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Wiegt man an wärmeren Tagen mehr?

03/12/2017 14:53 CET | Aktualisiert 03/12/2017 14:53 CET
Sam-Stock via Getty Images

Man hört es immer wieder! Unzählige Gründe weshalb die Waage mehr anzeigt als man zuvor gedacht hat. Einige davon klingen plausibel und andere Gründe eher wie eine Utopie.

Doch gibt es auch ein weiteres Phänomen, das man ebenfalls wissenschaftlich erklären kann?

Ja, gibt es!

Eigentlich kennt es jeder Mensch. Wenn wir Helium- oder Heißluftballone aufsteigen sehen oder selber mal schwimmen gehen. Der Auftrieb!

Nun hebt der Mensch doch gar nicht ab, richtig? Stimmt! Der Auftrieb ist dennoch anwesend und sorgt dafür, dass die Waage grundsätzlich weniger anzeigt!

Der Auftrieb ist eine Größe, die von der Luftdichte abhängt. Diese wiederum ist abhängig von der Temperatur.

Je wärmer die Luft ist, desto geringer ist die Dichte. Je weniger Dichte, desto weniger Auftrieb und je weniger Auftrieb, desto mehr zeigt die Waage an als normalerweise.

Also: Im Sommer "wiegt" man mehr als im Winter. Jetzt habt ihr endlich einen wissenschaftlichen Grund, um die Schuld der Luft und der Physik in die Schuhe zu schieben! ... auch wenn der Unterschied gering ist :)

Der kommende Teil ist nur für Skeptiker und Nerds von Interesse:

Die Formel für die Auftriebskraft lautet: F = ρ * g * V

Dabei ist F die statische Auftriebskraft, V das Volumen des verdrängten Fluids, ρ die Dichte der Luft und g der Ortsfaktor. Nun, das Volumen des verdrängten Fluids ist letztendlich das Volumen des Menschen. Wenn man ein wenig in der Literatur und im Internet herumstöbert, findet man Annahmen, dass man die Dichte des Menschen mit dem des Wassers (1 g / cm³) erst einmal gleichsetzen kann, da der Mensch ja zum größten Teil aus Wasser besteht. Nun kann man mit dieser Größe das Volumen des Menschen berechnen. Bei einem Gewicht von 80 kg sind es 0,08 m³. Der gemittelte Ortsfaktor g beträgt 9,81 m / s² und die Dichte der Luft beträgt bei 35° C (Normaldruck) 1,1455 kg / m³ und bei -10° C (Normaldruck) 1,3413 kg / m³.

Im Sommer gilt folgender Wert:

F = ρ(35° C) * g * V = 1,1455 kg / m³ * 9,81 m / s² * 0,08 m³ = 0.8989884 N

-> Die Waage zeigt also 0,09164 kg = 91,164 g weniger an als man in Wirklichkeit wiegt (0.8989884 N : 9,81 m / s² = 0,09164 kg).

Im Winter:

F = ρ(-10° C) * g * V = 1,3413 kg / m³ * 9,81 m / s² * 0,08 m³ = 1,05265224 N

-> Die Waage zeigt also 0,107304 kg = 107,304 g weniger an als man in Wirklichkeit wiegt.

Die Differenz beträgt: 16,14 g

Ist nun nicht gerade viel, dennoch wiegt man im Sommer mehr ¯\_(ツ)_/¯

Die schreckliche Nachricht: In Wirklichkeit "wiegen" wir alle ca. 100 g mehr! Im Winter als auch im Sommer :'(

Ich hoffe, euch hat mein 1. Artikel gefallen. :)

Habt ihr Kritik, Lob, Hinweise, Verbesserungsvorschläge oder wollt mir einfach mal so eine Mail schreiben? Dann könnt ihr mich gerne unter ihsan.kaplan@tuhh.de kontaktieren.

(ik)

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