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Warum ich glaube, dass es noch anderes Leben im Universum gibt

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UNIVERSUM
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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es Zufall ist, dass der Mond sich genau im richtigen Abstand zur Erde befindet, gerade so, dass er etwa Ebbe und Flut steuern kann und die Erde stabilisiert und scheinbare Stabilität für Leben auf der Erde ermöglicht?

Etwa genauso hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es Zufall ist, dass unsere Erde sich genau im richtigen Abstand zur Sonne befindet, also es weitgehend nicht zu heiß und nicht zu kalt ist, sodass unser Leben auf Erden erst möglich wird.

Und etwa genauso wahrscheinlich ist es, dass es Zufall ist, dass das Ökosystem auf Erden, wenn der Mensch es denn nicht stört, perfekt im Einklang mit allen Elementen und seinen Lebensformen funktioniert. Diese Liste könnte man nun unendlich verlängern. Muss man aber nicht.

Denn mal ehrlich! Hand aufs Herz, wie wahrscheinlich ist es denn, dass das alles und noch mehr Zufall ist, dass sich all das und noch mehr gerade in einem so idealen Gleichgewicht befindet, wie wir es für unser Leben brauchen?

Für viel wahrscheinlicher als anzunehmen, dass das alles und noch mehr Zufall ist, halte ich es hingegen, dass es eine kosmische Intelligenz gibt, die sich so manche Menschen in und außerhalb der Wissenschaft nicht vorstellen können oder sie schlicht gering schätzen, weil es ihnen noch mehr, als es ihnen an Intelligenz fehlt, an Demut mangelt.

Ich nenne diese von jenen Hochmütigen oft in ihrer Dimension als selbstverständlich abgetane und in ihrer Intelligenz verkannte Kraft den Ursprung, das Leben - die intelligente Energie, die das alles und noch mehr ermöglicht und im Gleichgewicht hält, aufeinander perfekt abstimmt, und mir nun auch in diesem Augenblick gerade ermöglicht, diese Zeilen zu schreiben.

Denn nach dem österreichischen Quantenphysiker Erwin Schrödinger ('Was ist Leben?') wirkt die negative Entropie als kennzeichnendes Ordnungsprinzip des Lebens.

Wer nun sagt, dass es wissenschaftlich nicht beweisbar ist, dass es außer auf unserem blauen Planeten noch (höheres) Leben im Universum gibt, tätigt eine wissenschaftlich zulässige Aussage. Wenn WissenschafterInnen und jene, die an die Wissenschaft glauben, jedoch daraus ableiten, weil es derzeit noch nicht wissenschaftlich belegbar ist, dass es in unserer Galaxie und in den Milliarden Galaxien des Universums außer auf unserem Planeten kein intelligentes Leben gibt, wäre das nicht nur ignorant gegenüber dem Wahrscheinlichen, sondern auch unwissenschaftlich und von wissenschaftlicher Arroganz gegenüber der Negentropie geprägt.

Ich halte es also für viel wahrscheinlicher, als dass wir exzeptionell im All alleine sind, dass wir im Weltall eben nicht alleine sind, angesichts der endlosen Weiten des Universums.

Doch selbst wenn der unwahrscheinliche Fall zuträfe, dass wir all diesen grenzenlosen Raum im Universum zur Verfügung haben, und zwar nur für uns allein, müssten doch dem einen oder anderen die Wörter 'wir' und 'uns' Anstoß zum Denken geben. Ich hoffe es jedenfalls.

Sollte also dieser unwahrscheinliche Fall zutreffen, dass wir tatsächlich alleine im Universum sind, sind wir es dennoch nicht. Denn wie könnten wir jemals alleine sein, bei dieser Überbevölkerung auf Erden?

Viel wahrscheinlicher ist es wohl, dass sich jene, die glauben und vertreten, wir wären allein im Universum, nicht nur noch immer in einer Art ptolemäisch-geozentrischem Narzissmus befinden, verbrämt mit dem, was sie unter Wissenschaft verstehen und ausgeben, sondern gerade sie projizieren ihre gefühlte chronische Einsamkeit ins All hinaus.

Und sofern sie das Rätsel des Lebens nicht durch Selbsterkenntnis lösen, fragen sie sich in ihrer Not wahrscheinlich auch morgen noch öffentlich und insgeheim: Sind wir denn allein?

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann