleichg├╝ltigkeit, die unsere Gesellschaft so l├Ąhmt? Merken wir denn nicht, dass die allgemeine politische Gleichg├╝ltigkeit inzwischen viele unschuldige Menschen das Leben kostet? Was muss um Gotteswillen noch passieren, damit wir aus dieser gesellschaftlichen Gleichg├╝ltigkeit aufwachen und uns mit einer gemeinsamen und lauten Stimme gegen eine gro├če Gefahr wehren? "Die ├Ąrgste Krankheit, von der ein Mensch befallen werden kann, ist die Gleichg├╝ltigkeit" sagte der ├Âsterreichische Lehrer, Dichter und Aphoristiker Ernst Ferstl. Recht hat er.

Manchmal habe ich ein Problem zu verstehen, wie wir gegen├╝ber Vorkommnissen reagieren. Wir schauen zu, nehmen zur Kenntnis als ob alles, was um uns so passiert, normal w├Ąre. Unschuldige Menschen werden angegriffen, verletzt, ja sogar get├Âtet. Im Zeitalter der multimedialen Informationsgesellschaft werden viele Informationen konsumiert. Viel wird angeschaut, viel wird gesehen. Wird aber auch viel verstanden? Sind die Horrorbilder etwas, was uns bewegt oder teilnahmslos einfach nur zuschauen l├Ąsst? Was ist aus einer Gesellschaft geworden?

Erst k├╝rzlich hatten wir Fu├čballeuropameisterschaft. Ein einfacher Ellbogencheck, grobes Foul oder ein Biss eines Fu├čballers in die Schulter eines anderen Fu├čballers bringen zehntausende Zuschauer auf die Palme. Man realisiert, man sieht und reagiert. Zuschauer toben, schimpfen und reagieren auf die Gewalt auf dem gr├╝nen Rasen.

Warum sind wir nach W├╝rzburg und Ansbach so still?

Warum sind wir nach diesen verheerenden Bildern ├╝ber die letzten Anschl├Ąge in W├╝rzburg und Ansbach dann so still? Wo bleibt der allgemeine Aufschrei? Menschen werden barbarisch angegriffen. Unschuldige Opfer sind verletzt oder verlieren ihre Leben. Wo sind die Menschen, die fr├╝her mal auf die Stra├čen gingen? Wo bleiben die Menschen- Lichterketten gegen Gewalt?

Es war damals ermutigend. Tausende Menschen Hand in Hand gegen Rassismus. Diese Solidarit├Ąt vermisse ich heute. Ich vermisse die Demokraten auf der Stra├če. Ich vermisse eine Gesellschaft, die gegen Radikalislamismus, Salafismus und IS-Terror demonstriert. Ich vermisse eine Gesellschaft, die aus der falsch verstandenen Toleranz aufwacht. Ist das die Gleichg├╝ltigkeit, die uns heute so stumm macht?

Ja, schon lange habe ich davor gewarnt. Nun ist der IS-Terror auch in Deutschland angekommen. Das zeigte zuletzt auch der furchtbare Anschlag in Ansbach. Der T├Ąter war ein 27-j├Ąhriger Fl├╝chtling aus Syrien. Vor zwei Jahren kam er zu uns nach Deutschland, um Zuflucht vor Krieg und Terror zu finden.

Nun wurde er selber zum Terroristen, sprengte sich selbst in die Luft und verletzte dabei 15 Menschen. Und wir k├Ânnen noch froh sein, dass die Situation so glimpflich ausgegangen ist. W├Ąre er auf das Festivalgel├Ąnde gelangt, h├Ątte das sicherlich mehr Verletzte, vielleicht sogar Tote bedeutet.

Ich frage mich dabei immer wieder: Wie konnte es dazu kommen? Was musste passieren, dass ein junger Mann so eine Tat begeht? Und vor allen Dingen: Warum war der Fl├╝chtling, dessen Asylantrag abgelehnt wurde, noch immer hier, wurde geduldet und die Abschiebung nach Bulgarien geschah nicht? All diese Fragen werfen gro├če L├╝cken auf, L├╝cken die durch die enorme Fl├╝chtlingswelle entstanden sind und die es jetzt endlich zu schlie├čen gilt.

Deshalb rufe ich die Verantwortlichen in der Bundespolitik auf, Klarheit zu schaffen, warum dieser Mann noch immer bei uns war, Klarheit zu schaffen, warum er, obwohl er bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten war, noch immer nicht abgeschoben wurde. Wir m├╝ssen uns endlich bewusst machen, dass die Fl├╝chtlingswelle auch eine gro├če Verantwortung birgt, und zwar eine Verantwortung gegen├╝ber unserer Bev├Âlkerung.

Wir m├╝ssen sie sch├╝tzen und daf├╝r sorgen, dass Menschen, die hierher gekommen sind, aber gegen unsere Gesetze handeln, z├╝gig ihre Duldung verlieren und abgeschoben werden. Es kann nicht sein, dass sie sich weiterhin ungehindert in diesem Land aufhalten d├╝rfen. Es kann nicht sein, dass sie keine Konsequenzen sp├╝ren.

Deutschland hat eine gro├če Willkommenskultur, aber wir d├╝rfen sie nicht ausnutzen lassen durch Menschen, die hierher kommen und Unruhe in unser Land bringen. Konsequenzen sind wichtig. Nur wenn diese Menschen eindeutig merken, dass wir es ernst meinen und sie abschieben, kommen sie zur Einsicht oder kommen erst gar nicht mehr zu uns.

Wir m├╝ssen deutlich machen, dass wir an unserer Kultur und unseren Gesetzen festhalten. Nur wenn wir das unmissverst├Ąndlich beweisen und alldiejenigen sofort abschieben, die sich strafbar machen, extremistisches Gedankengut bef├╝rworten oder unsere Kultur mit F├╝├čen treten, nur dann k├Ânnen wir auch unserer Bev├Âlkerung Sicherheit geben.

Und das sollte unsere oberste Priorit├Ąt sein. Es bringt nichts mehr, mit gut gemeinten Floskeln alles sch├Ân zu reden. Die Politik ist mehr denn je in der Verantwortung, Klartext zu reden, Fahne zu zeigen, Farbe zu bekennen und diese Dinge in die Hand zu nehmen, zu handeln.

Wer nicht handelt, wird behandelt

Wir brauchen klare Gesetze und m├╝ssen das bestehende Gesetz durchsetzen. Wir brauchen eine klare Linie und m├╝ssen den Menschen wieder das Gef├╝hl geben, dass die Politik nicht mit einer rosaroten Brille durch unser Land geht. Wir m├╝ssen uns zur Wehr setzen und m├╝ssen daf├╝r einstehen. Es ist wichtig, dass wir wissen, wer zu uns ins Land kommt und dass wir vor allen Dingen mehr ├╝ber ihren geistigen und k├Ârperlichen Zustand erfahren.

Viele sind durch die H├Âlle gegangen, um hierher zu kommen. Doch wir m├╝ssen daf├╝r sorgen, dass sich psychische Labilit├Ąt nicht mit krimineller Energie vermischt. Was dabei herauskommen kann, mussten wir leider oft genug sp├╝ren. Deshalb m├╝ssen wir fr├╝hzeitig handeln und intervenieren.

Dazu geh├Ârt genauso der demokratische Kampf gegen den Radikalislamismus. Er zerst├Ârt unser Land und macht uns Angst. Er bedroht uns in unseren Grundfesten. Wir d├╝rfen dabei nicht tatenlos zu sehen. Der islamistische Terror hat Deutschland erreicht. Das muss nun endlich allen unmissverst├Ąndlich klar werden. Keiner darf mehr die Augen davor verschlie├čen.

Es ist leider bittere Realit├Ąt. Darauf m├╝ssen wir uns einstellen. Jetzt gilt es aber, nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Wir m├╝ssen handeln und gezielt gegen den Radikalislamismus vorgehen. Gesetze, die eine Handhabe gegen Salafisten, Hassprediger und IS-Anh├Ąnger erm├Âglichen, sind dringend notwendig, damit sich diese kranke Ideologie nicht noch weiter ausbreitet.

Anwerbeversuche m├╝ssen unterbunden werden, islamistische Propaganda aus dem Internet und aus den Zimmern der Menschen verschwinden. Menschen, die eine schwarze IS-Fahne haben oder sich durch andere Symbole des IS zu erkennen geben, m├╝ssen strafrechtlich verfolgt werden. Diese Zeichen und Symbole m├╝ssen verboten werden. Lies-St├Ąnde m├╝ssen aus unseren Stra├čen verbannt und jegliche Koranverteilaktionen, die weithin als Haupttor zum Salafismus und Radikalislamismus bekannt sind, verboten werden.

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Wir d├╝rfen nicht mehr ungehindert dabei zusehen, wenn Hassprediger in unseren Stra├čen radikale Ideen verbreiten. Wir m├╝ssen daf├╝r sorgen, dass Jugendliche nicht mehr nach Syrien ausreisen und diejenigen, die von dort zur├╝ckkommen, m├╝ssen juristisch zur Rechenschaft gezogen werden.

Wir m├╝ssen endlich Ma├čnahmen ergreifen, um weiterhin f├╝r die Sicherheit unserer B├╝rgerinnen und B├╝rger zu sorgen. Wir m├╝ssen jetzt endlich aufwachen und handeln. Denn wir d├╝rfen nie vergessen: Wer nicht handelt, wir behandelt. Ich fordere die gro├če Politik auf, endlich zu reagieren und Ma├čnahmen einzuleiten. Wir m├╝ssen uns mit allen uns zur Verf├╝gung stehenden demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln zur Wehr setzen und f├╝r die Demokratie und die Freiheit einstehen.

Der ├Âsterreichische Lehrer und Dichter Ernst Ferstl hat Recht, wenn er sagt: ÔÇ×Gleichg├╝ltigkeit ist eine t├Âdliche Gefahr f├╝r jede Art von Herzlichkeit. Die Pest unseres Jahrhunderts ist die Gleichg├╝ltigkeit." Lassen Sie uns gegen diese Pest und Krebsgeschw├╝re in unserer Gesellschaft gemeinsam k├Ąmpfen. Demokratisch, rechtsstaatlich, konsequent und energisch. Wir d├╝rfen uns vor einer gef├Ąhrlichen Entwicklung nicht beugen und kapitulieren.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei "Tichys Einblick"

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