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Was treibt uns an? Was macht Sie erfolgreich?

23/02/2017 17:11 CET | Aktualisiert 23/02/2017 17:11 CET

Erfolg, Karriere, Familie oder Erotik? Was ist Ihnen wirklich wichtig? Was macht Sie glücklich? Das Reiss-Profil zeigt, dass 16 Bedürfnisse und Werte unser Leben bestimmen. Dabei sind wir einzigartig: Wie einen individuellen Fingerabdruck hat jeder Mensch ein unverwechselbares „Motivprofil", eine individuelle Architektur seiner Persönlichkeit.

Was bei Spitzenclubs der Deutschen Fussball-Bundesliga oder im Mental Coaching der deutschen Weltmeistermannschaft 2006 im Handball zur Anwendung kam, gilt auch für die erfolgreiche Gestaltung der eigenen Karriere. Das menschliche Verhalten lässt sich nicht auf zwei oder drei motivationale Grundaspekte zurückführen.

Steven Reiss, der Verhaltenspsychologe und Professor für Psychologie und Psychiatrie an der Ohio State University, USA, befasst sich seit Mitte der 90er Jahre mit dem Thema der Motivation.

Auf der Basis von mehreren Untersuchungen hat er faktorenanalytisch 16 klar voneinander unterscheidbare Grund- bzw. Leitmotive entwickelt, welche die individuelle Antriebs- und Motivationsstruktur eines Menschen und seine Leistungsbereitschaft zeigt:

Macht (Einfluss, Erfolg, Führung, Leistung)

Beziehungen (Freundschaft, Geselligkeit)

Unabhängigkeit (Freiheit, Autarkie)

Familie (Familienleben, Kinder)

Neugier (Wissen, Wahrheit)

Status („Standing", Luxus, Image)

Anerkennung (Zugehörigkeit, Selbstwert)

Rache (Aggression, Konkurrenz, Kampf)

Ordnung (Stabilität, Organisation)

Eros (Genuss, Schönheit, Lust, Sexualität)

Sparen (Eigentum, „Sammeln")

Ernährung (Essen, Nahrung)

Ehre (Loyalität, Moral)

Körperliche Aktivität (Fitness, Bewegung)

Idealismus (soziale Gerechtigkeit, Fairness)

Ruhe (Stabilität, Sicherheit, Entspannung)

In den Motiven kommen die Werte eines Menschen zum Ausdruck. Diese Motive, Wünsche und Werte bestimmen unser Leben: Sie sind der Stoff, aus dem wir gemacht sind und der unserer Existenz Sinn und Bedeutung verleiht. Für Reiss haben die Bedürfnisse eine genetische Fundierung.

Die Bedeutung der Gene muss man allerdings stark relativieren: Das, was wir wollen, ist uns zwar in die Wiege gelegt. Wie wir diese Interessen und Werte dagegen befriedigen, ist eine komplexe Geschichte aus vielfältigen kulturellen, gesellschaftlichen Einflüssen und individuellen Erfahrungen. Kein Lebensmotiv wird von zwei Menschen identisch erfahren oder gestaltet. Wir sind viel individueller, als Psychologen bisher meinten. Was Menschen so einzigartig macht ist die jeweilige Kombination dieser Bedürfnisse und was sie für den Einzelnen bedeuten.

Das neue Motiv- und Persönlichkeitskonzept unterscheidet sich fundamental von bisherigen Modellen der Motivationspsychologie, da es menschliches Handeln nicht auf einige wenige vermeintlich „absolute" Motive oder Triebe reduziert -beispielsweise auf hedonistisches Glücksstreben oder biologischen Überlebenswillen, die Libido Freuds, den Machttrieb Adlers oder die „Selbstverwirklichung" Maslows.

Vor allem ist das Glück keine Motivation. Glück und Zufriedenheit sind Nebenprodukte, die „anfallen", wenn wir erreichen, was wir wirklich wollen - sie sind aber nie selbst das Ziel. Unterschieden wird dabei das eher zufällige „Wohlfühlglück" der angenehmen Erfahrungen, wenn man sich auf Partys vergnügt, einen schönen Urlaubstag oder ein Glas Wein genießt, vom „Werteglück".

