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Wer seine Macht nicht nutzt, verliert sie

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Auf eine aufschlussreiche Suche nach den emotionalen, gesellschaftlichen und organisationalen Kernelementen der Macht, geht der Organisationspsychologe, Führungskräfte-Coach und Berater Oscar David in seinem Buch Facetten der Macht. Zwischen Instinkt und Integrität.

In den Niederlanden schon in der dritten Auflage erschienen, kommt die Publikation erstmals in deutscher Sprache in den Buchhandel.

David beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem Thema Macht, hat in seiner Arbeit - wie er schreibt - mit Vorständen, Direktoren und Führungskräften Hunderte von Geschichten über Macht gehört.

So viel, dass er im Laufe der Jahre begann, Theorien zum Thema zu entwickeln. Der Autor vermittelt einen breiten Ăśberblick ĂĽber das international aktuelle Management Coaching Know-how.

Machtbeziehungen Schicht für Schicht entblättert

Zur Illustration lässt er den Leser an eindrucksvollen Begegnungen mit Führungspersönlichkeiten aus Politik und dem europäischen Wirtschaftsleben teilhaben. Schicht für Schicht schält er Wirkungsweise und Dynamik von Machtbeziehungen heraus - und entwickelt ein Modell, das unterschiedliche Facetten der Macht im Spannungsfeld von Instinkt, Kontrolle und Integrität ausleuchtet.

Wer keine Macht hat, kann sie auch nicht missbrauchen oder verlieren. Ganz ohne Macht jedoch bewegt sich nichts. Und wer mit seiner Macht nichts anzufangen weiĂź, wird sie bald wieder verlieren.

David beobachtete, dass erfahrene Top-Manager sich dadurch auszeichnen, dass sie auf neuen Positionen ĂĽberdurchschnittlich gut darin sind, Koalitionen zu schmieden.

Hausmacht sichert Macht

Managern, die von Großunternehmen kommen, sich dort ihre Hausmacht Schritt für Schritt aufgebaut hatten und damit in Top-Positionen gekommen waren, würden oft unterschätzen, dass sie sich bei einem Jobwechsel wieder rasch eine neue Hausmacht aufbauen müssten.

Wer Macht habe, mĂĽsse sie auch gebrauchen. Das gelinge nicht, ohne sich Feinde zu machen. Dann komme es darauf an, dass der Manager VerbĂĽndete habe.

Geht Macht wiederum mit integerem Handeln einher, erfahren wir sie, so Oscar David, als kraftvoll, wertschätzend und inspirierend. Als Vorbild eines sinnvollen und integeren Umgangs mit persönlicher Macht, verweist der Niederländer auf Angela Merkel, die ihre Macht, so wie es sein solle, dafür einsetze, der Gemeinschaft zu dienen.

So habe sie bereits kurz nach der Amtseinführung George W. Bush jr. widersprochen und eine militärische Beteiligung im Irak abgelehnt. Nach Fukushima habe sie unter Missachtung wirtschaftlicher Interessen den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen.

Beide Entscheidungen zeigten ihre Bereitschaft, sich für die Befindlichkeiten eines großen Teils der deutschen Bevölkerung einzusetzen - "ungeachtet der Reaktion von verbündeten Staaten oder den Interessen der Wirtschaft".

Mächtig bleibe langfristig nur derjenige, der seine Macht sinnvoll nutze, mit ihr der Gemeinschaft diene und seinen Mitarbeitern Sicherheit und Wertschätzung vermittelt.

Lernen, mit Macht umzugehen

"Wie können wir lernen, weise mit Macht umzugehen - mit unserer eigenen und der, der wir ausgesetzt sind? Oscar David begibt sich in diesem Buch mit seinen Lesern auf einen sehr persönlichen, tiefgründigen und sorgfältig kartographierten Streifzug durch die Phänomenologie von Macht", schreibt Christof Bosch, Mitglied des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH.

Das lehrreiche und leicht lesbare Buch ist ein Gewinn fĂĽr Topmanager und diejenigen, die Top-Manager kommunikativ beraten und coachen.

Oscar David
Facetten der Macht: Zwischen Instinkt und Integrität
272 Seiten, fester Einband. € (D) 39,95
ISBN Print 978 3 503 16660 2
ISBN eBook 978 3 503 16661 9
Erich Schmidt Verlag, Berlin 2016

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