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Digitalisierung? Wo der Mensch der Maschine überlegen ist

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STOCK BROKER WORRY
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Das Duell der Duelle: Mensch gegen Maschine.

Wie lang können die Menschen noch die Oberhand behalten? Die Maschinen eliminieren Menschen im Job, künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch, die Roboter werden immer menschlicher und wer weiß, wann die Transformers Realität werden.

Klingt verrückt, aber ich habe nur ein bisschen überspitzt, um Sie auf den Kampf Maschinen, naja eigentlich Computer, gegen die Anleger und Investoren einzustimmen. Sie werden auch an der Börse immer stärker eingesetzt - die Maschinen, die in Windeseile Entwicklungen an den Märkten abgleichen und Transaktionen durchführen.

Wer ist besser: Mensch oder Maschine?
Braucht es dann künftig auf dem Börsenparkett überhaupt noch Menschen oder ist die Spezies der Broker eine aussterbende Rasse? Und wer dominiert hier eigentlich wen - der Mensch, der die Computer programmiert, oder die Maschine, die dann die Menschen besiegt?

Denken Sie nur an Gary Kasparov und Deep Blue. Kasparov konnte 1996 das erste Match mit sechs Partien gegen den Schachcomputer für sich entscheiden. Die Revanche verlor der Schachweltmeister ein Jahr später jedoch, weil IBM die Maschine weiterentwickelte. Deep Blue konnte dann 200 Millionen Stellungen pro Sekunde berechnen. Gleichzeitig wurde IBM vorgeworfen, dass der Computer nur dank menschlicher Unterstützung gewann. Gegen die Kombination aus Computer und Mensch hat ein einzelnes menschliches Gehirn eben keine Chance.

Zugegeben: In der Komplexität von Berechnungen und in der Schnelligkeit sind Computer dem Menschen einfach überlegen. Aber auch der Mensch hat eine unnachahmliche Kompetenz: die Kreativität. Der Mensch ist in der Lage in alle Richtungen zu denken und neue Ideen zu entwickeln. Da sind der begrenzte „Speicherplatz" des menschlichen Gehirns und die Tatsache, dass Menschen nicht in der Lage sind, Wissen unvoreingenommen und im vollen Umfang abzurufen, nur bedingt hinderlich.

Stärken kombinieren an der Börse
Nach meiner festen Überzeugung werden deshalb Mensch und Maschine nur gemeinsam erfolgreich sein, insbesondere an der Börse. Insoweit interpretiere ich die Vermutung Kasparovs über die menschliche Unterstützung für Deep Blue durchaus als Fingerzeig für ein kluges Vorgehen im Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

Immer wieder gibt es auch an der Börse Ausnahmetalente, die - gepaart mit Zufall oder Glück - gegen einen Computer gewinnen können. Und Sie finden Börsianer, die wie im Leistungssport das große Feld der Konkurrenten schlagen. Seien Sie sich jedoch sicher: Sie bedienen sich für den Erfolg den Stärken der Computer. Denn sie nutzen die vielfältigen Analysemöglichkeiten, das riesige Datenvolumen und die Schnelligkeit der Maschine, um darauf basierend selbst die Entscheidung über den Kauf oder Verkauf von Aktien zu treffen. Also eine gelungene Kombination.

Diese Synthese war auch 1997 das Erfolgsrezept von Deep Blue, der von Menschen mit wahnsinnig vielen Schachpartien gefüttert wurde und aufgrund der Rechengeschwindigkeit in der Lage war, schneller als Kasparov zu entscheiden.

Entscheidungskraft - der entscheidende Vorteil
Diese Kombination aus der Rechenleistung von Computern und der Kreativität und Entscheidungskraft des Menschen können auch Sie sich zunutze machen, um an der Börse anzulegen. Und Sie können sogar den Markt schlagen - und zwar ohne dass Sie sich täglich mit der Börse beschäftigen müssen.

Ein ganz konkretes Beispiel: Überprüfen Sie den Branchentrend, um einzuschätzen, wie eine Aktie steht. Denn die Börsenhistorie belegt: Eine Aktie ist in der Regel nur so stark wie die Branche, der sie angehört. Prinzipiell haben nämlich alle Unternehmen mit den gleichen Vor- und Nachteilen zu kämpfen. Auch wenn es so scheint, dass sich ein Titel diesem Trend entziehen kann - kurz- oder mittelfristig wird die Aktie der Branche folgen.

Schauen Sie sich den Autosektor an: Im Herbst 2015 stürzte zunächst die VW-Aktie medienwirksam ab. Nach und nach waren dann weltweit alle großen Autobauer vom dem Skandal mehr oder minder betroffen und ihre Aktien fielen. Und auch die Zulieferer der Autobauer bekamen die Probleme zu spüren.

Somit: Nutzen Sie die Zahlen aus einschlägigen Branchenmedien und lassen Sie den Branchentrend entscheiden, in welche Branche Sie überhaupt investieren. Folgt dieser seit mindestens sechs, besser neun Monaten einem soliden Aufwärtstrend und entwickelt sich Ihre ausgesuchte Aktie positiv, können Sie ein Engagement erwägen. Die Entscheidung liegt ganz allein bei Ihnen.

Eine noch höhere Sicherheit erhalten Sie, wenn Sie die Aktie noch ins Verhältnis zu den direkten Mitbewerbern setzen. Wie schnell das geht und wie Sie Ihre Entscheidungskraft für noch mehr Erfolg an der Börse nutzen können, erfahren Sie im E-Book „Aktien beurteilen in 5 Minuten: Die 10 wichtigsten Tipps für sichere Investments an der Börse".

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