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Wenn das Böse Karriere macht

28/02/2016 14:08 CET | Aktualisiert 28/02/2017 11:12 CET
Hinterhaus Productions via Getty Images

Es wäre ein britischer Kriminalroman wie manch anderer - „Die Ernte des Bösen" mit dem Ermittlerduo Cormoran Blue Strike und Robin Venetia Ellacott, wenn sich nicht hinter dem Pseudonym des Autors Robert Galbraith die Erfolgsautorin schlechthin, Harry-Potter-Magierin J. K. Rowling verbergen würde.

Der Kern des Plots ist schnell erzählt: Robin Ellacott, der toughen Assistentin des Londoner Privatermittlers Cormoran Strike, wird durch einen Motorradkurier ein abgeschnittenes Frauenbein zugestellt. Im Paket findet sich eine Botschaft, die Strike sofort in Alarmbereitschaft versetzt.

Während er die Metropolitan Police auf eine mögliche Spur ansetzt, taucht das ungleiche Ermittlerduo tief in Strikes Vergangenheit ein. Denn dort vermutet der frühere Ermittler der Britischen Militärpolizei den Ursprung des Bösen, das sich in den perfiden Taten des offenbar psychopathischen Mörders erhebt.

Die abgrundtief dunklen Seite des Menschen

Das kann man mögen: das Tiefschwarze Britischer Kriminalromane, die dunklen Seiten des Menschen, das Perverse, die Lust, Zeuge von Verstümmelungen zu werden. Aber muss man es mögen?

Ich gestehe: Ich hatte mein Problem mit dem Roman. Zwar lüften sich manche Geheimnisse rund um die Person Cormoran Strike, was die Leser der ersten beiden Bücher der „Cormoran-Reihe" freuen wird. Gleichzeitig aber werden so viele Personen in Stellung gebracht, dass man sich fast schon Notizen machen muss, um die verschiedenen Stränge im Auge zu behalten.

Die vielen Schau- und Ermittlungsplätze verstärken die Unübersichtlichkeit. Hinzu kommt, dass Joanne K. Rowling alias Robert Galbraith mit Songtexten der Heavy Metal Band Blue Öyster Cult (BÖC) eine Meta-Ebene einführt, die dem Gesamten einen intellektuellen Touch geben soll. Was entgeht einem, wenn man in dieser Musikwelt nicht zuhause ist?

Gute Drehbuchvorlage

Mich hat das Buch nicht mitgerissen. Mir war das Gemetzel zutiefst unappetitlich. Umso erstaunter las ich, wie enthusiastisch sich die Autorin in ihrer Danksagung über ihre Arbeit an dem Krimi äußert: „Ich kann mich nicht erinnern, jemals mehr Spaß beim Verfassen eines Romans gehabt zu haben, als bei Die Ernte des Bösen."

Bei allem muss man dennoch zugeben: Der Roman ist geschickt gemacht. Vieles von dem, was mich als Leser nicht überzeugt hat, kann für ein Drehbuch nützlich werden. Im November 2015 wurde bekannt, dass der US-Sender HBO zusammen mit der BBC eine TV-Serie mit Cormoran Strike plant.

Robert Galbraith

Die Ernte des Bösen

Originaltitel: Career of the Evil

Verlag Blanvalet ISBN 978-3-7645-0574-5, 670 Seiten

Erscheinungstag: 29. Februar 2016

22,99 Euro

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