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0 % Verzinsung - perfekt für Neueinsteiger an der Börse

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STOCK MARKET
Harvey Tsoi via Getty Images
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Europa, USA, Japan und Großbritannien - überall dasselbe Bild. Die Leitzinsen liegen bei Null beziehungsweise nah dran. In der Schweiz und Schweden sind sie sogar negativ.

Das bedeutet: Kredite aufnehmen und Schulden machen bleibt weiterhin günstig. Aber ob es so erstrebenswert ist, alles auf Pump zu kaufen, wage ich zu bezweifeln. Die Sparer werden mit dieser Zinspolitik hingegen regelrecht bestraft. Groß ist die Angst, dass das Geldvermögen von der Inflation nach und nach aufgezehrt wird.

Damit senden die Notenbanken ein eindeutiges Signal, auch für die Sparer: Vermögensaufbau über herkömmliche Finanzinstrumente - nahezu aussichtslos. Die einzige sinnvolle Alternative zum Sparen heißt: investieren. Und das geht z.B. mit Aktien.

Und wenn nicht jetzt einsteigen, wann dann?

Zins und Inflation bestimmen den Wert des Geldes

Nach strengen ökonomischen Regeln ist das Geld mit dem aktuellen Leitzins von 0 % wertlos. Denn der Zins ist genau genommen der Preis des Geldes. Und wenn etwas nichts kostet, ist es nach einer weit verbreiteten Ansicht auch nichts wert. Noch etwas weiter gesponnen: Das Geld wird damit seiner eigentlichen Funktion als wertneutrales Tauschmittel gerecht.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass der Euro wertlos ist. Denken Sie nur mal an die 70er und 80er Jahre zurück. Im Vergleich zu heute war zwar das Zinsniveau deutlich höher, das Geld aber dennoch viel weniger wert. Da die damaligen Inflationsraten die Zinsen weit überstiegen, reduzierte sich das Geldvermögen der Sparer gemessen an der Kaufkraft viel schneller als heute.

Deshalb müssten sich die Sparer heute sogar glücklich schätzen, denn ihr Geld hat seinen Wert bislang behalten - und das trotz des seit mehreren Jahren anhaltend historisch niedrigen Zinses.

Weltuntergang für Sparer prophezeit

Unter diesen Gesichtspunkten ist es für mich unverständlich, dass insbesondere in Deutschland die Klagen über die niedrigen Zinsen so laut sind und der Nation ein großes Unheil zu drohen scheint.

Nicht nur der bayrische Finanzminister Markus Söder spricht von einer Enteignung der Sparer. Es ist zu lesen: „Die Lunte brennt." „Die Anleger befinden sich im Fegefeuer der Notenbanken" und „... dass das alles auf ein schlimmes Ende zusteuert". Kein Wunder, dass viele Anleger und Sparer verwirrt und verängstigt sind und sich nicht darauf fokussieren können, was wirklich zählt.

Das ist zum einen: Deutschland geht es im internationalen Vergleich bestens. Die Wirtschaft wächst, die Unternehmen sind gefestigt und auch den meisten Privatpersonen geht es gut - die privaten Konsumausgaben stiegen jedenfalls so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr. Und die Aktivitäten der EZB zielen vor allem auf die südeuropäischen Staaten ab, deren Wirtschaft leider nicht so gut funktioniert wie in Deutschland.

Aktienmärkte beflügelt

Und dann sind da ja noch die Aktienmärkte. Die scheinen sich von den Unheilwarnungen nicht beeindrucken zu lassen. Auch ein nahender Brexit lässt die Börsen mittlerweile kalt. Im Gegenteil: Nach dem anfänglichen Schock mit kurzen Kursausschlägen kam es an den Börsen sogar zu einer leichten Aufwärtsbewegung. Der vielfach prognostizierte Supergau blieb aus und wird auch in naher Zukunft nicht erfolgen. Ist ja auch logisch: Alle Schreckensszenarien sind den Anlegern nun bekannt und in den aktuellen Kursen enthalten. Und Fakten wie die niedrigen Zinsen und Rohstoffpreise - wie sie aktuell vorherrschen - sind nun einmal das beste Fundamente für eine Hausse am Aktienmarkt.

Natürlich verstehe ich die Skepsis der Sparer. Die Vorbehalte gegenüber dem Aktienmarkt sind groß und die Angst vor einem Verlust des Vermögens hat sich nicht zuletzt durch den Neuen Markt und die Finanzkrise von 2008 in den Köpfen eingebrannt. Nichtsdestotrotz: Momentan ist immer noch ein guter Zeitpunkt für Sie, um in den Aktienmarkt einzusteigen.

Das Kursniveau ist aktuell relativ fair - das heißt, Sie können Aktien derzeit günstig einkaufen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es in diesem Jahr noch einen großen Crash geben wird - und Schwankungen von rund 15 Prozent innerhalb weniger Tage und Wochen gehören mittlerweile zur Normalität.

Perfekt für Börsenneulinge

Nutzen Sie die Gelegenheit und probieren Sie sich mit kleinen Summen an der Börse aus. Vielleicht suchen Sie sich auch einen vertrauenswürdigen Ratgeber, der Ihnen zeigt, worauf es bei der Investition ankommt. Verzichten Sie aber bitte auf Finanzinstrumente, die Sie nur viele Gebühren kosten oder sogar Ihr angelegtes Kapital auffressen.

Kaufen Sie besser selbst Aktien. Das bereitet mehr Freude, denn Sie können damit viel besser Ihre eigenen Erfahrungen an der Börse machen und brauchen anschließend auch mit niemandem Ihre Anlagegewinne teilen. Und warten Sie nicht zu lange, denn der Markt steigt weiter - und damit die Preise beim Aktienankauf.

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