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Traum von Afrika: Namibias Nationalpark Waterberg

01/11/2015 13:21 CET | Aktualisiert 01/11/2016 10:12 CET

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Waterberg-Plateau.

Das ist ein Tafelberg, der sich deutlich vom umgebenden Gelände abhebt. Da das Plateau selbst porös und wasserdurchlässig ist, sammelt sich das Wasser im Tal auf einer undurchlässigen Tonschicht, und speist hier eine Vielzahl von Quellen.

Durch die Feuchtigkeit entsteht hier natürlich auch eine üppige Vegetation, hier wachsen Feigenbäume, Lilien und Korallenbäume. Dementsprechend gibt es auch eine artenreiche Fauna, die sich hier heimisch fühlt: Nashörner, Gnus, Antilopen und die kleinen Damara-Dik-Diks.

Üppige Vegetation erlaubt eine Vielzahl von Lebensformen

Wir sehen auch Kapgeier, die hier ein Brutgebiet haben. Die riesigen Vögel haben eine beeindruckende Flügelspannweite von drei Metern. Das wirkt auch schon fast so bedrohlich wie ein Meteorit, wenn so etwas über einem kreist.

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Im Waterberg Nationalpark unternehmen wir am Nachmittag eine kleine Wanderung und genießen einen traumhaften Blick über die Ebene. Gleich in der Nähe beziehen wir eine kleine, sehr saubere Lodge mit richtig hübschen Zimmern. Auch einige Gästefarmen sind in der Nähe.

Gästefarmen sind reine Selbstversorger

Gästefarmen sind in Namibia übrigens fast überall enorm gastfreundliche Unterkünfte, daneben lernt man eine ganze Menge über das Farmwesen und die Möglichkeiten sich in Namibia vollkommen autark zu versorgen - vom stromlosen "Kühlhaus", das aus einem Gebäude besteht, in dem Wasser ständig über eine mit Holzkohle gefüllte Zwischenwand geleitet wird und so durch Verdunstung für Kühlung sorgt bis hin zu den Windrädern, die das Gebäude mit Strom versorgen oder Wasser aus der Tiefe fördern.

Oft ein hartes Leben für die Farmer - aber auch ein unabhängiges, und in manchen Tourismusgebieten ein zunehmend einträgliches. Das ganze Farmwesen kenne ich natürlich gut von der Farm meines Bruders.

Am nächsten Morgen streikt erst einmal unser Wagen. Er weigert sich beharrlich, anzuspringen. In ihrer hilfsbereiten Art schauen alle in der Nähe weilenden Namibier angestrengt besorgt auf den Motor, können aber nichts entdecken, er ist noch da.

Namibianer sind immer hilfsbereit

Ratschläge gibt es auf Deutsch, auf Englisch, auf Afrikaans, Diskussionen im Hintergrund über die Ursache noch in ungefähr siebzehn anderen, für uns völlig unverständlichen Dialekten. Dann nach dem ungefähr fünfzigsten Versuch beschließt der Motor, dass er es mit sturer deutscher Hartnäckigkeit nicht aufnehmen kann und fügt sich brummend in sein Schicksal.

Was für ein Glück - denn Pannen sind im menschenleeren Namibia mit seinen großen Entfernungen immer eine relativ komplizierte Sache - und Fachwerkstätten gibt es klarerweise auch nicht gerade um die Ecke. Ein wenig beruhigend ist, dass die Farmer in Namibia sich mit dem Toyota Hilux sehr gut auskennen, fährt doch fast jeder Farmer mindestens ein solches Auto. Wenig Elektronik und einfache, robuste Technik, helfen in den meisten Fällen weiter.

Immerhin waren wir noch an der Lodge gewesen - ein klarer Vorteil. Aber so ist es uns eindeutig lieber. Während der Rückfahrt nach Windhoek hören wir immer wieder einmal besorgt auf die Geräusche, die der Motor so von sich gibt - aber alles scheint rund zu laufen. Auch die Inspektion dort bringt keine Ursache zutage - es scheint ganz einfach wirklich eine Laune des Motors gewesen zu sein. Am erleichterten Blick meines Bruders bemerke ich, dass ihm ungefähr die gleichen Gedanken durch den Kopf gegangen sind, wie mir.

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Während der Fahrt zurück nach Windhoek machen wir noch einen schnellen Abstecher nach Okakarara - eine typische Herero-Siedlung.

Ein Shop soll die Einkommensquelle der Hereros werden

Die Hereros leben von ihren Rindern und von der Milchwirtschaft. Das wird immer schwieriger - das Land ist trocken, es regnet zu wenig und die Weiden sind hoffnungslos überweidet.

Es sieht so aus, als müssten sich die Hereros für die Zukunft eine andere Einkommensquelle suchen, mit den Rindern ist kein Hinkommen mehr - die Versuche, mit einem Souvenirshop und einem Café sind zwar eine Möglichkeit, ein wenig von den Touristen zu profitieren, verliefen bislang allerdings aber mehr oder weniger ergebnislos. Der Weg in eine glänzende Zukunft wird das sicher nicht.

Wir unterhalten uns noch ein wenig mit den Einheimischen, spüren in den Gesprächen auch die Ratlosigkeit und einen leichten Anflug von Verzweiflung. Hier wird es wohl bald große Veränderungen geben - und wohl nicht alle werden positiv ausfallen.

Hinfahren lohnt sich.

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