BLOG

Orientalische Mode erobert die Laufstege der Welt

27/11/2015 11:49 CET | Aktualisiert 27/11/2016 11:12 CET
Will Robb via Getty Images

Mode im ethnischen Stil wird immer mehr zum Trend in den Modemetropolen der Welt. Die traditionellen mittelasiatischen Ornamente und Stoffe können jetzt nicht nur beim Handwerksmeister vor Ort, sondern auch auf den berühmtesten Laufstegen von Paris, Mailand und New York bewundert werden.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Margilan - die Heimat der Seide

2015-11-26-1448573801-4983430-506616891.jpg

Das Ferghana Tal im Osten Usbekistans ist ein beliebtes Reiseziel für europäische Touristen und gilt als kulturelles Zentrum der Region. Weniger bekannt im Westen ist jedoch die Tatsache, dass in der Stadt Margilan im Fergana Tal edle Seide produziert wird, die teilweise noch von Hand hergestellt wird.

Im Mittelalter war Margilan die größte Stadt im Fergana Tal und ein wichtiger Zwischenstopp der Karawanen auf der Seidenstraße. Die ersten Seidenspinnereien aus Margilan wurden schon früh in Schriften über die Seidenstraße gerühmt. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert:

Margilan ist mit seinen zahlreichen Spinnereien, Webereien und Färbereien die Hauptstadt dieses feinen Stoffes schlechthin. Die farbenfrohe Seide aus Usbekistan gehört zu den gefragtesten Seidenarten der Welt.

Zwar wird die Seide heutzutage überwiegend maschinell angefertigt - die Margilan Silk Factory alleine produziert jährlich 22 Millionen Quadratmeter Seide für den Weltmarkt - doch die Handarbeit spielt immer noch eine große Rolle.

Technik des „Ikat"

In der traditionellen Seidenfabrik Yodgorlik in Margilan kann man den Seidenspinnerinnen beim Herstellungsprozess von „Adras" über die Schulter schauen. „Adras" stellt eine Mischung aus Seide und Baumwolle dar.

Der Stoff wird durch die Technik des „Ikat" hergestellt. Der „Ikat" ist ein in der ganzen Welt bekanntes Verfahren der Handweberei, das eine stufenweise Färbung der Fadenbündel in bestimmten Farben darstellt.

Für die Anfertigung des Musters sind Fäden von verschiedenem Durchmesser und Festigkeit nötig. Dadurch entsteht ein schönes und gleichzeitig auch ein durch unterschiedliche Farben zusammengesetztes Ornament. Im Altertum galten usbekische Seide und „Ikat"-Stoffe als Luxus ihrer Zeit und symbolisierten Macht, Reichtum und Wohlstand.

Bis heute schreiben die Völker Zentralasiens dem „Ikat" eine magische Kraft zu. Neben Kleidung und edlen Seidentüchern in den typisch usbekischen Ikat-Mustern wird in der Fabrik auch traditionelle usbekische Kopfbedeckung - Duppi genannt - aus Seide gefertigt.

Moderne Tendenzen und Traditionen geschickt verbinden

In den letzten zehn Jahren haben viele einflussreiche Modeschöpfer, die die Trends vorgeben, usbekische Stoffe für ihre Kollektionen entdeckt und sie in Kleidern, Accessoires und sogar in Einrichtungsgegenständen verwendet.

Der bekannte, aus der Dominikanischen Republik stammende Designer Oscar de la Renta entdeckte schon sehr früh seine Liebe für den „Ikat" und machte die usbekischen Muster zum Hauptthema seiner Kollektionen der Jahre 2005 und 2008.

Seitdem verwenden auch andere nicht weniger bekannte Designer wie John Galliano und die Britin Jenny Packham das orientalische Kolorit für ihre Mode. Die Letztere machte die leuchtenden Muster der usbekischen Seidentücher und Kleider zum Trend in Großbritannien.

2015-11-26-1448574009-7403583-506617749.jpg

Die Begeisterung für das orientalische Ornament ging selbst an Modehäuser wie „Missoni" und „Gucci" nicht vorbei. Allerdings kann man bei Gucci nicht die eigentliche „Ikat"-Technik sehen, sondern nur Prints mit zahlreichen usbekischen Mustern.

Besonders faszinierend dabei ist, dass Kleider mit bunten orientalischen Verzierungen, die schon seit Jahrhunderten zur Alltagskleidung von usbekischen Frauen gehören, heute auf den Straßen von größten Modemetropolen der Welt zu bewundern sind.

Video: Mode: So hat sich der perfekte Frauenkörper in 100 Jahren verändert

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Lesenswert:

Hier geht es zurück zur Startseite