BLOG

Diese AfD ist unwählbar

21/01/2017 11:52 CET | Aktualisiert vor 4 Stunden
dpa

Die Äußerungen von Björn Höcke am Abend des 17. Januar sind ein weiterer kalkulierter Schachzug der Alternative für Deutschland, um Aufmerksamkeit zu erlangen und um Stimmen vom rechten Rand einzufangen.

Das Schema ist bekannt: Es beginnt mit einem scheinbaren Tabu-Bruch. In diesem Fall die Äußerung Höckes „wir Deutschen sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Eingebettet in den nationalkonservativen Gesamtduktus seiner Rede klingt das ungeheuerlich.

Es folgt die erwartete Empörung, die eine große öffentliche Aufmerksamkeit mit sich bringt. Dies ist der von der AfD erhoffte Effekt.

Der nächste Schritt ist dann die Veröffentlichung einer Erklärung des Gesagten, wie man es gemeint habe. Herr Höcke hat im Nachhinein auf Facebook seine Äußerungen erläutert. Dabei hat er nichts vom Gesagten zurückgenommen, sondern lediglich den Kontext verändert: Nicht das Gedenken an den Holocaust sei die Schande, sondern der Holocaust selbst. Elegant. Und perfide!

Das ist das Perfide daran:

Die Aussage wird nicht von vornherein in den Kontext eingebettet. Der Kontext, aus dem die Aussage scheinbar gerissen wurde, ist von Höcke erst im Nachhinein geschaffen worden, nachdem der gewünschte Effekt bereits eingetreten ist. Und durch den veränderten Kontext gerät er auch nicht in die Verlegenheit, sich rechtfertigen oder gar entschuldigen zu müssen.

Frei nach dem Motto: „Ich kann doch nichts dafür, wenn mich alle falsch verstehen!"

Wir haben diese Technik bei der AfD in der Vergangenheit schon oft genug beobachten können, um sicher sein zu können, dass sie Methode hat.

Ich gehe fest davon aus, dass die verfasste Erklärung bereits fertig formuliert war, bevor die Rede gehalten wurde. Es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass Mitglieder der AfD sich so verhalten. Die Distanzierung von Frau Petry wiederum soll suggerieren, dass die AfD als Ganzes nicht so tickt - doch den Worten werden keine Taten folgen. Ein Parteiausschlussverfahren wird es nicht geben.

Besonders geschmacklos ist dabei, dass Björn Höcke sich mit seiner ganzen Rede auf rechtsradikales Terrain begibt. Er kokettiert bewusst mit der Bildsprache der nationalkonservativen und Protektionisten und sammelt als Nebeneffekt die Stimmen vom rechten Rand für die AfD mit ein.

Wir, DIE JUNGEN UNTERNEHMER sehen es als unsere Verantwortung an, die Methoden dieses Mannes und dieser Partei zu entlarven. Wir lassen uns von seinen Tricks nicht täuschen und wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von der AfD. Der Flirt mit der Rechtsradikalität ist ein absoluter Deal-Breaker für uns und macht die AfD unwählbar. Einer Partei, die so antritt, muss man öffentlich entgegentreten."

Dr. Hubertus Porschen ist ehrenamtlicher Bundesvorsitzender des Wirtschaftsverbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER Gründer und Geschäftsführer der App-Arena GmbH in Köln sowie promovierter Volkswirt. Hubertus Porschen studierte BWL in Marburg und promovierte hier auch in VWL zum Thema „Der akademische Unternehmer". Während des Studiums arbeitete er bereits in mehreren Start-ups, die er teils mitgegründet hat. http://www.hubertusporschen.com

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft