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Die Armeen der Armen

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POOR PEOPLE
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Die Reichen sind deshalb reich und vielmehr bleiben es auch, weil sie den Armen, den Armeen der Armen in Aussicht stellen, etwas zu geben, was sie ihnen zwar nicht beabsichtigen zu geben, doch ausgeben ihnen geben zu wollen, nämlich auch reich zu werden.

Doch eigentlich lassen die Reichen die Armeen der Armen nicht reich werden, haben es niemals eingeplant, denken nicht mal im Traum daran, sondern geben ihnen bloß die Chance dazu, lassen sie im Glauben, in der Hoffnung reich zu werden. Denn es liegt nicht im Interesse des Reichen neben sich noch wen anderen hochkommen, reich werden zu sehen, seinen Olymp besteigen zu lassen. Ist doch der Reiche nicht reich geworden, weil es zu seinen Stärken zählt zu teilen.

Ob nun Reich oder Arm, die wenigsten derer, die rechnen können oder wollen, rechnen wohl mit der stabilisierenden Kraft, die es erst ermöglicht, dass der Reiche nicht nur reich wird und ist, sondern auch reich bleibt und sein Reich ausweiten kann. Denn allein die Aussicht aufs Reichwerden verleitet den Armen blind vor Gier, wovon auch der Reiche reichlich hat, dem Reichen, der ihm vormacht, wie es geht mit seiner Vormachtstellung zu herrschen, alles, was der Reiche ihn glauben lassen will, abzukaufen, um von ihm zu lernen, wie das Herrschen geht.

So stützt der Arme seinen Herren, hält ihn mit seinen durchgestreckten Armen oben, in der Hoffnung auf diese Art selbst nach oben zu kommen, und daher schützt der Arme den Reichen, noch ärmer im Geiste als sein Herr, diesen vor jeder umstürzlerischen Gegenwehr.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

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