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Angry Young Men - Wollen wir wirklich ├╝ber den Jordan gehen?

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
ISRAEL
Christian Offenberg via Getty Images
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'Wir leben in einer gro├čen Zeit' hie├č es noch kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs, und ich habe den Eindruck, dass wir wieder in einer 'gro├čen Zeit' leben...
Nicht nur der biblische Dornbusch brannte und leitete eine neue Zeit ein, sondern wohin immer heute das Auge f├Ąllt in der Welt, da brennt es, kaum ein Land in dem die Lunte nicht entflammt, in dem es nicht brodelt, nicht die Gem├╝ter am ├ťberkochen sind.

Und ich frage mich, 'Is Israel real?'. Ja, Israel ist real und zwar f├╝r uns alle, mitsamt seiner gef├Ąhrdeten Sicherheitslage. Wir haben den Nahost-Konflikt nun weltweit.

In der westlichen Welt ging dem militanten Dschihadismus und den Hasspredigern als N├Ąhrboden eine ├╝ber Jahrzehnte missgl├╝ckte Nahost-Politik voraus und den Attentaten mit islamistischem Hintergrund eine ├╝ber Jahrzehnte missgl├╝ckte Integrationspolitik mit Negierung, Benachteiligung und Abschiebung vieler Migranten in Vorst├Ądte und f├╝r die staatliche Ordnungsmacht unbetretbare Distrikte mit Parallelgesellschaften, deren einzige Perspektive die Perspektivlosigkeit ist, an der Gesamtgesellschaft teilzunehmen, ergo die Aussicht auf weitere Aussichtslosigkeit, ohne wirkliche Chance einer M├Âglichkeit der Verbesserung ihrer Situation am Arbeitsmarkt und der Teilhabe am gemeinsamen gesellschaftlichen Leben aller im Staat.

Das Resultat ist: Die Radikalisierung und Rekrutierung gewaltbereiter Angry Young Men, zu denen sich seit kurzem auch die Angry Young Women gesellen, die sich mit der Legion der landlosen Pal├Ąstinenser, Israels B├╝rger zweiter Klasse, identifizieren und solidarisieren.

Solidarisieren k├Ânnen sie sich aufgrund des gemeinsamen Glaubens, identifizieren wegen einer ├Ąhnlichen benachteiligten und diskriminierten Situation in ihren Aufenthaltsl├Ąndern - die ihnen trotz erworbener Staatsb├╝rgerschaft nicht zur Heimat geworden sind und sich daher als diskriminierte Fremde im eigenen (Gast)Land erleben. So haben sie ├╝ber die Zeit hinweg als Kinder ihrer Eltern, die am Beginn des Tages als Gastarbeiter geholt wurden, nach flei├čigem Tagwerk nun den Status unerw├╝nscht gewordener G├Ąste am Abend erhalten.

Und wenn wir alle in Solidarit├Ąt ├╝ber den Jordan gehen, bekommen wir mit Sicherheit kalte F├╝├če und nicht nur das, wir werden auch nass. So warten noch viele von uns auf einen 'Moses', der das Wasser teilen und uns trockenen Fu├čes in eine neue und bessere Welt f├╝r uns, die wir den Frieden f├╝r alle wollen, f├╝hrt, und vergessen, dass es an jedem von uns liegt seinen Beitrag zu leisten.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

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