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Heike Pander Headshot

Die Leidenschaft f├╝r Baobabs und Elefanten

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Zwei ungleiche Br├╝der teilen eine au├čergew├Âhnliche Leidenschaft: f├╝r Baobabs und Elefanten. Beide kamen im s├╝dlichen Afrika zur Welt. Ralph Stutchbury, Fotograf und Dokumentarfilmer, wurde in den 1950er Jahren in Sambia geboren, Wayne, Maler, in den 1960ern in Simbabwe.

Vater Jeff arbeitete zun├Ąchst als Wildh├╝ter in Sambia. Sp├Ąter betrieb er mit seiner Frau Veronica verschiedene Safari Camps. Zuletzt lebte die Familie bei Chikwenya an den Ufern des Zambezi River in der N├Ąhe von Mana Pools, dem weltbekannten Nationalpark und Welterbest├Ątte der UNESCO im Norden von Simbabwe.

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Ralph Stutchbury vor Baobab

Vom einfachen Leben in der Natur gepr├Ągt

Die Br├╝der wuchsen sehr naturnah auf. Der Vater baute und gestaltete die Unterk├╝nfte selbst. Von klein auf lernten die S├Âhne eine einfache Lebensweise mit Holzkochern, Latrine und Kerosinlampen kennen. Fr├╝h lehrte der Vater sie Respekt f├╝r die Natur und Wildtiere. Er brachte ihnen bei, wie man sich im Lebensraum der Tiere bewegt, ohne sie zu st├Âren.

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Elefanten im Gonarezhou Nationalpark, Simbabwe

Beide entwickelten sich zu K├╝nstlern. Der eher technik-affine Perfektionist Ralph zum Fotografen, mehrfach ausgezeichneten Filmemacher, Natursch├╝tzer und Buchautor. "Mein Interesse f├╝r die Fotografie habe ich vom Vater geerbt. Er trug immer eine Kamera mit sich herum, wenn er mit G├Ąsten unterwegs war", so der Fotograf.

Die Welt im Sucher

Nach der Schule, die er zum Teil im Internat in S├╝dafrika absolvierte, durchlief er eine journalistische Ausbildung und lernte Kameramann - zu einer Zeit, als das junge Simbabwe langsam in seine neue Rolle als unabh├Ąngiges Land hineinwuchs. Damals habe er "ein Gef├╝hl gehabt, wie sich die Geschichte durch meine Linse entwickelt."

Seine eigene Firma "Eyes and Ears" startete er 1980. Lange verdiente er mit Werbespots sein Geld. F├╝r seine Spots arbeitete er mit lokalen Gr├Â├čen wie Simon Shumba, Oliver Mtukudzi und anderen. Als Kameramann wirkte er auch in Kinofilmen mit.

Bei Victoria Falls drehte er mit Christopher Lee, Patrick McNee und Jenny Seagrove eine Sequenz aus "Sherlock Holmes". Gerne erinnert er sich an diese Zeit und meint heute dazu "es war sehr aufregend zu erleben, wie sich die Szenen entwickeln".

Zum Ende des B├╝rgerkriegs in Mosambik hat er ein Musikvideo f├╝r Eric Clapton gefilmt. Als H├Âhepunkt seiner Karriere als Kameramann bezeichnet er seine Arbeit f├╝r Paul Simons Film "Graceland".

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Baobab mit Loch, Simbabwe

Ein Herz f├╝r Dokumentarfilme

Neben seinem Filmgesch├Ąft in der Werbebranche baute er sich einen Namen als Dokumentarfilmer auf. Mit den Tier "Hot Spots" im s├╝dlichen Afrika bestens vertraut und seinen F├Ąhigkeiten hinter der Kamera, schaffte er es mit Tierdokumentationen in die Programme von Discovery Channel, BBC und National Geographic.

Dabei filmte er alles von der "Wiederansiedlung von Madenhackern bis zur Implantierung eines Ersatzzahns aus Gold f├╝r einen Leoparden", meint der Tierfilmer begeistert. Vor einigen Jahren k├╝ndigte er in einem Interview mit "Out of Africa" an: "Ich bin entschlossen, eigene interessante Dokumentarfilme ├╝ber Baobabs und Elefanten zu machen". Diese Vision hat er inzwischen auch verwirklicht.

