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Gekommen, um zu bleiben: Die InfluencerCon startet in Köln

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INFLUENCERCON
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Influencer? Was in manchen Ohren wie ein Grippevirus (ital. „influenza") klingt, verbreitet sich tatsächlich wie eine ansteckende Welle: Influencer Marketing hat die Marketingverantwortlichen vollends erfasst, aber längst auch die Werbe- und Kreativwirtschaft angesteckt.

Von einer „Geheimwaffe" ist die Rede, vom „aufstrebenden Underdog". „Hype oder Heilsbringer?" fragte unlängst die Internet World. Wer an einen vorübergehenden Hype glaubt, der könnte sich täuschen.

In der Kölner Lanxess Arena findet am 27. Oktober die erste Influencer Marketing Konferenz statt, die sich die Vernetzung von Experten und Marktteilnehmern auf die Fahnen geschrieben hat: die InfluencerCon. Die Branche professionalisiert sich. Sie ist gekommen, um zu bleiben.

Das hat einen einfachen Grund:

Influencer Marketing wirkt.

Mittlerweile hat das Tool neuesten Studien zufolge den Return of Invest von Display Advertising um das Elffache ĂĽberholt. Influencer Marketing wird zunehmend integraler Bestandteil jedweder B2C- oder B2B-Marketingstrategie.

Zwar haben Unternehmen schon seit jeher Meinungsmacher und Multiplikatoren als Markenbotschafter für ihre Produkte zu nutzen gewusst. Aber erst die neuen digitalen Kanäle wie Blogs, YouTube und Facebook, Instagram und Snapchat haben die Demokratisierung des Influencertums massiv vorangetrieben.

Blogger und YouTuber aus der Mitte der Gesellschaft kommen beispielsweise leicht auf einige tausend oder gar hunderttausend Leser oder Follower. Wie etwa Nihan Gülayar. Mit 650.000 Abonnenten ist sie Deutschlands erfolgreichste türkischstämmige YouTuberin.

Influencer wie Gülayar versprechen Reichweite. Sie kommunizieren ehrlich und auf Augenhöhe mit ihrer Zielgruppe. Das macht sie im Social Web so glaubwürdig und wertvoll für Marken.

„Echte Menschen. Echte Fakten. Echte Inhalte"

Doch wie findet man die passenden Influencer? Wie gestalte ich als Marken- oder Kommunikationsverantwortlicher die Zusammenarbeit? Worauf muss ich achten hinsichtlich Zielgruppe, Reichweite, Inhalten, Kanälen und Frequenz der Posts? Was versprechen sich die Influencer von der Kooperation? Wie ist die Rechtslage? Und schließlich: Welche Budgets muss ich einplanen? Routinefragen, die noch lange nicht Routine geworden sind.

Manche Marktbeobachter stellen schon fest, dass Influencer Marketing in die falsche Richtung geht, was zum Teil an den Influencern, zum Teil an den Unternehmen liegt, die diese Entwicklung zulassen. Hier will die InfluencerCon 2016 ansetzen und Unternehmen, Agenturen sowie Branchenexperten und Influencer miteinander vernetzen: mit Diskussions-Panels, die die Rahmenbedingungen und Einsatzmöglichkeiten von Influencer Marketing beleuchten; mit knapp 40 Top-Speakern, die Geschäftsmodelle, Vermarktungsstrategien, Trends und Praxisbeispiele vorstellen; und natürlich mit namhaften Influencern, denn um die geht es ja.

„Echte Menschen. Echte Fakten. Echte Inhalte", versprechen Stefan Doktorowski und Benjamin von Martens, Geschäftsführer der Berliner Agentur für Influencer Marketing .martensgarten. Die beiden haben die InfluencerCon 2016 als Co-Veranstalter im Zusammenhang mit der StartupCon aus der Taufe gehoben. „Wir wollen uns mit Inhalten beschäftigen, Transparenz fördern und den Markt fordern", sagt Benjamin von Martens. Und dieser Markt gewinnt an Fahrt.

Daher sollte er auch an Struktur gewinnen, meinen die beiden Agenturinhaber. Der Professionalisierungsdruck wächst. Stefan Doktorowski freut sich daher über 360 Minuten geballtes Know-how rund um Influencer Marketing und ein, wie er sagt, „herausragendes branchenspezifisches Angebot an Referenten, die auch für den B2B-Bereich relevant sind."

Viele Stars der noch jungen Marketingdisziplin sind darunter, zum Beispiel Refinery29, einer der erfolgreichsten US-Publisher auf dem Gebiet, der auch ein eigenes Influencer Netzwerk betreut. Oder das Team von Styleranking um Geschäftsführer Roland Schweins, der zum Auftakt „5 Thesen zur Zukunft der Modeblogosphäre und des Influencer Marketings" vorstellt.

Bei dem Panel mit dabei ist auch YouTuberin Nihan Gülayar und Sebastian Warschow, bei der Agentur Häberlein & Mauerer Experte für Fashion und Luxury. Stolz sind die Veranstalter auch auf Michael Brycz, der erfolgreich Social Media und YouTube Künstler vermarktet und Einsichten aus der Entertainment-Industrie bietet. Melanie Gömmel betreut die Social Media Accounts des WWF Deutschland und berichtet aus Sicht einer NGO über Influencer Marketing.

Ein Urgestein der deutschen Bloggerszene und gleichzeitig eine Wanderin zwischen Bloggern und Marken ist Tanja Trutschnig, die mit ihrer Agentur Blogger Bazaar schon seit 2013 im Bereich Digital Branding und Branded Content mitmischt.

Zeit das Potenzial der Influencer auszuschöpfen

Um in Stimmung zu kommen, richtet der Partner Dorint Hotels & Resorts am Vorabend bereits ein „Speakers Dinner" aus. Der Startschuss fällt dann am 27. Oktober um 10 Uhr. Die Veranstalter rechnen mit rund 150 Fachbesuchern. Tickets sind auf der Website des Events unter influencercon.de erhältlich.

Damit die Konferenz auch nachhaltig wirkt, soll die InfluencerCon als jährliches Event in der Medienstadt Köln etabliert werden. Ob dies gelingt, hängt auch vom Erfolg der Premiere ab. Klar ist aber jetzt schon: Die Branche braucht Wissenstransfer und Struktur, will sie das Potenzial der Influencer für Marken voll ausschöpfen.

Influencer Marketing ist vielleicht noch kein Heilsbringer, aber auch längst kein Hype mehr. Die Influencer haben an Einfluss gewonnen. Er muss nur noch gestaltet werden.

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