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Höhere Intelligenz und unsichtbare Welt

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VISION
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Nur zu glauben, was man mit eigenen Augen sieht und mit eigenen Ohren hört, was man angreifen kann, ist die leichteste aller Übungen. Es ist natürlich eine legitime Möglichkeit, sein Leben zu leben, jedoch ist es auch die unintelligenteste von allen.

Denn wer nur das glaubt, nur das für möglich hält, was er - und es könnte auch eine sie sein - mit seinen eigenen Augen sieht, was er mit seinen eigenen Ohren hört, was er angreifen kann, weiß nichts über das Wesen der Entstehung von Welt, glaubt nur das, was bereits existiert, glaubt an nichts, was erst geschaffen werden kann, sondern blickt immer nur in die Vergangenheit, die er für die Gegenwart hält, da er nur auf das blickt, nur das für möglich hält, was andere bereits aus ihrem Inneren geschaffen haben.

So begreift er nicht einmal, dass der Stuhl, auf dem er sitzt und der Tisch, an dem er isst, einmal bloß eine Idee, ein Ausdruck der Kreativität des Schreiners war, ja nicht einmal, dass seine Arbeit in der Firma, in die er täglich fährt, bloß die Idee eines Unternehmensgründers ist und war, in der er angestellt arbeitet. Er arbeitet in und mit der Idee des Gründers, und hat doch keine Idee davon, dass sein Unternehmen mehr ist, als wonach es scheint.

Und auch wenn er sich mit seinem Unglauben jeglichem unsichtbaren Inneren gegenüber immer auf der sicheren Seite glaubt, sich damit für besonders schlau hält, lebt er doch sein Leben ohne höhere Intelligenz, da er Intelligenz weder sehen, hören noch angreifen kann.

Er verlebt sein Leben auch ohne Vorstellungskraft, ohne Vision, und da er auch sie weder sehen, hören noch angreifen kann, hält er ihre Existenz und ihr gelegentliches Aufblitzen für trügerisch und unerheblich, genauso wie all das, was die innere Welt bereichert und ins Außen ergießen möchte. Er lebt sein Leben ohne Kreativität, Gefühle, Liebe, die er ebenfalls nicht sehen, hören, angreifen noch spüren kann.

Er lebt ein sehr eingeschränktes Leben, dessen Einschränkungen ihm nicht bewusst sind, denn er kennt nichts anderes, hält nichts anderes für möglich, als das, was er sieht, hört und angreifen kann. Wem also höhere Intelligenz fehlt, der verweigert sich der unsichtbaren Welt.

Und so, obwohl er sich stets auf der sicheren Seite wähnt, ist ihm nur eines tragischerweise sicher: seine fehlende höhere Intelligenz, die ihm zwar, da sie ihm unbekannt ist, auch nicht fehlt, jedoch für viele andere, die er trifft, schmerzlich sofort offensichtlich ist und wenn er spricht, auch hörbar wird.


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