Sch├Ânheit an schwer zug├Ąnglichen Orten

Dazu hat er Baobabs an magischen Orten wie Lekhubu Island in Botswana oder Epupa Falls in Namibia aufgesucht. Au├čerdem filmte er an weit abgelegenen und schwer zug├Ąnglichen Orten, beispielsweise in Mana Pools und Gonarezhou in Simbabwe.

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Chilojo Cliffs, Gonarezhou, Simbabwe

Gekonnt beschreibt er in Wort und Bild das ├ľkosystem "Baobab". Dabei erz├Ąhlt er kleine Geschichten, Mythen und liefert biologische Fakten. Seine Arbeit basiert auf Wissen, das er aufw├Ąndig recherchiert und in unz├Ąhligen Gespr├Ąchen mit Baobab-Nutzern und Experten zusammengetragen hat. Das Ergebnis deckt alles ab, was man sich an Wissenswertem ├╝ber die Giganten w├╝nschen kann.

Ein Meister seines Genres

Inzwischen ist die Dokumentation fertig geschnitten und wartet darauf, dass ein Sender sie ausstrahlt. Doch heutzutage ist es schwieriger geworden, Wissensfilme bei Fernsehsendern unterzubringen.

An der Qualit├Ąt des Materials liegt es nicht. Ralph versteht sein filmisches Handwerk und kennt den Afrikanischen Busch mit seinen Baobabs wie kein Zweiter. "Niemand wird bedroht oder get├Âtet in meinem Film und es gibt auch keine sch├Âne Frau, die ihr strahlendes L├Ącheln zeigt", meint er etwas resigniert.

Die Menschen wollten mehr "Action" sehen - einen Hai, der etwas t├Âtet, ein Krokodil auf der Jagd oder einen L├Âwen, der eine Antilope rei├čt. Da kann der friedfertige Baobab nicht mithalten.

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Baobab mit Loch, Simbabwe

Vielleicht ├Ąndern sich die Zeiten schon bald, denn gesundheitsbewusste Konsumenten ├╝berall auf der Welt entdecken die Fr├╝chte der Baobabs als "Superfr├╝chte". Die traditionelle Medizin in Afrika nutzt sie ihrer gesunden Inhaltsstoffe wegen seit hunderten von Jahren.

Einen Sendetermin f├╝r seine Baobab Dokumentation gibt es noch nicht. Deshalb hat er, ganz Pragmatiker, mittlerweile zwei Bildb├Ąnde ver├Âffentlicht - einen ├╝ber Baobabs und einen ├╝ber Elefanten. Ganz nebenbei machte er auf seinen Film-Expeditionen hunderte von Fotos. Den Fotoapparat habe er sowieso immer griffbreit, meint er lachend.

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Baobab und Elefant

"Je mehr ich ├╝ber Baobabs erfahre, umso faszinierender werden sie f├╝r mich." Seit der Bildband auf dem Markt ist, ├╝berh├Ąufen ihn seine Leser mit Informationen zu Baobabs und Fragen, wo sie die abgebildeten B├Ąume selbst finden k├Ânnten. "Jetzt flie├čt das Wissen zusammen", sagt er und denkt ├╝ber ein zweites Buch nach.

Bruder Wayne lebt f├╝r die Kunst

Wayne hingegen, der k├╝nstlerische Feingeist, ist ganz eingetaucht in die Welt der Farben und Formen. Er lebt und arbeitet als Maler und Bildhauer in Harare. Wie sein Bruder Ralph gepr├Ągt durch die Erziehung und das Leben im "Busch", befasste er sich fr├╝h mit Baobabs und Elefanten.

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Baobab, Gem├Ąlde von Wayne Stutchbury

Am liebsten studiert er seine Motive in freier Wildbahn. Wie fr├╝her zieht es ihn ins magische Mana Pools. Der Nationalpark ist einer der wenigen, der ganz ohne Z├Ąune und - bis auf das Verwaltungsgeb├Ąude - feste Strukturen auskommt. Wer dort seine N├Ąchte verbringt, tut dies im eigenen Zelt, im Fahrzeug oder in einem luxuri├Âsen Safari-Camp.