Im Gegensatz zum flüchtigen „Zufallsglück" verleiht nur das wertevermittelte Glück dem Leben wirklichen Sinn. Nur diejenigen erfahren ein „überdauerndes, tiefes und erfüllendes Glück", die ihre wahren Motive und Lebensziele kennen und sich von ihnen durchs Leben tragen lassen. Daher steht das wirkliche Glück auch jedem Menschen offen: Völlig unabhängig von Reichtum, Status oder Attraktivität hat jeder die gleichen Chancen, sein Leben an den Werten zu orientieren, die es bedeutungsvoll machen.

Auch der häufig als absolut gedachte darwinsche „Lebenswille" führt in eine motivationspsychologische Sackgasse. Der Lebenswille ist nämlich immer nur ein Mittel, um den höheren Zweck eines Werteglücks zu erreichen. „Überleben zu wollen ist eine Wahl", betont Reiss nachdrücklich, „und kein biologischer Imperativ, den uns unsere Gene diktieren."

Das Leben ist nicht der Zweck unseres Daseins, sondern es ermöglicht uns, das zu erreichen, was uns wertvoll ist. Reiss' Forschung hat enorme praktische Konsequenzen, nicht nur für Erziehung, Familie und Partnerschaft, vor allem auch für den beruflichen Erfolg und das Lebensglück insgesamt.

Bildung und Arbeitswelt gehen von der Prämisse aus, dass alle Menschen in gleichem Maße „neugierig" sind und von Natur aus ein ähnliches Lernpotenzial haben. Seine Befunde zeigen aber sehr deutlich, dass sich Menschen sehr wohl darin unterscheiden, wie viel Spaß sie an Neuem empfinden: „Es ist völlig in Ordnung, nicht neugierig zu sein.

Ein Kind kann beispielsweise sehr intelligent sein, ohne sich für die Schule zu interessieren." Da aber die Vorstellung, ein Mensch habe keine Freude am Lernen und werde sie nie entwickeln, weitgehend tabuisiert ist, machen Lehrer und Eltern mit ihren "Umerziehungsprogrammen" einen großen Fehler. Solange das Kind gewisse Standards erfüllt und nicht wirklich scheitert, sollten Eltern ihre Erwartungen korrigieren, da sie sonst nur eines erreichen: Sie ruinieren auf lange Sicht die Beziehung zu ihrem Kind.

Die individuellen Antriebs- und Wertprofile beeinflussen auch unsere Beziehungen. So wie wir uns intuitiv zu den Menschen hingezogen fühlen, mit denen wir ähnliche Werte teilen, so können wir letztlich nur in solchen Freundschaften oder Partnerschaften glücklich werden, in denen die wirklich wichtigen Lebensmotive und -ziele übereinstimmen. Umgekehrt bedeutet dies: Wir erschweren uns das Leben gewaltig, wenn wir uns wegen sehr unterschiedlicher Motive und Interessen nicht verstehen.

Vor allem die Selbstbezogenheit - Reiss spricht von self-hugging - vergiftet das Miteinander: Wir verstehen im Alltag oft nicht, dass andere Menschen auch andere Motive, Interessen und Wünsche haben als wir selbst. Vom Intellekt her wissen wir zwar, dass sie unterschiedliche Werte und Ziele verfolgen, aber im Grunde genommen begreifen wir nicht wirklich, wie es sein kann, dass sie nicht genauso denken wie wir.

Ihre Individualität trennt die Menschen gewissermaßen wie eine Mauer: Wann immer zwei Menschen einem Wert sehr unterschiedliche Prioritäten zuordnen, können sie kaum verstehen, warum der andere anders denkt, fühlt und handelt.

Je mehr man aber in solchen Eigenperspektiven verfangen ist, desto größer wird die Gefahr, eigene Motive - „Was für mich gut ist, ist es auch für andere" - auf Partner, Freunde oder Kollegen zu projizieren. So entstehen viele Missverständnisse und Konflikte. Reiss unterscheidet drei Aspekte der Selbstbezogenheit:

Missverstehen: Konfusion entsteht, weil man nicht glauben kann, dass sich andere wirklich anders verhalten - warum der Workaholic immer arbeitet oder der Introvertierte sich nicht für gesellige Veranstaltungen begeistern kann.

