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Eine App hilft Wildunfälle zu vermeiden - und jeder kann mithelfen!

24/06/2017 18:03 CEST | Aktualisiert 24/06/2017 18:03 CEST
Lois_McCleary via Getty Images

Der Sommer ist da und endlich spielt das Wetter mit. Am Wochenende oder an schönen Abenden, zieht es vor allem die Städter ins Grüne, um in der Natur den Tag zu verbringen oder ausklingen zu lassen. Zu dieser Zeit sind auch Wildtiere unterwegs.

Viele Arten wandern in unserer Kulturlandschaft, manchmal sind sie von der Straße aus zu sehen. Leider kommt es immer wieder zu Unfällen, in Deutschland sogar alle zweieinhalb Minuten. Rund 250.000 Kollisionen mit Hirsch, Schwein oder Reh im Jahr zählt der Deutsche Jagdverband jährlich. In 60 Jahren hat sich die Anzahl verfünffacht.

Für seltene Arten wie Wildkatze oder Fischotter kann dies sogar bestandsbedrohend sein. Wildunfälle müssen wir so gut es geht vermeiden, denn damit retten wir nicht nur Menschen- und Tierleben, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Um Stellen im Verkehr zu identifizieren, wo besonders häufig Wildunfälle passieren, wurde vor einiger Zeit das Tierfund-Kataster ins Leben gerufen. Wissenschaftlich betreut wird es vom Institut für Natur- und Ressourcenschutz der Christan-Albrechts-Universität zu Kiel. Das Besondere: Jeder kann das Verzeichnis mit wichtigen Informationen füttern.

Das geht mit einer kostenfreien App: Unfallzeugen geben bereits am Ort des Geschehens Daten direkt über das Smartphone ein. Der aktuelle Standort wird automatisch erfasst, andere Infos zu Datum oder Wildart können einfach manuell hinzugefügt werden. Zusätzlich lässt sich für die bessere Bestimmung der Wildart ein Foto hochladen. Eine Zwischenspeicherung der Daten auf dem Smartphone ist auch ohne Internetverbindung möglich.

Durch die systematische Erfassung der Wildunfalldaten, weist die App auf gefährliche Stellen im Straßennetz hin. Dies liefert eine Grundlage für Behörden und Wissenschaftler um sinnvolle Entscheidungen bei Straßenbau, Versicherungswesen und Artenschutz zu treffen. Wissenschaftler können über die App zusätzlich Totfunde, wie etwa von Greifvögeln oder Fledermäusen unter Windkraftanlagen erfassen. Zudem ist es möglich, die Ausbreitung von Wildkrankheiten zu dokumentieren und letztendlich zu vermeiden.

Je mehr Menschen die App nutzen, umso verlässlicher ist die Datenbasis, die mittlerweile auf 40.000 Einträge angewachsen ist - eine wahre Erfolgsgeschichte! Deshalb fordere ich jeden auf: Laden Sie die Tierfund-Kataster-App auf Ihr Smartphone und passen Sie Ihren Fahrstil den besonderen Bedürfnissen der Wildtiere an.

Durch eine schöne Landschaft zu cruisen ist sowieso erholsamer als zu rasen. Kommt es bei aller Vorsicht doch zu einem Unfall mit einem Wildtier, dann informieren Sie auf jeden Fall die Polizei! Dies gilt auch, wenn Ihr Fahrzeug keinen Schaden aufweist und das Tier geflohen ist. Verletzte Tiere suchen oft mit letzter Kraft das Weite, um sich zu verstecken.

Sie leiden unter großen Schmerzen und sterben einen qualvollen Tod. Wird der Unfall bekannt gegeben, können die örtlichen Jäger dem Tier nachspüren und es erlösen. Wildtierschutz geht uns alle an!

Die kostenlose App können Sie hier herunterladen:

http://bit.ly/App_für_iOS

http://bit.ly/App_für_Android

http://www.tierfund-kataster.de

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