Wayne jedoch zieht es in die Abgeschiedenheit - hoch auf das Escarpment, fernab vom touristischen Treiben am sagenumwobenen Sambesi, der durch Mana Pools flie├čt. Chitaki, die Hochebene, ist f├╝r ihre malerische Ansammlung von Baobabs bekannt.

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Baobabs bei Chitaki, Gem├Ąlde von Wayne Stutchbury

Chitaki - ein Ort mit Geschichte

Vermutlich siedelten schon im 15. Jahrhundert Menschen dort. H├Ąndler nutzten den durch die Gegend f├╝hrenden "Gold Trail" f├╝r ihre Gesch├Ąfte. Die Strukturen der Besiedlung sind l├Ąngst verschwunden. Mit etwas Gl├╝ck findet man heute noch Reste von alten Tont├Âpfen und Flintst├╝cke unter den alten Baobabs.

"Man sieht meilenweit und f├╝hlt sich sofort zu diesem Ort hingezogen - diese riesigen B├Ąume und wie sie in Beziehung zueinander stehen. Wenn es einen Ort gibt, an dem sich Menschen niedergelassen haben, dann ist es hier - das sp├╝rt man sofort.", meint der K├╝nstler.

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Sonnenaufgang, Chitaki, Simbabwe

Wayne sch├Ątzt den Ort wegen seiner Stille, der mystischen Aura und der grandiosen Aussicht. Am liebsten studiert und zeichnet er die Baobabs dort im Juli und August - den Wintermonaten in Simbabwe, wenn "alles ein bisschen braun ist."

Bl├Ątter, so der K├╝nstler, behinderten die klare Sicht auf die Struktur, die ihm beim Zeichnen am wichtigsten ist. Mit Bl├Ąttern sei der Baobab "nur eine gro├če Knolle", er m├╝sse aber den Gesamteindruck der Form bekommen.

Ein gef├Ąhrliches Unterfangen

Wayne erz├Ąhlt von einer denkw├╝rdigen Expedition vor einigen Jahren. Damals packte er seinen alten Gel├Ąndewagen voll mit Lebensmitteln und allem, was man f├╝r eine zweiw├Âchige Camping-Tour ben├Âtigt und fuhr nach Chitaki.

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Baobabs, Chitaki, Gem├Ąlde von Wayne Stutchbury

Dort konzentrierte er sich ganz auf seine Baobab Studien und lebte ansonsten in den Tag hinein, denn, so Wayne, "sonst gibt es hier nichts zu tun." Umherwandern ist nicht ratsam. Im Tal am Fluss leben L├Âwen und andere Raubtiere. Niemand ist da, der im Ernstfall zu Hilfe eilt.

Nach eineinhalb Wochen gingen Wayne die Wasservorr├Ąte aus. Zur Mittagszeit, wenn die Sonne gnadenlos vom Himmel brennt, machte er sich mit seinen Kanistern, einem Handtuch und etwas Seife auf den Weg zum Fluss.

Gerade zur Trockenzeit zieht die Gegend viele Wildtiere an, weil es ganzj├Ąhrig Wasser gibt. "Leichte Beute" f├╝r L├Âwen - sie m├╝ssen nur abwarten. Wayne legte seine Kleider ab und st├╝rzte sich in die Fluten. "Ich tobte fr├Âhlich herum und genoss die Erfrischung", erinnert er sich. Nach seinem Bad zog er sich an, sammelte seine Habseligkeiten ein und schaute hoch zum Uferrand.

"In einer Reihe lagen sie da - wie sie es immer machen. So still." Offenbar hatten die Gro├čkatzen in der Mittagshitze kein Interesse an der Jagd und verfolgten lieber das Unterhaltungsprogramm im Fluss. "Neun L├Âwen schauten meiner Darbietung der Leichtsinnigkeit zu. Entsetzt habe ich mich zur├╝ckgezogen."