Selbstillusion: Man geht wie selbstverständlich davon aus, dass man selbst die besten, vernünftigsten, edelsten Werte und Motive hat und diese auch für die anderen gelten.

Wertetyrannei: Darunter versteht Reiss den unguten (Dauer-)Versuch, die anderen mehr oder minder nachdrücklich überreden, überzeugen oder sonst wie „hinbiegen" zu wollen, ihre „falschen" Lebensprämissen aufzugeben.

Die durch Selbstbezogenheit entstehenden kommunikativen Missverständnisse sind immer wechsel-seitig. Wenn beispielsweise ehrgeizige Menschen und weniger Ambitionierte, wenn Neugierige mit weniger Wissensdurstigen, wenn Statusbewusste mit Statusgleichgültigen zusammentreffen, werden sie Schwierigkeiten haben: Während sich die Ambitionierten als erfolgsorientiert oder „tough" verstehen, werden sie von anderen für herrisch oder machtgeil gehalten. Umgekehrt sehen sich Unambitionierte als sozial verträglich, kommunikativ und partnerorientiert, während sie von den Ehrgeizigen als faul und gleichgültig betrachtet werden.

Im Unterschied zu vielen anderen Persönlichkeitstests erfasst das Reiss-Profil die komplette Motiv-, Antriebs- und Wertestruktur eines Menschen. Die individuell vorhandenen Motivausprägungen (pro Motiv in einem Kontinuum zwischen stark und schwach ausgeprägt) sind stabil, situations- und zeitüberdauernd. Das heißt sie verändern sich im Laufe eines Lebens nicht. Das Reiss-Profil ist wertfrei. Es gibt kein gutes oder schlechtes, kein falsches oder richtiges Profil. Es zeigt die einzigartige Darstellung der Individualität eines Menschen.

Für die erfolgreiche und auf einem nachhaltigen Werteglück basierende Gestaltung der Karriere ist das Reiss-Profil die Basis. Neben Ihren Talenten, Erfahrungen, Kompetenzen müssen Sie vor allem wissen, welches ihr persönliches Tätigkeitsfeld ist.

Wo Sie sich entfallen können und intrinsisch angetrieben sind. Wo Ihre Motivationstreiber übereinstimmend sind mit den Anforderungen der Aufgabe. Sie müssen Ihre USP (Unique Selling Proposition), Ihr Alleinstellungsmerkmal kennen, also das was Sie auszeichnet und von anderen unterscheidet.

Wenn Sie Ihre Motive zum Ausgangspunkt Ihrer Überlegungen für die berufliche Zukunft machen, lautet die Frage die Sie sich stellen müssen „Was tue ich am liebsten?". Da es um Ihr wirtschaftliches Überleben geht müssen Ihre nun Lieblingsaktivitäten, die Sie identifiziert haben, einer Realitätsprüfung unterzogen werden. Die zweite Frage, die Sie sich stellen müssen, lautet also: „Gibt es jemanden, der bereit ist, mir für das was ich gern tun möchte, so viel Geld zu geben, wie ich gern hätte?

Darauf gibt es drei mögliche Antworten:

  • Dafür gibt es überhaupt kein Geld. Wenn Sie Ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen
  • wollen, ist das Ihr Privatvergnügen.

  • Dafür gibt es Geld, aber es gibt auch etliche Menschen, die etwas Ähnliches machen, sodass Sie in Konkurrenz mit andern um eine mögliche Anstellung sind.

  • Dafür gibt es genügend Geld, weil es Nachfrage und nur wenige Mitbewerber gibt. In diesem Falle wissen Sie, das Sie mir Ihrer Tätigkeit eine Alleinstellung haben -zumindest in einem gewissen Umfang.

Das Reiss-Profil wird Ihnen helfen sich klar zu werden WER SIE SIND, WAS SIE ANTREIBT und WAS SIE TUN müssen um ein sinnerfülltes und für Sie erfolgreiches und nachhaltig zufriedenes Lebenskonzept für Beruf und Privatleben zu entwickeln und umzusetzen.

Heinz Lèon Wyssling, Karriere- und Organisationsberater BSO. Member Word Society of Motivation Professionals and Scientists, Ohio, USA. www.hwyssling.ch / www.job-und-karriere.ch (Gratis E-Book)

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