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Trump und der kleine Diktator

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
KIM JONG UN
Lucas Jackson / Reuters
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Nun ist Trump 100 Tage im Amt. Einen gewissen Tatendrang kann man ihm nicht absprechen. Au├čen- wie innenpolitisch hat er viel versucht. W├Ąhrend sein Aktionismus innenpolitisch durch ein funktionierendes Rechtssystem als Korrektiv zu Teilen gebremst werden kann, fehlt diese Instanz au├čenpolitisch. Die milit├Ąrische ├ťbermacht der USA ist derart gro├č, dass Trump fast nach Belieben schalten und walten kann.

Allein die Attacke auf den St├╝tzpunkt der syrischen Luftwaffe zeigt auf, dass die einzigen Grenzen in der Au├čenpolitik selbstbestimmt sein werden. Russland zeigte sich zwar emp├Ârt. Doch Konsequenzen waren nie zu erwarten. Putin wei├č sehr wohl um die Unterlegenheit gegen├╝ber der USA. Ich kann mir vorstellen, dass Trump seine Art von amerikanischer St├Ąrke demonstrieren will. Erst gegen├╝ber Russland, jetzt geht er auf Konfrontationskurs mit Nordkorea.

Obama ignorierte die Drohungen Nordkoreas - Trump nimmt sie ernst

Gerade das k├Ânnte gef├Ąhrlich werden. Denn weder Trump noch Kim Jong-Un vermag man einzusch├Ątzen. Die Art der Trump'schen Machtdemonstration kann funktionieren. Das allerdings nur bei einem Gegen├╝ber, das in der Lage ist rational zu denken. Provokationen in Richtung des Klassenfeindes USA geh├Âren in Nordkorea zum guten Ton.

Regelm├Ą├čig wurden die schlimmsten Drohungen ausgesprochen. So regelm├Ą├čig diese Drohungen ausgesprochen wurden, so regelm├Ą├čig wurden sie seitens Obama weitgehend ignoriert. Aller h├Âchstens die Versch├Ąrfung der Sanktionen wurde angedroht. Aber das auch nur der Form halber.

Jetzt sitzt jemand im Oval Office, der, so scheint es mir, diese leeren Androhungen nicht so recht einordnen kann. Er behandelt Nordkorea wie alle anderen ÔÇ×Gegenspieler" und nimmt die Worte des nordkoreanischen Diktators viel zu ernst. Er verf├Ąhrt mit ihm so, wie er das auch mit Putin gemacht hat. Trump will zeigen, dass er nicht nur redet, sondern auch nicht z├Âgern wird zu handeln. Ich wei├č nicht, ob er die Situation richtig einsch├Ątzt und vor allem, wie weit es Trump kommen lassen w├╝rde.

Kim Jong-un zu untersch├Ątzen, ist ein Fehler

Im vollkommen isolierten Nordkorea ticken die Uhren anders. Eine Floskel, ja. Aber eine richtige Floskel. Die Art Politik zu machen, die Art mit Problemen umzugehen, alles anders. Wie Kim Jong-Un auf diese Demonstration der Macht reagiert, ist v├Âllig offen. Es gibt zwar regelm├Ą├čig gemeinsame Man├Âver der amerikanischen und es s├╝dkoreanischen Milit├Ąrs. Doch das eben regelm├Ą├čig. In Nordkorea hatte man sich darauf eingestellt.

Wie man in Nordkorea nun auf dieses ÔÇ×au├čerplanm├Ą├čige" Man├Âver reagiert, bleibt abzuwarten. Gerade auch weil es ebenfalls kaum abzusch├Ątzen ist, wie weit Trump gehen wird. Wie gut er den kleinen Diktator wirklich einsch├Ątzen kann. Eines darf man trotz aller L├Ącherlichkeit nicht tun: Kim Jong-Un untersch├Ątzen. Seine Armee ist veraltet, aber dennoch m├Ąchtig. Er hat die Macht abermillionen von Menschen umzubringen. Deswegen hoffe ich, dass Trump im Eifer sein neues Amerika zu pr├Ąsentieren, nicht den Wahnsinn des Un und seiner Milit├Ąrs untersch├Ątzt.

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