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Wayne Stutchbury

Dem Wind St├Ąrke entgegen setzen

Seine Leidenschaft f├╝r Baobabs f├╝hrt der K├╝nstler auf deren Erscheinung zur├╝ck: "Ich bin Bildhauer und liebe ihre Formen. Ihre Rinde reflektiert das Licht, wenn man genau hinschaut. Morgens sind die Farben intensiver als am sp├Ąten Nachmittag. Baobabs sind keine normalen B├Ąume - sie reflektieren das Blau und Violett des Himmels. F├╝r einen K├╝nstler ist das gro├čartig."

Obwohl er Bildhauer ist, hat Wayne Baobabs noch nicht in seiner bildhauerischen Arbeit interpretiert. Bislang hat er die B├Ąume lieber gemalt. Daf├╝r hat er einen anderen Bildhauer bei seiner Arbeit in Chitaki beobachtet - den Wind. Er beschreibt das so: "Man sieht, wie sich die Riesen in der Brise biegen und heulen - das ist ein surrealer Anblick und geradezu gespenstisch, wenn der Wind nachts bl├Ąst."

Der Wind ist jeden Tag zur Stelle - so zuverl├Ąssig wie morgens die Sonne aufgeht und meist weht er aus derselben Richtung. "Man sieht sich die B├Ąume an und erkennt sofort die Windrichtung - die stetige Naturgewalt formte ihre Gestalt." Die Baobabs passen sich an und wachsen in die windgesch├╝tzte Richtung.

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Nachthimmel ├╝ber Baobab in Chikwenya, Simbabwe

Eine ganz andere Verwendung

In Chikwenya steht ein alter Baobab, von dem Wayne eine besondere Geschichte zu erz├Ąhlen wei├č. Der Baum hat ein gro├čes Loch und ist innen - wie es bei alten Baobabs h├Ąufig vorkommt - hohl. Seine Neugier lie├č ihm keine Ruhe und er kletterte hinein.

Innen sah er Holzpfl├Âcke in den W├Ąnden, die bis zu den ebenfalls hohlen ├ästen weit ├╝ber seinen Kopf reichten. Auf dem Boden lagen T├Âpfe und andere Grabbeigaben, wie man sie von traditionellen Begr├Ąbnisst├Ątten in Simbabwe kennt.

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Einer der riesigen ├äste war mit Lehm versiegelt. Im Ast, so erfuhr er sp├Ąter, hatten Verwandte die Schwester eines ehemaligen Chiefs bestattet. Unbeabsichtigt hatte er ein Mausoleum betreten. Auch Ralph erinnert sich an Chikwenya und erz├Ąhlt vom Baobab. F├╝r seinen Film drehte er Szenen mit Flederm├Ąusen, als er sich auch im Mausoleum wiederfand.

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Stutchbury Familienbaum bei Chikwenya

Auch bei ihrem Camp in Chikwenya wuchs ein Baobab Gigant. Jede Fahrt von und zum Haus f├╝hrte an diesem Baum vorbei. F├╝r sie und interessanterweise auch f├╝r die Mitarbeiter des Vaters wurde er ├╝ber die Jahre zu "Stutchburys Familienbaum".

Baobabs und Elefanten - eine ansteckende Inspiration

Fr├╝her waren die Br├╝der oft gemeinsam unterwegs - Ralph filmte, Wayne unterst├╝tze ihn. In den Pausen jedoch zeichnete und malte er Baobabs oder Elefanten. Kein Wunder also, dass irgendwann die Begeisterung des Malers auf Ralph ├╝berging. Zu seinem 40. Geburtstag erhielt er ein gro├čes Gem├Ąlde mit den Baobabs aus Chitaki vom Bruder - das besiegelte seine tiefe Verbundenheit.

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Elefanten, Gem├Ąlde von Wayne Stutchbury

Elefanten und Baobabs sind "die gr├Â├čten lebenden S├Ąugetiere und die gr├Â├čten lebenden B├Ąume auf dem Afrikanischen Kontinent". Das sei Grund genug f├╝r seine Faszination, so Ralph und schlie├čt mit dem eindringlichen Satz "man kann nicht einfach an einem Baobab vorbeigehen, ohne ihn zu sehen."

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Baobab H├Âhle, Ralph Stutchbury

More:
www.baobabstories.com
www.waynestutchbury.com
www.ralphstutchbury.com/

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