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Warum ich mein Baby nicht einfach ausheulen lasse

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Dieser Blog erschien zuerst auf Xoxmommy.com.

Babys schreien. So ist das einfach. Als wir in der neonatalen Intensivstation waren, schrie meine SĂŒĂŸe und hörte erst auf, als wir sie hochnahmen und im Arm hielten. Sie mochte es, wenn wir sie springen ließen, sie schaukelten und wiegten.

„Oh, Sie haben ein Problem", sagten die Krankenschwestern.

Dieses „Problem", von dem sie sprachen, war, dass ich sie nicht absetzen könnte, um mein Ding zu machen. Dass sie permanent gehalten werden wollen wĂŒrde, mit ungeteilter Aufmerksamkeit, Blick- und Körperkontakt. Und sie hatten *fast* recht.


Die Leute fragen mich, ob meine SĂŒĂŸe ein gutes Baby ist. Was soll ich darauf antworten? Ich bin zum ersten Mal Mutter, ich habe keine Erfahrungen mit anderen Babys, abgesehen von Geschichten, die ich von anderen MĂŒttern ĂŒber ihre Babys gehört habe, ich kann meine nur aufgrund von Hörensagen bewerten, schĂ€tze ich. Woher soll ich wissen, ob ich das „gute" Baby habe?

„Schreit sie viel?"

Ach, das meintet ihr! Ja, sie schreit viel. Sie ist ein Baby fĂŒr's laute Schreien. Ihre natĂŒrliche Disposition ist, dass sie mehrere Male am Tag schreien wird. Aber ich habe etwas wahrhaft unglaubliches herausgefunden. Bereit dafĂŒr?

Wenn sie schreit, tut sie das, weil sie etwas braucht.

Verdammt! Ich wurde dazu verleitet zu glauben, ich wĂŒrde ein Tippen auf die Schulter oder eine SMS bekommen, wenn sie einen Joint oder einen Pfannkuchen will. Was fĂŒr ein Konzept! Sie schreit: Ich fĂŒttere sie/ziehe sie um/mache BĂ€uerchen/wippe sie/lege sie schlafen/unterhalte sie und sie hört auf.

Aber was, wenn diese Dinge nicht genĂŒgen, obwohl sie nicht krank ist oder Schmerzen hat? Bis jetzt hat sie immer aufgehört zu weinen, wenn ich sie auf den Arm genommen habe. Und das ist der Punkt, an dem mir die Leute sagen, ich soll sie ausheulen lassen.

Erstens: hier das "Nein" einer griesgrÀmigen Katze einsetzten.

Zweitens: Warum?

Ich werde euch nicht mit einem Haufen Forschung bombardieren - ĂŒber die Ferber-Methode oder bildungsorientierte Elternschaft oder irgendwas von dem Zeug, mit dem ihr wahrscheinlich ĂŒberhĂ€uft wurdet. Ich habe bereits festgehalten, dass sie schreit, weil sie etwas braucht. Sie kann noch nicht sprechen, daher kann sie mir nicht sagen, was sie will, sie kann nur um Aufmerksamkeit schreien und hoffen, dass ich herausfinden werde, was sie braucht.

Die Tatsache, dass sie aufhört zu schreien, wenn sie jemand hĂ€lt, ist etwas Gutes. Sie hat keine Schmerzen, sie hat keine Kolik, sie hat keine OhrenentzĂŒndung. Sie will nur ein bisschen gute alte Liebe.

I'll never let go, Jack... I'll never let go

Ein von heather (@xoxmommy) gepostetes Foto am


Aber der eigentliche Grund, warum ich sie nicht ausheulen lasse, ist ganz einfach. Wann war das letzte Mal, dass du irgendjemanden, den du liebst, es „ausheulen" gelassen hast? Sagen wir, deine beste Freundin wurde verlassen. Sie ist offensichtlich traurig und fĂŒhlt sich wie ein riesiger TrĂŒmmerhaufen. WĂŒrdest du nicht losrennen und ihr eine riesige Packung HĂ€aagen Daaz holen und „Titanic" in Dauerschleife anmachen, wĂ€hrend ihr euch im Elend suhlt?

