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Die FDP macht sich überflüssig - die AfD ist für liberal-konservative Wähler eine echte Alternative

18/02/2014 11:27 CET | Aktualisiert 20/04/2014 11:12 CEST

Bei der aktuellen Sonntagsfrage zur Bundestagswahl liegt die FDP bei 4 Prozent, bei der Sonntagsfrage zur Europawahl nur noch bei 3 Prozent. Sie hat also Schwierigkeiten, selbst die niedrigere 3-Prozent-Hürde bei der Europawahl zu überspringen. Das sind die Ergebnisse des neuesten INSA-Meinungstrends. Und trotz des nicht gerade fulminanten Starts der Großen Koalition, fragt man sich: Wer vermisst eigentlich die FDP?

Personell ausgebrannt und inhaltlich entkernt, erkennt man die Liberalen nicht wieder. Sie waren länger an der Bundesregierung beteiligt als jede andere Partei. Sie haben die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland maßgeblich geprägt. Und heute?

Wofür steht die neue FDP? Was vertritt sie, was andere nicht auch vertreten? Wer braucht sie noch? Das wird insbesondere im Blick auf die Europawahl deutlich. Diese Wahl passt für die FDP inhaltlich und zeitlich nicht. Sie hat inhaltlich nichts Eigenständiges einzubringen und der Mai-Termin kommt für sie zu früh. Für die liberalen Landtagswahlkämpfer bedeutet die Europawahl Gegenwind.

2014 entscheidet darüber, welche der kleineren Parteien - FDP oder Alternative für Deutschland (AfD) - sich im bürgerlichen Lager durchsetzt. Trotz - in neuen Parteien nicht unüblichen Anlaufschwierigkeiten durch Querulanten, die Neugründungen anziehen - entwickelt sich die liberal-konservative AfD ganz offensichtlich erfolgreich. Immer mehr liberal-konservative Wähler sehen sie als echte Alternative. Übrigens: Mit den grundsätzlich FDP-affinen Wählern, die bei der letzten Bundestagswahl aber für die AfD gestimmt haben, hätte die FDP den Sprung über die 5-Prozent-Hürde geschafft.

Die Führung der AfD hat einen klaren Trennungsstrich gegenüber Rechtsaußen gezogen und sich mit ihrer Linie auch in den Landesverbänden durchgesetzt. Die letzten INSA-Meinungstrends sehen die AfD bei Bundestagswahlen stabil bei 5 Prozent - bei der Europawahl darf die Partei sogar mit 8 Prozent Zustimmung rechnen. Auch für die Landtagswahlen dieses Jahres darf sich die AfD mehr Hoffnungen machen als die FDP.

Für beide Parteien - AfD und FDP - sind sowohl die Europawahl als auch die Landtagswahlen „kleine Bundestagswahlen". Ihr Abschneiden bei diesen Wahlen ist entscheidend für ihre Ausgangsposition zur Bundestagswahl 2017. Es ist unwahrscheinlich, dass beide Parteien den Sprung in den Bundestag schaffen - zu ähnlich sind ihre Wählergruppen. Im Moment liegt die AfD eindeutig vorn, aber noch ist auch sie nicht am Ziel.