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Renten-Enten: Riskanter Wahlkampf zu Lasten der nächsten Generation

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DUCKS ROAD
Photo by Tse Hon Ning via Getty Images
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• Die Parteien umgarnen nur die größte und zuverlässigste Wählergruppe: Die Alten.
• Die Jugend bleibt mit ihren Themen Nebensache.
• Milliardenschulden zu Lasten der Jugend: Das umlagefinanzierte Rentensystem funktioniert nicht mehr.
• Die Jungen Unternehmer suchen bei „Germany´s next Bundeskanzler/in". starke Stimmen, die generationengerechte Politik einfordern.

„Die Renten sind sicher", versprach Norbert Blüm, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung a.D., mehrfach. Der Satz wird oft zitiert, weil eigentlich jeder um die Renten-Enten weiß, die seitens der Politik verbreitet werden. So erkannte Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales a.D., sehr früh: „Weniger Kinder, später in den Beruf, früher raus, länger leben, länger Rente zahlen: Wenn man das nebeneinander legt, muss man kein Mathematiker sein, da reicht Volksschule Sauerland um zu wissen: Das kann nicht gehen." Und trotzdem setzte die SPD setzte noch einen drauf und schloss erst kürzlich in ihrem Rentenkonzept eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus. Auch in der Legislaturperiode der großen Koalition sah es nicht anders aus: Die Rente mit 63 oder die Mütterrente wurden durchgesetzt - zwei Projekte, die vor allem die junge Generation Schultern muss.

Rentnerdemokratie Deutschland im Bundestagswahljahr 2017

Warum wird die demographische Entwicklung komplett ausgeklammert und Rentengeschenke auf Kosten der jungen Generation verteilt? Der Grund liegt auf der Hand: Zum ersten Mal in der Geschichte sind mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten über 50. Verschärft wird die Macht der Älteren dadurch, dass die Wahlbeteiligung der 50- bis 70-Jährigen am höchsten ist, während die Wahlbeteiligung der jungen Generation weit unter dem Durchschnitt liegt. Das vor Augen rüsten die Parteien zum Rentenwahlkampf.

Warum der Generationenvertrag nicht mehr funktionieren kann

In Deutschland haben wir ein umlagefinanziertes Rentensystem. Das bedeutet, dass es einen Generationenvertrag zwischen Alt und Jung gibt. Die Jungen, die gerade arbeiten, zahlen für die Alten. Das war bisher in Ordnung - kamen doch auf einen Empfänger ca. 3 Beitragszahler. Das ändert sich nun. Im Jahr 2030 sind es ca. 1,5 Beitragszahler auf einen Empfänger. Die Demografie schlägt voll durch. Das bedeutet, dass die zu leistenden Beiträge künftig von immer weniger Menschen aufgebracht werden müssen.

Das deutsche Rentensystem ist allerdings nicht nur umlagefinanziert, sondern es zeichnet sich neben dem gesetzlichen Teil auch durch einen privaten und einen betrieblichen Teil aus. Der private Vorsorgeteil, beispielsweise die „Riester-Rente", leidet stark unter der Zinspolitik der EZB. Das Bedeutet, dass die Anlagen kaum noch verzinst werden und sich daher weniger lohnen. Wer heute 35 Jahre alt ist und für das Alter privat vorsorgt, hat einen durchschnittlichen Sparzins von 0,5 Prozent. Wer 1980 mit dem sparen anfing, konnte noch einen Zins von 4,6 Prozent auf seine Anlagen erwarten.

Den Rentnern geht es gut!

„Der jetzigen Rentnergeneration geht es so gut wie niemals zuvor! Die Gekniffenen sind die 25- bis 35 Jährigen, die Kinder in die Welt setzen wollen." sagte der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück am 12. Juli 2009. Und es stimmt immer noch: Lediglich 3 Prozent (2015) der Bevölkerung ab 65 Jahren beziehen Grundsicherung. Im ungünstigsten Fall - schätzt das Bundeswirtschaftsministerium - wird der Anteil um 2,4 Prozentpunkte bis 2030 steigen. Trotzdem regnet es weiter Rentengeschenke auf Kosten der Jungen. Es ist an der Zeit, dass die jungen Menschen dagegen halten und sich zu Wort melden!

Die junge Generation gegen eindimensionale Politik mobilisieren

Junge Menschen müssen sich für Generationengerechtigkeit und ihre Interessen stark machen. Die Jungen Unternehmer wollen sie unterstützen und Erst- und Zeitwähler dazu bringen, ihr Wahlrecht aktiv zu nutzen. Es sind bewegte Zeiten, in denen die Stimme der Jungen besonders viel zählt. Sie muss nur erhoben werden.

Im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl initiiert unser Verband die Aktion „Germany´s next Bundeskanzler/in". Hier soll die Stimme der jungen Generation gefunden werden, die die Interessen der Erst- und Zweitwähler am besten vertritt.

Dr. Hubertus Porschen ist ehrenamtlicher Bundesvorsitzender des Wirtschaftsverbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER, Gründer und Geschäftsführer der App-Arena GmbH in Köln sowie promovierter Volkswirt. . Im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl initiiert der Verband die Kampagne "Germany´s next Bundeskanzler/in" . Hier soll die Stimme der jungen Generation gefunden werden, die die Interessen der Erst- und Zweitwähler am besten vertritt. Die Kampagne soll junge Wähler für Politik begeistern.

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