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Sie sind kein Gamer? In 5 Jahren sind Sie einer - versprochen!

03/09/2015 11:14 CEST | Aktualisiert 03/09/2016 11:12 CEST
Sascha Schuermann via Getty Images

Wenn sie zu der Hälfte der Deutschen gehören, die bis heute überhaupt keine Spiele spielen, dann machen Sie sich dafür bereit, dass sich dieser Umstand spätestens innerhalb der nächsten 5 Jahre ändern wird.

Etwa 55% der Deutschen spielen heute bewusst Videospiele auf verschiedensten Plattformen. Bewusst insofern, als Spielelemente auch unbewusst in immer mehr Bereichen Anwendung finden, die eigentlich bis vor kurzem nichts mit diesem Thema zu tun hatten. Games dringen dadurch aus verschiedenen Richtungen stetig weiter in die Gesellschaft und vor allem in den Alltag vor. Somit entdecken immer mehr Menschen dieses vermeintlich neue Medium zunehmend für sich.

Massenmarkt

Die Gamesbranche ist längst Massenmarkt. Inzwischen gibt es nicht mehr DEN Gamer an sich. Es gibt viele verschiedene Arten von Spielern, die alle vollkommen unterschiedliche Spielgewohnheiten und -Vorlieben haben. Ebenso stammen sie aus sämtlichen Gesellschaftsschichten, sind nicht mehr nur überwiegend männlich (ca. 48% aller Gamer sind Frauen (http://bit.ly/1EYo48H)) und auch nicht mehr bloß Kinder oder Jugendliche (Abb.1 Verteilung der Videogamer in Deutschland nach Alter). So gaben zum Beispiel im Jahr 2014 8 Mio. Personen in Deutschland der Altersgruppe 50+ an Computerspiele zu spielen (Abb.2 Anzahl der Computerspieler in verschiedenen Altersgruppen).

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Abb.1 Verteilung der Videogamer in Deutschland nach Alter

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Abb.2 Anzahl der Computerspieler in verschiedenen Altersgruppen

So wie es sich mit dem Wandel der Zielgruppen verhält, verhält es sich auch mit den Geräten, auf denen heute vorrangig gespielt wird. Eines der wichtigsten Medien diesbezüglich ist das Smartphone, mit dessen Hilfe die Menschen heutzutage beinahe alles organisieren und sich informieren, aber auch spielen. Zum einen spielen heutzutage nur noch 15% aller Smartphone User NICHT auf ihrem Handy, zum anderen stehen Spiele auf Platz 3 der Prioritätenskala der Apps und bilden zeitgleich die beliebteste Kategorie im Appstore (Abb.3 Top-20-Kategorien im App Store).

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Abb.3 Top-20-Kategorien im App Store

Shooter, Jump 'n' Run und Casualgames

Zudem muss beachtet werden, dass heutzutage Spiele unlängst nicht mehr der bloßen Unterhaltung dienen. Neben all den Standartgenres wie Shooter, Jump 'n' Run und Casualgames á la Candycrush gibt es eine Vielzahl von Videospielen, die einen (fast) ganz anderen Zweck haben. Diese nennen sich unter anderem Exergames und Educational games.

Der Begriff Exergames meint Spiele die körperliche Bewegung fördern und oft Sportarten bzw. sportliche Übungen imitieren. Wii Sports oder Dance Dance Revolution sind hierfür die bekanntesten Beispiele. Diese Art der Spiele stellt für ihre User eine motivierendere, Feedback gekoppelte Art des Trainings da und ermöglicht es Rausgehmuffeln auch daheim vor dem Fernsehgerät zu trainieren. Anwendungen im Stile von Wii Sports finden aber auch gerade im medizinischen Bereich immer mehr Anhänger. Nicht nur in der m&i-Klink werden sie zur Unterstützung der Physiotherapien eingesetzt.

"[...] die Senioren setzen beim Spielen ihren ganzen Körper ein und [werden] dadurch nicht nur geistig, sondern auch körperlich gefordert. 'Die Feinmotorik, die Koordination und das Gleichgewicht verbessern sich, Bewegungsmuster und -abläufe werden wiederhergestellt und bereiten sie besser auf den Alltag vor', so [Chefarzt Dr. Tilman] Kiene." (http://bit.ly/1KPiKGL)

Play to recover

Eine Physiotherapie kann aber noch stärker mit Spielen unterstützt werden. Das Spiel Play to recover wurde entwickelt, um es Physiotherapeuten zu ermöglichen, auf den Patienten zugeschnittene Übungen zu erstellen, die dieser dann mithilfe einer Konsole daheim alleine vor dem Fernseher machen kann. Die Ergebnisse der Übungen und ihre tägliche Ausführung kann der Physiotherapeut jederzeit überprüfen, da er die Ergebnisse jeder Session übermittelt bekommt.

