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Festa dell Opera - Brescia im Ausnahmezustand

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Capitolium, Mitternachtsvorstellung

Wenn die Temperaturen im September wieder angenehmer sind, findet in Brescia das Festa dell Opera statt. Ansonsten eher beschaulich, zeigt sich die Stadt in einem ganz anderen Licht: reges Treiben belebt die Straßen, PlĂ€tze und Innenhöfe. Offen prĂ€sentiert sich die Oper dem Volk, nicht hinter verschlossenen TĂŒren - jeder ist willkommen, denn die Veranstaltungen sind kostenlos fĂŒr alle.

Nicht nur das mittelalte, etablierte und wohlsituierte BĂŒrgertum sondern Jung und Alt und sogar Haustiere sind mit von der Partie, wenn Brescia die Oper zelebriert. Den ganzen Tag finden an den verschiedensten Orten - auf Balkonen, in Innenhöfen, auf den ĂŒber die Stadt verteilten Piazzas und sogar im innerstĂ€dtischen Weinberg - Opernevents statt. Bekannte KĂŒnstler genauso wie Newcomer geben sich an diesem Tag ein Stell-dich-ein, wenn das Festa dell Opera seinem Namen alle Ehre macht.

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Konterfei Maria Callas

Gesangsgenuß bevor der Hahn krĂ€ht

Brescia, eine sonst eher beschauliche Stadt, verwandelt sich am Tag der Festa dell Opera in ein lebhaftes, pulsierendes Opernzentrum - fröhlicher Ausnahmezustand bestimmt das Stadtbild. Gezeigt werden nicht nur die beliebten Klassiker von Puccini oder Verdi sondern auch StĂŒcke der zeitgenössischen Oper. Bereits zum Morgengrauen erfreuen die ersten GesĂ€nge am Teatro Romano das Ohr.

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Schulorchester, Palazzo della Loggia

Eine Arie im Bus

GeschĂ€ftiges Treiben belebt die Stadt - buntes Volk drĂ€ngt sich durch enge mittelalterliche Gassen und ĂŒber historische Piazzas, vorbei an antiken Tempelresten, Renaissancefassaden, barocken Kirchen und den Resten faschistischer Architektur.

Zwischen EinkĂ€ufen, beim Essen oder Flanieren in den einladenden Einkaufsstraßen lauscht man verzaubert OpernklĂ€ngen aus unterschiedlichsten StĂŒcken. Bis nach Mitternacht findet Oper an unerwarteten Orten statt: auf dem Balkon, im Bus, im Weinberg, auf Pflegestationen im Krankenhaus, im Kaufhaus, in Kirchen, Innenhöfen, PrivathĂ€usern, im Teatro Grande, Teatro Romanum und zu guter Letzt auch am Capitolium.

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Fresken im Nonnenchor, ehem. Benediktinerkloster San Salvatore

Eine Stadt mit Geschichte

Auf fast 3000 Jahre Geschichte blickt die lombardische Bezirkshauptstadt. Strategisch gĂŒnstig liegt sie zwischen Mailand und Verona, nur etwa 20 Autominuten vom Gardasee und selbst Venedig ist in weniger als zwei Stunden zu erreichen.

Das historische Stadtzentrum beherbergt zahlreiche KunstschĂ€tze und architektonische SehenswĂŒrdigkeiten. Besonders stolz ist man in Brescia sowohl auf das antike römische Forum mit Capitolium und römischem Teatro als auch auf das ehemalige Benediktinerkloster San Sebastiano - Santa Giulia.

Das im Kloster gelegene Museum Santa Giulia beherbergt ĂŒber 11.000 Kunstwerke und archĂ€ologische FundstĂŒcke. Seit 2011 wird das Kloster zusammen mit Teilen des römischen Forums auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe gefĂŒhrt. Brescia macht jedoch nicht nur dank seiner SehenswĂŒrdigkeiten von sich Reden. Es ist auch die Heimat des Mille Miglia, eines der bedeutendsten Oldtimerrennen weltweit.

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Teatro Grande, Außenansicht

Das Teatro Grande

Eine besondere SehenswĂŒrdigkeit ist das Teatro Grande. In dessen Foyer konnte man in diesem Jahr zur Festa - wenn man zu den glĂŒcklichen gehörte, die rechtzeitig einen Platz ergattern konnten - eine gekĂŒrzte Version der Oper „La Traviata" von Guiseppe Verdi hören.

Der Raum war gut gefĂŒllt mit Opernfans - diesen Höhepunkt in einem der schönsten Theater Oberitaliens lĂ€sst man sich nicht entgehen. Seit vier Jahren nimmt die Bevölkerung das Festa dell Opera begeistert an. Im Nachgang zum Opernevent gehen die Verkaufszahlen fĂŒr Veranstaltungstickets im Teatro Grande jedes Jahr nach oben.

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Teatro Grande, EhrentribĂŒhne

Das Foyer ist reich mit Fresken ausgestattet - doch das eigentliche architektonische Highlight ist der Innenraum im Empirestil. Das Teatro sollte zu Ehren von Napoleon Bonaparte, den man in Italien auch „Il Grande" nannte, Il Grande Teatro heißen.

Napoleon jedoch erschien nicht zur Eröffnung. Dies trug man ihm nach und strich das „Il" aus dem Namen. Heute ist es ĂŒber die Landesgrenzen hinaus bekannt fĂŒr hochkarĂ€tige Operninszenierungen und Konzerte.

