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Die Deutschtürken sind Erdogans willige Helfer

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Michele Tantussi via Getty Images
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64 Prozent der in Deutschland lebenden Türken, die wählen gegangen sind, haben beim Referendum mit Ja gestimmt. Sie haben Ja gesagt zur Umwandlung einer Demokratie in ein autoritäres Regime, Ja zur willkürlichen Verhaftung von zehntausenden Türken, Ja zum Verbot von Zeitungen, Ja zur Gleichschaltung der Justiz, Ja zur Einschränkung elementarer Bürgerrechte.

Man muss daraus folgern: Die Mehrheit der Deutschtürken hält nichts von Demokratie und Rechtsstaat, von Meinungsfreiheit und einer unabhängigen Justiz.

Mehr zum Thema: An alle Deutsch-Türken, die im Referendum mit Ja gestimmt haben: Ihr befleckt die Türkei mit Blut

Das passt natürlich nichts ins Bild von Gutmenschen, die immer noch von einer deutschen Multikulti-Idylle träumen. Folglich tun sie alles, um das Ja der Deutschtürken zum Sultan Erdogan zu relativieren.

Ihre Rechnung: Bei uns leben 1,5 Millionen Deutschtürken mit türkischem Pass. Die waren am Sonntag wahlberechtigt. Da aber nur 50 Prozent am Referendum teilgenommen haben, entsprechen die 64 Prozent rund 480.000 Erdogan-Anhängern - also "nur" 480.000 von 1,5 Millionen Wahlberechtigten.

Das ist eine politisch korrekte Schönrechnerei. Wenn 50 Prozent der Wahlberechtigten Deutschtürken ihre Stimme nicht abgegeben haben, obwohl so viel auf dem Spiel stand, war das auch ein Statement: Sie demonstrierten, wie gleichgültig es aus ihrer Sicht ist, ob die Türkei eine Demokratie bleibt oder in ein autoritäres Ein-Mann-Regime abgleitet.

Mit anderen Worten: 750.000 Deutschtürken ist die Demokratie egal und 480.000 haben freudig für den Demokratie-Gegner Erdogan gestimmt.

Die meisten Türken sind in Deutschland allenfals formal integriert

Dies zeigt mit erschreckender Klarheit: Die meisten Türken bei uns sind allenfalls formal integriert, leben und arbeiten hier und halten sich an die Gesetze. Sie schätzen ihre wirtschaftlichen Chancen und die Großzügigkeit unseres Sozialsystems. Doch die offene, freiheitliche Gesellschaft ist ihnen ebenso fremd wie gleichgültig.

Mehr zum Thema: "Integration gescheitert": Ärger über Erdogan-Votum der Türken in Deutschland

Viele von ihnen, die sich für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden haben, verstanden dies nicht als Bekenntnis zu den Werten des Grundgesetzes, sondern als Erleichterung ihres täglichen Lebens.

Es ist es kein Zufall, dass Sultan Erdogan gerade bei den in Deutschland lebenden Auslandstürken so viele willige Helfer und Unterstützer für sein Ermächtigungsgesetz fand. Seine "deutschen" Landsleute waren für seine Zwecke nützlicher als viele in der Türkei lebende Türken.

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Beim Erdogan-Referendum hat sich wieder einmal gezeigt, dass das Multikulti-Konzept krachend gescheitert ist - nicht am fehlenden Willen der meisten Deutschen, sondern am Unwillen der türkischen Mehrheit, sich hier nicht nur formal, sondern auch mentalitätsmäßig zu integrieren.

Auch wenn das nicht ins Bild vom angeblich neuen, bunten multikulturellen Deutschland passt: Viele unserer türkischen Mitbürger sind in ihrer Parallelgesellschaft lebende, vielfach vom deutschen Steuerzahler alimentierte Antidemokraten. Am Sonntag haben sie das selbst bezeugt - mit dem Stimmzettel ebenso wie durch Wahlenthaltung.

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Durch Einreiseverbote, Faschismus-Vorwürfe und Kritik am kommenden Referendum haben sich die diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und einigen EU-Staaten weiter verschärft.

Wie sollte Deutschland, wie die EU auf die neue Situation reagieren? Diskutiert mit und schreibt uns unter Blog@huffingtonpost.de

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