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Bericht aus Bayern München und New York

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NEW YORK
iStock
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Was macht der Münchner, wenn die Urlauber aus dem Norden die bayerischen Straßen fluten? Und wenn die noble Maximilianstrasse mit Burka gekleideten Familien überfüllt ist, sehr zur Freude der Geschäftsinhaber, welche die kauffreudigen Kunden schätzen. Wenn die Stadt dann überquillt von Fremden, dann ist für den Münchner der Zeitpunkt gekommen, die Stadt zu verlassen.

Der Verfasser dieser Zeilen fuhr wieder nach New York. Da New York so riesig ist, will ich mindestens 10 Tage bleiben. Am liebsten wohne ich 5 Tage im Norden Richtung Central Park und 5 Tage im Süden Nähe Financial District. Dann hat man die Möglichkeit, auch zu Fuß möglichst viele Stadtteile zu erkunden. Einmal hatte ich die verrückte Idee, den Broadway von Süd nach Nord zu laufen. Nach 5 Stunden musste ich kapitulieren, ich hatte gerade mal das Kolumbus Denkmal erreicht.

New York ist doppelt so teuer wie München. Zahle ich in München in meinem Stammlokal der 'Schumanns Bar' 7,- Euro für das Glas Wein sind es in New York genau das Doppelte - beim Essen ist es ähnlich. Ebenso beim Wohnen: Eine 100 qm große Wohnung im neuen Leonard Gebäude in Tribeca, 56 Leonard Street von Herzog und de Meuron geplant, kostet 8.000,- Euro Miete, der Kaufpreis liegt bei 3.1 Mio. Dollar.

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Mein erster Tag in New York gehört wie immer den Museen: als erstes das MET im Central Park, dann das neue Whitney Museum am Hudson River mit phantastischen Ausblicken und wenn noch Zeit bleibt das Guggenheim und das MOMA. Am zweiten Tag fahre ich gezwungener Maßen ins Winwood Outlet Center nach New Jersey, denn mein Koffer ist leer und ich freue mich, ihn mit Polo, Coach, Gant und True Religion zu befüllen. Dieses Outlet Center ist eine Kleinstadt für sich und die Fahrt dorthin durch die Wälder New Jerseys ist ein Erlebnis.

Am nächsten Tag fahre ich umsonst mit der Fähre nach Staten Island, um die Skyline der Stadt zu fotografieren. 30 Dollar kostet das Ticket nach Rockaway Beach in Queens am Rande von Long Island mit Kilometer langen Sandstränden und herrlichen großen Wellen. Die Insel Sandy Hocks wird gerne von gleichgeschlechtlichen Paaren und freizügigen FKK Freunden besucht und fährt auch vom Pier 11.

Wenn ich nicht mehr laufen will, weil mir die Füße weh tun, nehme ich ein 2 Tages Ticket mit dem offenen Bus und werde bequem durch alle Stadtteile chauffiert. Von oben sind die schönen Skyscraper gut zu fotografieren und werden fachkundig erklärt. Ich kann immer wieder aussteigen und auch im legendären Waldorf Astoria Hotel Tee trinken und den Klängen des Klavierspiels lauschen oder aber im Palmengarten des berühmten Plaza Hotel einen Drink nehmen. Oder aber ich nehme mir ein Fahrrad und radle den Hudson River entlang und bewundere die Skyline des Financial Districts. Ein Stop am Pier A ist ein Muss, hier gibt's Bier, Austern und frischen Fisch. Wer stundenlanges Warten in Kauf nimmt, kann hier zur Freiheitsstatue übersetzen.

Ein Pflichtbesuch ist auch die Fahrt auf den neuen One World Trade Tower, der die Twin Tower ersetzt, die im September 2001 zerstört wurden. Ein Glas Wein an der Bar des 541 Meter Tower zu trinken, ist einfach überwältigend und ein nicht alltäglicher Genuss.

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Von den vielen Stadtteilen New Yorks gefällt mir 'Little Italy' und 'China Town' am Besten. Hier gibt es italienische und chinesische Esskultur vom Feinsten. Das Golden Unicorn und das Café Napoli kann ich empfehlen, man fühlt sich wie in Italien oder China. Enttäuscht war ich von dem in vielen Reiseführern beschriebenen Katz Delikatessen an der Houston Street: Scheußliche Essiggurken und pfundweise geschmackloses Fleisch, für mich nie wieder!

In Harlem besuche ich am Mittwoch gerne den Abend junger Show Talente im Apollo Theater, das 1913 eröffnet wurde. Hier erlebt man pure Lebensfreude, Zuschauer und Vortragende ergänzen sich in spontaner Freude oder Missbilligung. Die Musik und Gesangsbeiträge sind meist fabelhaft. Der Besuch eines der zahlreichen Musicals ist Pflicht, beim Ticketmaster am Times Square gibt es am selben Tag die übrig gebliebenen Tickets zum günstigen Preis.

Für heute sage ich wieder Servus aus München, und freue mich schon wieder auf die Weißwurst und den Leberkäs im Franziskaner - natürlich mit hausgemachtem süßen Senf. Und hoffentlich bald wieder unter Münchnern! Gäste zu haben, ist ja schön und ehrt uns, aber wenn sie zu lange bleiben, nerven sie doch.

Dr. Horst Engler-Hamm

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