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Teatro Grande, BĂŒhne

Freude und Drama kompakt

Die AtmosphĂ€re im Foyer ist heiter und gelöst, die Unterhaltung ist in vollem Gang, das Publikum in freudiger Erwartung. Das FlĂŒgelspiel von Alessandro Trebeschi leitet die Vorstellung ein. Jung und Alt wird still - die KĂŒnstler betreten ihre BĂŒhne.

Dank der gekĂŒrzten Version geht es gleich zur Sache - wĂ€hrend einer Feier in ihrem Haus bekommt Violetta (Anna Bordignon), Kurtisane im Paris des 19. Jahrhunderts, einen Hustenanfall und zieht sich in ein ruhiges Zimmer in ihrem Haus zurĂŒck.

Alfredo (Oreste Cosimo) nutzt die Gunst der Stunde und erklÀrt ihr seine Liebe. Sein Vater (Stefano Cianci) ist gegen die Liaison, macht den Liebenden das Leben schwer und hat erst ein Einsehen, als es lÀngst zu spÀt ist.

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Teatro Grande, Foyer, 1. Akt, „La Traviata"

Das Publikum fiebert von Anfang an mit. Anders als in Deutschland zelebriert man hier die Oper und schnell wird es emotional. GĂ€nsehaut pur. Ganz offen wischt man sich im Publikum die eine oder andere TrĂ€ne aus den Augenwinkeln - nicht erst beim Finale, wenn Violetta tot in die Arme ihres verzweifelten Geliebten Alfredo sinkt. Begeisterter, nicht enden wollender Applaus beschließt die AuffĂŒhrung - euphorisch feiert das Publikum die KĂŒnstler und nur ganz langsam leert sich der Raum.

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Teatro Grande, Foyer, Finale „La Traviata"

Oper wohin man hört

Weiter geht es zum nĂ€chsten „Opern Hot Spot". Von ĂŒberall tönt schöne Musik - Chöre, Musikgruppen, Instrumental - und Gesangssolisten geben ihr Bestes. Sogar auf dem grĂ¶ĂŸten innerstĂ€dtischen Weinberg Europas kann man den KlĂ€ngen aus dem Gefangenenchor der Oper Nabucco von Guiseppe Verdi lauschen. Zu ĂŒbersehen ist das Festa dell Opera nicht - ĂŒberall in der Stadt leuchten die großen Plakate von den WĂ€nden - selbst das "Opernauto" ist dekoriert.

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"Opernauto", Festa dell Opera 2015

Eigens fĂŒr dieses Großereignis schuf man eine Berlucchi Perlwein Sonderedition, die ganz zum Anlass passt. Das Konterfei von Maria Callas ziert den edlen Tropfen. Die große Operndiva des letzten Jahrhunderts lebte mit ihrem Mann Giovanni Battista Meneghini zwischen 1950 und 1959 in Sirmione, das zur Provinz Brescia gehört. Die Stadt macht sich die NĂ€he zur großen Callas fĂŒr diesen Event geschickt zunutze.

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Perlweinedition „Festa dell Opera 2015"

Die Innenstadt ist klein und selbst beim Mittagessen in einer Osteria begegnet man den Protagonisten. WĂ€hrend des ganzen Tages tauchen sie an den unterschiedlichsten Orten der Stadt auf.

Am Mehrfamilienhaus gegenĂŒber vom Grande Teatro tun sich im obersten Stock die BalkontĂŒren auf - vier KĂŒnstler und KĂŒnstlerinnen verwöhnen das Publikum auf der Piazza mit ihrem Gesang.

Lebendig geht es zu - die Stimmen der SĂ€nger mischen sich mit schreienden SĂ€uglingen, HundeklĂ€ffen und den GerĂ€uschen der Stadt. Das gehört zum Open Air Spektakel dazu und tut ihm keinen Abbruch. Vielmehr schmiedet die GerĂ€uschkulisse in der Stadt des Eisens eine Ă€ußerst lebhafte eigenwillige Komposition von lebendigem Operngenuss.

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Balkone gegenĂŒber vom Teatro Grande

Serenade zum Abendessen

Die Sonne verschwindet langsam hinter den DĂ€chern, doch lĂ€ngst ist das musikalische Treiben nicht vorbei. Das Publikum, inzwischen hungrig, begibt sich in die zahlreichen Trattorias, Osterias, CafĂ©s und Restaurants im historischen Zentrum. Bei den KlĂ€ngen einer Serenade vom Balkon frönt es nun nicht nur der Oper sondern auch dem vorzĂŒglichen italienischen Essen.

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Serenade vom Balkon

Krönendes Finale am Capitolium

Den festlichen Abschluss des Tages bilden Höhepunkte aus verschiedenen Opern, die klangvoll und mit berauschender Akustik im Capitolium, direkt am römischen Forum, gesungen werden. GlĂŒcklich schĂ€tzt sich, wer auf der BrĂŒcke vor dem antiken Forum in der ersten Reihe einen der begehrten PlĂ€tze ergattern kann.

Eindrucksvoll ist die Ausleuchtung, stimmgewaltig geben die SĂ€nger noch einmal alles fĂŒr den krönenden Abschluss. Tosender Applaus hallt ĂŒber den Vorplatz. KĂŒhl ist es geworden in den Gassen und genauso zĂŒgig, wie er sich zum Finale fĂŒllte, leert sich der Platz nun wieder. Ein langes und ereignisreiches Opernfest geht zu Ende.

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Abschlussvorstellung, Capitolium, römisches Forum

Die Pressereise der Autorin fand auf Einladung des FremdenverkehrsbĂŒro Brescia statt.

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