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"Uns geht's gut!"

22/09/2017 20:30 CEST | Aktualisiert 22/09/2017 20:30 CEST
StudioThreeDots via Getty Images

Menschen in der Öffentlichkeit, oft auch Politiker, generell also Menschen, denen es gut geht, sagen gern, "uns geht's ja eh gut", weil sie in ihrer unglaublichen Intelligenz, die geradezu überquillt und von fast nichts zu übertreffen ist, von sich auf die ganze Welt schließen, auf ihr Land, auf ihre Stadt, auf die Menschen, und eben genau jene, nennen wir sie "Uns geht's ja gut"-Menschen, werfen dann mit dem ausgestreckten "Mahnefinger" denen, welchen es auch gut geht, oft Politikern, die aus diesen und jenen Gründen für die Menschen sprechen, denen es jedoch nicht so gut geht - über die Politiker interessanterweise gemeinhin gern nur als "die Menschen" sprechen - strafend vor, sie seien Populisten.

Genau das rückt den Populisten in das für ihn schmeichelhafte Licht, dass er für die Menschen, denen es nicht gut geht, spricht und sich für sie einsetzt, während die, die anderen Populismus vorwerfen, davon sprechen, dass es "uns" eh gut geht, und verwechseln, dass es nur ihnen gut geht und ihrem unmittelbaren Umfeld, ihrer Welt, von der sie auf die ganze Welt schließen, von ihrer Bubble, der es auch deshalb gut geht, weil es so vielen nicht gut geht.

So verhelfen irrwitzig intelligente Menschen in der Öffentlichkeit, auch Staatenlenker gehören teils dazu - generell Exemplare eines ganz bestimmtes Typus Mensch - mit ihrer Ignoranz den Nöten der Menschen gegenüber, einer Kombination aus Unfähigkeit und Untätigkeit sugar-coated mit unglaublicher Intelligenz und Voraussicht, was sich in Formulierungen wie "uns geht's eh gut" zeigt, dem Populisten erst zur Macht und können als die Helfershelfer der Populisten angesehen werden, wenn auch wider Willen.

Somit und kurzum: Was bringt den Populisten letztlich an die Macht? Die Ignoranz der Macht, die ihm vorausgeht und den Weg bereitet, also der Mächtigen, die ähnlich der Aristokratie vor der Französischen Revolution Stück für Stück daran arbeiten, sich selbst abzuschaffen und vom Volkszorn eines Tages einen Kopf kürzer gemacht zu werden.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

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