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Krieg im Eis: Wem gehört die Arktis?

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Droht bald eine Militarisierung der Arktis? Warum gerade jetzt das Nordkap ins Visier verschiedener Staaten kommt und welche globalen Faktoren dabei eine Rolle spielen.

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Völkerfreundschaft hat bekanntlich so manch einen Konflikt vermeiden können - ob das jedoch bei dem sich anbahnenden Streit um den Nordpol genauso gelten wird, bleibt offen. Bereits jetzt ist das Spannungsfeld zwischen den fünf Anrainerstaaten der Arktis - Russland, USA, Dänemark, Finnland, Schweden, Island und Kanada hoch. Gerade Kanada ist von der militärischen Präsenz Russlands, zum Beispiel auf der Kola - Halbinsel, mehr als beunruhigt. Hier hat der Kreml einen Vorzeige Militärstützpunkt für seine Nordflotte bauen lassen, inklusiver atomar bewaffneter U-Boote, Langstreckenbomber sowie gut ausgerüstete Soldaten.

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Konfliktpotential: Subpolare Zone

Grund für kontroverse Diskussionen sind vor allem die bis heute ungeklärten territorialen Ansprüche. So hat Russland 2015 einen Antrag bei der UN-Kommission gestellt, der die Ausweitung seiner Gebiete um 1, 2 Millionen Quadratkilometer fordert und sich mit dem Sektor Dänemarks und ganz besonders Kanadas überschneidet. Die Regierung von Kanada sieht die russischen Aktivitäten an der Arktis jedoch als Provokation an und wird im Jahr 2018 einen ähnlichen Antrag bei der UN einreichen. Damit möchte dann auch Kanada eine Flächenerweiterung oder zumindest verbindliche Staatsgrenzen am Nordpol manifestieren.

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Da die Arktis mit Abstand noch der einzige Flecken auf der Erde ist, der keinem Staat definitiv zugeteilt ist - könnte um dieses Gebiet in Zukunft ein Krieg entfachen. Als Vorwand würde hierzu ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der NATO dienen oder auch ein Krieg um die Ressourcen am Nordpol wäre durchaus denkbar. Denn es geht um viel: Erdöl, Erdgas und eine neue Handelsroute am Nordmeer. Allerdings würde es sich wohl kaum um einen Stellvertreterkrieg handeln, sondern vielmehr um eine direkte bewaffnete Konfrontation. Und ob im Zeitalter der modernen Kriegsführung noch jemand unmittelbare Kampfhandlungen - wohlgemerkt in einem Territorium mit extremen klimatischen Bedingungen wagen wird, scheint recht riskant.

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Dass die Arktis immer mehr in den Fokus der Begierde rückt, kann man auch an den Aktivitäten des Arktischen Rates sehen - als Vereinigung die zunächst nur die Interessen der polaren Anrainerstaaten vertrat, entwickelt sich die Organisation immer mehr zu einem Global Player. Neben den permanenten Mitgliedsstaaten, wie Russland, Kanada, USA, Norwegen, Schweden und Finnland wurde im Jahr 2013 der Rat erheblich erweitert, was bedeutet, dass der Nordpol auch für nicht arktische Länder durchaus relevant ist. So gehören dem Rat nun zwölf Beobachterstaaten an, wie unter anderem Indien, Südkorea, China und Japan.

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