Was wenn deine bessere HĂ€lfte nach einem schlechten Tag nach Hause kĂ€me und schlicht zusammenbrechen wĂŒrde? WĂŒrdest du nicht versuchen, ihn auf die beste Art aufzuheitern, die du kennst?

Wenn Trösten ein Instinkt ist, warum wird von mir erwartet, dass ich mein eigenes Fleisch und Blut irgendwo in einer Krippe lasse, die TĂŒr schließe und es schreien lasse, bis seine Stimme heiser wird und es einfach... aufgibt?

„Weil du sie dann immer hĂ€ltst."

„Du wirst nichts anderes mehr hinbekommen."

„Sie wird verdorben."

Man kann niemanden mit erwĂŒnschter Zuneigung verderben. Es passiert einfach nicht. Ist das nicht, was Menschen im Leben immer wollen? Geliebt werden? Wenn du alles hĂ€ttest, was Geld kaufen kann, was ist der Sinn des Ganzen, wenn du es mit niemandem teilen kannst? Verwöhnt wird man, wenn man Geschenke statt Aufmerksamkeit bekommt, nicht, wenn sich wirklich um einen gekĂŒmmert wird.

Erwachsene können sagen: „Nein, mir geht es gut", normalerweise aus Stolz, Scham oder Angst, den Anderen zu belĂ€stigen. Aber wir wissen alle, dass „Mir geht es gut" gar nicht wahr ist. „Mir geht es gut" ist ein Code fĂŒr „Ich hĂ€tte gerne deine festeste Umarmung", „Bitte halt meine Hand" oder „Sitz neben mir und bring mich zum LĂ€cheln." Mein Kind hat noch nicht gelernt, zu lĂŒgen.

Ich habe nicht wegen des schicken Krankenhausaufenthaltes ein Kind bekommen. Nicht wegen des AufblĂ€hens, des Stechens, den tollen ParkplĂ€tzen. Es war definitiv nicht wegen der 27-stĂŒndigen Wehen, wegen der schlaflosen NĂ€chte oder der Tatsache, dass ich drei Wochen lang Angst hatte, mich hinzusetzen.

Ich habe ein Kind bekommen, um ein Kind zu haben. Um eine Familie aufzubauen. Um jemanden zu haben, mit dem Dan und ich unser Leben teilen können und um glĂŒckliche Erinnerungen zu sammeln. Momentan will mich mein Liebling fast 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Und ja, sie wird fast 24 Stunden, 7 Tage die Woche gehalten. Aber ich weiß, dass es nicht ewig so weiter geht.

You can't catch me, you can't catch me! đŸŽ¶ #baby #nolongerababy? #mexico #lunchshenanigans

Ein von heather (@xoxmommy) gepostetes Foto am


Irgendwann werde ich sie das letzte Mal stillen. Irgendwann wird sie in ihrem eigenen Bett schlafen, in ihrem eigenen Zimmer. Sie wird nicht wollen, dass ich ihr die Kleider rauslege, weil sie ihr Outfit selbst aussuchen will, sie wird nicht wollen, dass ich sie vor ihren Freunden kĂŒsse weil das nicht mehr cool ist. Sie wird ausziehen, heiraten und vielleicht eines Tages selbst Kinder bekommen.

Ich werde sie immer weniger sehen, wĂ€hrend sie ihr eigenes Leben aufbaut und ich werde mir wĂŒnschen, ich hĂ€tte mehr Zeit mit ihr verbringen können, anstatt diese „Dinge" zu tun, die so wichtig waren.

Also werde ich das nÀchste Mal wenn sie schreit, da sein. Ich werde sie springen lassen, sie schaukeln und wiegen und sie noch ein bisschen fester halten, in der Hoffnung, dass, wenn dieser Tag kommt, ich den Wunsch nicht haben kann, weil er schon wahr geworden ist.

Xox

Heather Sheard schreibt auf ihrem eigenen Blog Xoxmommy ĂŒber den Alltag mit ihrer Tochter Addison. Sie ist Autorin eines Kinderbuchs "Addisons Adventures". Folgen Sie Heather auf Facebook und Instagram!

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