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Gründerinnen: Immer zwischen Euphorie und Erschöpfung

19/09/2015 10:43 CEST | Aktualisiert 19/09/2016 11:12 CEST
Thinkstock

Das neue Netzwerk "Women in E-Commerce" gibt es erst seit Juli, doch Gründerin Tijen Onaran scheint einen Nerv getroffen zu haben. Zur Auftaktveranstaltung in Berlin kamen so viele Gründerinnen, dass der Raum sie kaum fassen konnte.

Dichtgedrängt standen die Frauen, mehr als 80 von ihnen waren am Mittwoch zur Auftaktveranstaltung von „Women in E-Commerce" (WIE) nach Berlin gekommen, um die Gründung des Netzwerkes gemeinsam zu feiern. Mit WIE will Gründerin Tijen Onaran ein Schlaglicht auf die Gründerinnen werfen und ihnen die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen.

Die Homepage von WIE ist erst seit Mitte Juli online, doch schon jetzt zählen Lea-Sophie Cramer (Amorelie), Constance Buchheim (i-potentials) oder Freya Oehle (Spottster) zu den prominenten Unterstützerinnen. Denn noch immer sind - auch in der Start-up-Stadt Berlin - weniger als ein Zehntel aller Gründer weiblich.

Welches Bedürfnis die Frauen hatten, einander kennenzulernen und sich zu vernetzen, zeigte sich deutlich.

Eine gute Zeit zum Gründen

Der Vormittag war durchzogen von der gemeinsam geteilten Aufbruchsstimmung. Wenn man irgendwo in Deutschland den Geist des Silicon Valleys erschnuppern konnte, dann ging das am Mittwoch hier. „Es ist gerade sehr einfach, Geld zu bekommen.

Wer eine gute Idee und einen belastbaren Businessplan hat, hat gute Chancen", sagte Birte Gall, die Gründerin der Berlin School of Digital Business, zu den anwesenden Frauen. „Und die Demographie spielt uns in die Karten: Wer scheitert, fällt auf die Füße, weil er recht leicht wieder einen Job findet."

„Es ist beeindruckend, wie man als Gründerin wächst und sich entwickelt", ergänzte Maru Winnacker, die Gründerin von Project Oona. Und sie weiß, wie wichtig belastbare Netzwerke sind, denn sie ist Alleingründerin. „Da sind Netzwerke doppelt wichtig um sich auszutauschen", sagte sie.

„Man sollte es sich nicht zu rosig vorstellen"

Doch es gab auch ehrliche Worte zum Gründen. „Man sollte es sich nicht zu rosig vorstellen", sagte etwa Lea Lange, die Gründerin von Junique.com. „Man ist immer zwischen Euphorie und Erschöpfung."

Miriam Wohlfahrt, die Gründerin von RatePay, stimmte ihr da zu: „Es muss Spaß machen, sonst funktioniert das nicht!" Die Gründerinnen gaben auch ganz praktischen Rat für die Gründung, sie ermutigten die Frauen, offensiv zu netzwerken, gaben Tipps, wie man mit Investoren umgeht und erzählten aus ihrem eigenen Arbeitsalltag.

Später gab es einen Flying Lunch: Quinoa, Süßkartoffeln und Rukola wurden in kleinen Schälchen serviert, im Stehen zu verspeisen, um das Netzwerken zu unterstützen. Und die Frauen nutzten die Gelegenheit: Der Lärmpegel war zeitweise ohrenbetäubend.

Doch glücklicherweise ging der Sekt niemals aus, bis auch die letzten am frühen Nachmittag wieder hinunter auf „Unter den Linden" traten. Nur die Goodie-Bags, die waren da schon lange ausgegangen. Leider.

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