So ist es möglich die regelmäßige Anwendung der vorgeschriebenen Übungen zu überwachen und somit einen stetigen Fortschritt in der Heilung zu ermöglichen. Zudem erlaubt es den Therapeuten sich besser auf die nächsten persönlichen Übungsstunden vorzubereiten, die Probleme der einzelnen Patienten mit bestimmten Bewegungen deutlich und schneller zu erkennen und dann entsprechend auf sie ein zu gehen. (http://bit.ly/1K6S8GJ)

Drag-and-drop Game

Auch bei der Erklärung wissenschaftlicher Hintergründe von Krankheiten für Patienten können Games helfen: Auf der Seite Aktiv mit MS (http://www.aktiv-mit-ms.de/) können Erkrankte, Angehörige und Interessierte in einem kleinen und simplen drag-and-drop Game lernen, was Multiple Sklerose (MS) ist und im Bereich Kognitives Training "wissenschaftlich basierte Übungen machen, um [ihr] Denkvermögen effektiv zu trainieren." (Abb. 4 Aktiv mit MS: Kognitives Training)

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Abb. 4 Aktiv mit MS: Kognitives Training

Educational Games widerum sind Spiele, die dem Zweck des Lehrens dienen. Gerade für Kinder in der Grundschule gab es bereits früh eine Vielzahl an Vertretern (z.B. Addy Junior) dieses Genres. Auch immer mehr Firmen greifen für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter auf das Medium Game zurück oder lassen stark gamifizierte Trainingsprogramme erstellen.

Edutainment Games

Neben den Educational Games gibt es auch noch die Edutainment Games, die zwar ebenso reale Informationen vermitteln und den Spielern etwas beibringen sollen, aber den Fokus dennoch deutlich auf den Spielspaß gelegt haben und die Informationsvermittlung eher nebensächlich geschieht.

Im Spiel Mystery of Neuschwanstein (Abb.5 Mystery of Neuschwanstein) kann man zum Beispiel das Rätsel um den Tod König Ludwigs II lösen. Auch wenn es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, so arbeitet diese (zum Großteil) mit realen Informationen und entwickelt daraus ihre eigene Story.

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Abb.5 Mystery of Neuschwanstein

Stärkere Kundenbindung

Abgesehen von den Spielen, die gezielt einem anderen Zweck dienen, gibt es aber eine Vielzahl von Anwendungen, die erst auf den zweiten Blick erkennen lassen, dass Gamemechaniken eingesetzt wurden um z.B. eine stärkere Kundenbindung oder eine effizientere Vermittlung von Informationen zu ermöglichen. Das Sprachlern-Portal duoLingo verwendet zum Beispiel Gametypische Elemente, wie Lebensanzeigen, Punkte, Badges, Bonus-Fähigkeiten, Quests und Belohnungen.

Sich dem Medium Game komplett zu entziehen wird also bald unmöglich. Wenn Sie sogar selbst im privaten Bereich keine Videospiele (und nicht einmal Brett- oder Kartenspiele) spielen, so werden Sie früher oder später im Berufsleben, in einer Physiotherapie (wir wünschen Ihnen aber natürlich, dass Sie keine benötigen) oder in der App Ihrer Bank oder Versicherung davon profitieren.

Spätestens wenn Sie Kinder haben, steht Ihnen die eine oder andere Stunde vor einem gemeinsamen Spiel bevor. Und das ist gut so.

Hendrik Lesser wird als Table Captain bei Bits & Pretzels mit dabei sein!

Um das Startup-Ökosystem zu stärken haben die Bits & Pretzels Veranstalter das Table Captain-Prinzip ins Leben gerufen. An jedem Tisch im Schottenhamel Festzelt wird ein Gast mit besonderer Expertise (CEO, CTO, Investor, Professor, Chief-Editor, etc.), ein sogenannter Table Captain, sitzen. So haben alle Teilnehmer die Möglichkeit in einer angenehmen Networking-Atmosphäre in Konversation mit Experten zu treten und ihr Wissen auf ein anderes Level zu bringen.

Insgesamt werden 300 Table Captains bei Bits & Pretzels mit dabei sein!

  • LeserInnen der Huffington Post bekommen mit dem Zugangscode (BP_HuffingtonPost) auf Bits & Pretzels Tickets einen extra Discount von 10%.
  • Das Gründerfestival „Bits & Pretzels", eines der größten Gründerevents in Europa (www.bitsandpretzels.com), findet vom 27. bis 29. September statt. Über 3.600 Gründer, Investoren und Innovatoren aus aller Welt - vor allem auch aus den Tech-Hochburgen Silicon Valley, London, Tel Aviv, Berlin und natürlich aus München werden erwartet. Als Highlight werden am dritten Tag (29. September) alle 3600 Teilnehmer das Networking im Schottenhamel Festzelt auf dem Oktoberfest ausklingen lassen. Das ist eine Weltpremiere in der 205-jährigen Historie des Oktoberfests.
  • Speaker bei Bits & Pretzels: Unter anderem mit dabei sind die Größen der erfolgreichen digitalen Unternehmen wie Phil Libin (CEO Evernote), Mikkel Svane (Co-Founder & CEO Zendesk), Florian Leibert (Co- Founder & CEO Mesosphere), Pieter van der Does (Co-Founder & CEO Adyen), Florian Gschwandtner (Co-Founder & CEO Runtastic) und Niklas Oestberg (Delivery Hero). Weitere Speaker auf http://www.bitsandpretzels.com/speaker/.

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