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Gut bezahlte schlechte Arbeit

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
FRANKFURT
MarkusBeck via Getty Images
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Wir werden von einer Wirtschaftselite regiert, die Politiker vorschiebt die Verantwortung f├╝r die Taten, das Fehlverhalten dieser Wirtschaftselite zu ├╝bernehmen, w├Ąhrenddessen jene Elite im Hintergrund blo├č in Zahlen denkt und daher in ihrer Kurzsicht darauf fokussiert ist die Kosten klein zu halten, damit die Qualit├Ąt zu senken, und die so die gro├čen Probleme von morgen schafft. Nur dass wir uns richtig verstehen - f├╝r so viele Bereiche gilt: Die Kosten im Einzelnen klein zu halten, schafft die gro├čen Probleme von morgen f├╝r die Vielen.

Weil gepr├Ągt von Sunzis Die Kunst des Krieges nun jene Wirtschaftskaste bestehend aus Betriebswirten, die zwar von Betrieben, Konzernen und deren ├ťberleben etwas verstehen - wie am besten der f├╝r sie "feindlichen Umwelt" alles abzuverlangen, herauszurei├čen ist, wie Gewinne zu privatisieren und Verluste zu verstaatlichen, wie Staaten gegeneinander auszuspielen sind, stets mit der Drohung beim Hinterfragen ihnen aufgezwungener Bedingungen in ein anderes Land, in ein Land der (noch) Willf├Ąhrigen abzuwandern - doch nichts von den Menschen versteht, von der Gesellschaft, den Zusammenh├Ąngen, also nicht systemisch denkt, sondern fraktioniert und partikul├Ąr, reduziert diese Wirtschafts(krieger)kaste, die ganze Gesellschaft mit ihren Standards, das Miteinander, auf Kennzahlen, die es, was die Kosten betrifft, aus ihrer Sicht um jeden Preis klein, gering zu halten gilt.

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Doch ├╝bersieht diese Wirtschaftskaste dabei (wohl ganz bewusst) einen wichtigen Punkt: Menschen kosten. Sie sind kostbar; und in Systemen lohnt sich vieles, was teuer ist, auf lange Sicht, und vieles, was billig ist, h├Ąlt nicht allzu lange. Weil sich nun diese Wirtschaftselite dessen bewusst ist, es aber nicht wahrhaben will, k├Ânnte man meinen, dass so viele Wirtschaftslenker um jeden Preis diesen Kostenfaktor zu eliminieren versuchen, nicht indem sie menschenw├╝rdige L├Âsungen f├╝r alle anbieten, sondern blo├č f├╝r wenige, und immer weniger, und die Kosten unter allen Bedingungen dr├╝cken, indem sie den Vielen erst die Jobs, dann die W├╝rde und das Leben nehmen.

Und weil die ganze konzertierte Malaise aufeinander abgestimmt sein will, treffen sie sich zur Besprechung und Planung allj├Ąhrlich in Davos, Alpbach und in Jackson Hole, wo sie am kollektiven "Schwarzen Loch" werkeln, in das sie die Legionen der Armen st├╝rzen, die ├ťberreste der Mittelschicht abrutschen lassen und verscharren, ein Schwarzes Loch, das sie zuvor die, die ihnen ergeben dienen, ihre Politik verteidigen, f├╝r sie schaufeln lassen, um ihnen erst am Schluss den Todessto├č per Tritt zu verpassen und sie wissen zu lassen, dass auch sie als die braven Diener ihrer mehr als verm├Âgenden Herren nicht und niemals in deren Gated Community Platz finden sollten.

Wer nun sagt, dass dieses Schwarze Loch, in das die Mehrheit der Menschen wegen jener Wirtschaftselite schlittert, zu schwarzgemalt ist, den frage ich: Was rechtfertigt die f├╝rstliche Bezahlung dieser Elite, wenn sie trotz oder gerade wegen ihrer "Kompetenz" und "guten" Ausbildung an diesem immer mehr in Schieflage geratenden Schiff, auf dem wir uns befinden, nichts ├Ąndern wollen oder k├Ânnen? Und wer nun fragt, wer, wenn nicht jene Elite sollte uns, das Erdenvolk, regieren? Den frage ich zur├╝ck: Warum sollte man jener Wirtschaftselite weiter vertrauen, weiter folgen, sie weiter machen lassen wie bisher, wenn sie doch ├╝ber die Jahre erfolgreich unter Beweis gestellt hat, im besten Fall, in der bestm├Âglichen Auslegung ihrer Motive mit der Lage v├Âllig ├╝berfordert zu sein? Denn wie sie Jahr f├╝r Jahr erneut beweist: Einen derart schlechten aber sehr gut bezahlten "Job", als Funktion├Ąr dieser globalen Elite, k├Ânnte wohl wirklich jeder machen.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

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