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Warum unsere Tochter keine Spielküche zu Weihnachten bekommt

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Sie ist für viele Kinder das große Highlight zu Weihnachten: Die Spielküche. Egal wo ich mich nach Geschenkideen erkundige, wird sie genannt. Ob in der Kinderkrippe, im Freundeskreis oder im Netz.

Auch wir haben überlegt, ob wir Leni zu Weihnachten mit einer Kinderküche überraschen sollen. Ein schönes Spielzeug, das Rollenspiel wird gefördert und wir haben den Platz. Wieso also nicht?

Spielzeug steht für Werte, Haltung & Einstellungen - auch wenn man es nicht hat

Eine Spielküche ist ein ziemlich großes Geschenk. Ich selbst hatte nie eine. Bis heute erinnere ich mich aber noch daran, wie ich mich als Kind jedes Mal darauf gefreut habe meine Freundin Yvonne zu besuchen, um mit ihr zusammen in ihrer wunderschönen Küchenecke zu spielen. War ich neidisch? Sicherlich. Aber ist das so verkehrt?

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Ich finde es wichtig bereits als Kind zu verstehen, dass man nicht immer alles sofort haben kann. Dass man auf besonderes Spielzeug eben auch mal Jahre warten muss - oder es vielleicht sogar nie bekommen wird. Sei es aus Platzmangel oder aus anderen Gründen. That's life - und lieber lernt unsere Tochter diese Lektion auf die sanfte Tour in den Kinderjahren als später im Erwachsenenalter überraschend auf die Nase zu fallen.

Leni soll ruhig einen Ehrgeiz entwickeln und früh lernen, dass man sich für gewisse Dinge im Leben besonders bemühen muss - und sie nicht jedes Mal einfach so mit einem Fingerschnippen im Zimmer stehen.

Herzenswünsche müssen Platz zum Reifen haben

Sei es die Lieblingsbarbie, die erste Baby Born mit Pipi-Funktion oder das heiß ersehnte Puppenhaus: Unsere Tochter soll die Chance bekommen, Herzenswünsche zu entwickeln.

Wie soll sie etwas so Großartiges wie eine Spielküche zu schätzen wissen, wenn sie bereits mit anderthalb Jahren einfach so im Zimmer herumsteht?

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Ich sage nicht, dass unsere Tochter niemals eine Kinderküche von uns bekommen wird. Aber ihr bereits mit 18 Monaten eine vollausgestattete Kochspielwiese hinzustellen finde ich persönlich zu früh. So etwas Besonderes soll sie sich eines Tages ganz bewusst wünschen - und lernen, was es heißt auf einen Herzenswunsch zu warten.

Die echte Küche ist viel cooler!

Zumindest aktuell. Stelle ich Leni momentan beim Kochen eine bruchsichere Spielschüssel hin, räumt sie diese mit Desinteresse beiseite. Stattdessen nimmt sie sich lieber einen „echten" Topf mit Holzkochlöffel aus dem Schrank. Bekommt sie dann noch eine Handvoll ungekochte Nudeln von mir, ist der Spielspaß perfekt.

Leni beschäftigt sich in ihrem jetzigen Alter einfach gerne mit Dingen, die ich auch tue. Und das klappt ganz prima, auch mit einem „echten" Kochlöffel. Die eigene Spielküche kann deshalb noch warten.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf Inka verliebt.

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