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Während wir uns über rechte Spinner aufregen, droht 23 Millionen Menschen in Afrika ein qualvoller Tod

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AFRICA HUNGER
Anadolu Agency via Getty Images
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Seit vielen Wochen plage ich mich mit der Frage, was die richtigen Worte sind. Aber ich muss dazu etwas schreiben, auch auf die Gefahr hin der Sache nicht gerecht zu werden. Um ehrlich zu sein, es ist ein zentrales Thema meiner Gedanken. Doch nun drängt die Zeit.

Wir leben im Wohlstand und beklagen uns ständig. Wir haben zu wenig, der Andere hat mehr. Wir haben ein so hartes Leben, müssen so viel arbeiten und nehmen ständig zu.

Die Welt zerbricht, der Staat zu ungerecht. Ach, wann überstehen wir die Krise, wann geht es endlich bergauf?

Den Meisten von uns geht es gut

Dabei vergessen wir eine Sache: Eigentlich geht es den Meisten von uns ziemlich gut. Wir haben alles, vielleicht zu viel. Kleidung, so viel zu Essen, dass wir Sport treiben müssen, um nicht zuzunehmen, ein warmes Heim.

Wir haben so viel und wahrlich genug, um glücklich zu sein. Unser Unglück kann nicht auf materiellem Missstand basieren. Aber in der Unendlichkeit der Dinge, die wir nicht haben, verliert sich diese Gewissheit.

Mehr zum Thema: Kaum beachtet versinkt Nigeria in einer beispiellosen Hungerkrise - das ist die erschütternde Realität

Warum sage ich das in dieser Art? Weil es uns bewusst werden muss. Wenn wir verstehen, wie viel Glück wir haben, erst dann können wir das Unglück anderer ansatzweise verstehen.

Dieses Unglück ist groß. In Ostafrika und dem Jemen sind momentan mehr als 23 Millionen vom Hungertod bedroht. Dem Hungertod! Für uns ein Begriff, der abstrakter nicht sein könnte. Die Hälfte davon sind Kinder.

Ein langsamer, qualvoller, unnötiger Tod

Wir lesen in den Nachrichten über vieles. Debatten über die Leitkultur, den französischen Wahlkampf, Erdogans Kampf gegen die Demokratie und alles übertönt die dringenste Nachricht.

Millionen Menschen werden sterben, einen qualvollen, langsamen und unnötigen Tod.

Woran das liegt und wer die Schuld hat, ist zunächst uninteressant. Ausschließlich notwendig ist der Fakt: Wir können unseren Beitrag dazu leisten, die Hungerkrise zu verkleinern. Wir können helfen, als Humanist muss man helfen. Nur darum geht es gerade.

Mehr zum Thema: Hungersnot im Jemen: Laut Unicef fast 500.000 Kinder in Lebensgefahr - jeder von uns kann helfen

Wir können nicht um die Toten von Kriegen und großen Unglücken trauern, während wir die Lebenden in einem vergleichbar großem Unglück mit Missachtung strafen. Das macht uns und unsere Gesellschaft in höchstem Maße unglaubwürdig. Die Hilfe darf nicht länger warten.

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Möglichkeiten wirklich zu helfen, gibt es genug. Zu nennen wäre die „Aktion Deutschland hilft" und die Organisation "Hilfe zur Selbsthilfe" (Help), die im Sudan unter anderem Lebensmittel verteilt und Brunnen baut. Sicherlich können wir die Krise als Einzelner nicht lösen, auch mit unserer Hilfe bleibt sie bestehen.

Aber wir können zumindest helfen, einigen Menschen das Überleben zu sichern. Wir werden niemals sehen, an wen unser Geld geht. Aber wir haben die Macht Leben zu retten, ganz konkret. Jedes einzelne Leben birgt ein ganzes Universum, jedes einzelne Leben zählt.

Aus diesem Grund ist auch jede noch so kleine Spende unendlich wertvoll. Das müssen wir uns bewusst machen. Wir können Leben retten. Eine große und wunderschöne Macht, die wir innehaben. Deswegen: Bitte lasst uns davon Gebrauch machen und helfen.

(jz)

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