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Die westliche Welt besitzt einen Überfluss an Heuchelei

26/11/2017 17:08 CET | Aktualisiert 26/11/2017 17:09 CET
ANGELA WEISS via Getty Images

Millionen Menschen sind in der Welt auf der Flucht. Grund ist der gigantische Unterschied zwischen den Lebensverhältnissen in ihrer Heimat und denen in der westlichen Welt.

Das ist ein unechter Zwiespalt, denn die Ursachen werden hier ignoriert, die für langfristige Lösungen bekämpft werden müssten. Das würde bedeuten, die sich in einer Krise befindliche EU müsste ihre Beziehungen zu den Vereinigten Staaten korrigieren.

Die Kunst ist bereits Teil dieses Systems und wir erhalten diese Ungleichheit. Persönlich kann ein Künstler die Auswirkungen von Ungleichheit lokal mindern, indem Wohlstand mit anderen geteilt wird, also durch das Leichtigkeitsprinzip der Großzügigkeit.

Dabei soll nicht bloß Finanzielles geteilt werden, sondern auch kreativer, zeitlicher und organisatorischer Reichtum. Das Privileg der Selbstdarstellung ist zu etwas Alltäglichem geworden. Jeder stellt sich online selbst dar. Einige der Entrechteten stellen sich jedoch viel besser dar als abgeschieden lebende, zeitgenössische Künstler. Das ist beispielsweise im Hip-Hop so.

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Viele Künstler versuchen Populisten durch ihre Arbeit auf humoristische Art und Weise zu diskreditieren und bloßzustellen.

Satiriker werden zu einer Art spaßiger Zuflucht für politische Information. Allerdings ist das letztendlich eine sehr bequeme Position, die sagt: Ich habe recht und außerdem habe ich einen Sinn für Humor. Der einzige Unterschied ist der, ob ich bereit und imstande bin, wirklich etwas zu tun.

Kunst selbst ist eigentlich kein Akteur politischer Veränderung. Auch nicht für Propaganda. Kunst bewegt sich auf einem eigenständigen Terrain, wenn sie unsere Gegenwart einfängt und beleuchtet. In außerordentlichen Fälle kann sie ein Hauch kommender Zeiten sein.

Kunst sollte nicht trösten, sondern fantasievoll mit den Ängsten der Menschen spielen. Ängste sind inspirierendes Arbeitsmaterial. Aber Vorsicht vor einfachen Lösungen - Ängste sind dann eher vernichtend.

Igor Simić ist Künstler, Filmemacher und Autor aus Serbien. Er machte in der Columbia University New York in den Fächern Film Studies und Philosophie seinen Abschluss.

Seine Kurzfilme, besonders "The Thinker in the Supermarket", "Cost-Benefit-Love" und "Melancholic Drone", wurden auf internationalen Filmfestivals gezeigt. Igor hat auch zwei mobile Videospiele gestaltet; ein drittes mit Soundtrack ist für dieses Jahr geplant.

Die B3 zeigt als Weltpremiere Manus x Machina x Moralia: "Spine 2.0, ein smartes bionisches Implantat. "Im Herzen von Silicon Valley bauen wir im Custom Spines Lab die passende Prothese für jeden.

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Die B3 des bewegten Bildes war noch nie so politisch. Flucht, Vertreibung, Zukunftsangst, Ausgrenzung, Populismus - scheinen in weiten Teilen die Kunst-Welt zu beherrschen.

ON DESIRE ist das diesjährige Leitthema. Das lässt viel Spielraum für Reflektion und Positionierung zu politischen und ökonomischen Entwicklungen.

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