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Regeln f├╝r die Kinderstube der Wildtiere

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CreativeNature_nl via Getty Images
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Endlich ist es soweit. Der Winter zieht sich zur├╝ck und der Fr├╝hling schickt seine ersten Vorboten. ├ťberall sprie├čt und gr├╝nt es langsam und auch in der Tierwelt regt sich was. Die Menschen treibt es verst├Ąndlicherweise vermehrt hinaus in die Natur. Die erwachende Flora und Fauna wecken Lebenskr├Ąfte und machen gute Laune.

Als J├Ąger wei├č ich nat├╝rlich, wie verlockend es ist, abseits der Pfade zu streifen und die Einsamkeit zu suchen. Doch gerade die Einsamkeit ist es, die auch unsere Waldbewohner dringend ben├Âtigen. Gerade jetzt, da sich die Natur runderneuert.

Denn das gilt nicht nur f├╝r die Pflanzen, auch die Tiere vermehren sich. Es ist Brut- und Setzzeit und der Wald wird zu Kinderstube. ├ťberall bereiten sich V├Âgel auf das Schl├╝pfen ihrer Jungen vor und dies nicht nur in hoch gelegenen Nestern. Es gibt zahlreiche Bodenbr├╝ter wie Kiebitze, Wiesenweihen oder Nachtigallen.

Rehkitze und Junghasen liegen allein - von ihren M├╝ttern und dank ihrer Tarnzeichnung und Regungslosigkeit gut vor Fressfeinden versteckt - in Feldern, Lichtungen und im Unterholz. W├Ąre das nicht der beste Zeitpunkt, um seinen Kindern das Wunder der Natur anschaulich zu erkl├Ąren? Kann man hier und jetzt nicht am besten lernen, wie der Kreislauf der Natur funktioniert? Ja, sicherlich.

Doch viele Menschen machen trotz gro├čer Tierliebe aus schlichter Unwissenheit verheerende Fehler: Sie verlassen die Pfade, um ein m├Âglichst nat├╝rliches Erlebnis zu haben. Sie lassen ihre Hunde unkontrolliert herumlaufen und die Gegend erschn├╝ffeln. Freilaufende Hunde k├Ânnen Elterntiere verscheuchen, so dass sie sich nicht zur├╝ck zu den Nestern trauen.

Somit werden das Gelege oder die Jungv├Âgel leichte Beute f├╝r Fressfeinde. Oder die Hunde schn├╝ffeln an den Nestern und hinterlassen ihren eigenen Geruch mit der Folge, dass die Nester aufgegeben werden. Die Eier k├╝hlen aus, die Brut stirbt ab. Wer Wildtiere liebt, sollte Hunde in dieser Zeit an der Leine lassen.

Unwissenheit und falsch verstandene Tierliebe sind es auch, die viele Tiere erst zu Waisen machen. Sie alle kennen die Zeitungsberichte im Fr├╝hjahr, die davon handeln, dass Auffangstationen mutterlose Tiere aufnehmen und aufziehen. Die meist ehrenamtliche Arbeit der Betreiber ist hoch zu achten. Aber eines wird dabei vergessen: Meist ist es menschliches Versagen, das die Tiere erst zu Waisen macht. Sie werden damit abh├Ąngig von unserer Hilfe.

Viele Menschen glauben, wenn sie beim Waldspaziergang einsame Jungtiere vorfinden, diese seien mutterlos. Um sie zu retten, nehmen sie sie mit. Dabei ist eine wichtige ├ťberlebensstrategie von vielen Tieren, ihren gut getarnten Nachwuchs alleine zu lassen. Andere Menschen wiederum sind zurecht entz├╝ckt vom Anblick der Tiere, k├Ânnen nicht widerstehen, sie anzufassen. Und das ist das Todesurteil, wenn danach keine menschliche Aufzucht erfolgt.

Denn wenn Tierbabys den Geruch von Menschen annehmen, werden sie von ihren M├╝ttern verlassen. Sie w├╝rden qualvoll eingehen, wenn sie nicht mit der Flasche aufgezogen w├╝rden. Doch Letzteres ist ein massiver Eingriff in die Natur und sollte nur im ├Ąu├čersten Notfall passieren.

Liebe zur Natur ist etwas Wunderbares, und es ist sehr zu begr├╝├čen, wenn Eltern ihren Kindern vermitteln, wie der Kreislauf des Lebens funktioniert. Doch gerade wenn Sie die Natur lieben, sollten Sie sie mit Respekt behandeln. Dazu geh├Ârt es, sich das n├Âtige Wissen anzueignen. Viele J├Ąger bieten Lehrpfade an, um Kindern, aber auch Erwachsenen, Feld, Wald und Flur und deren Bewohner nahe zu bringen.

Sprechen Sie J├Ągerinnen und J├Ąger in Ihrer N├Ąhe an, und machen Sie einen Termin aus. Sie werden unvergessliche Erlebnisse haben. Deshalb meine Empfehlung: besuchen Sie den Lernort Natur, achten Sie auf Ihre Hunde, bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen, und fassen Sie bitte nie Jungtiere an! Herzlichen Dank!

Weitere Informationen: www.lernort.natur.de und https://jaeben.jagderleben.de

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