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Darum lassen sich Berliner ihre Pakete nicht mehr nach Hause liefern

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DHL BERLIN
Tobias Schwarz / Reuters
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Zwei Klicks und schon ist wieder ein Paket unterwegs. Der private Versand von Paketen steigt stetig und Online-Händler gehen durch die Decke. Nicht umsonst kämpft DHL ständig gegen Personalknappheit und testet allerhand neue Konzepte.

Doch mit Überlastung der größten und bekanntesten Dienste steigt auch die Unzufriedenheit der Kunden. In Berlin beispielsweise bestellen schon viele Menschen ihre Pakete nicht mehr nach Hause, da sie fürchten, dass diese entweder gar nicht erst ankommen oder sowieso als "nicht angetroffen" markiert werden - dabei saß man fast schon wartend hinter der Tür.

Verschiedenen Berichten zufolge kommt es ab und an noch dicker, nämlich dass Pakete komplett verschwinden. Natürlich beschränkt sich das häufig auf Einzelfälle, insgesamt spiegelt es aber die Überlastung einzelner Paketdienste wieder.

Die DHL sucht beispielsweise händeringend Lieferboten, um der Masse an Aufträgen Herr zu werden. Wie erst kürzlich bekannt geworden, wollen sie beispielsweise ehemalige Bundeswehrmitarbeiter für den Dienst am Paket gewinnen.

Das Ergebnis des Fokus auf die DHL: Menschen holen ihre Pakete im Paketshop ab. Oftmals ist dies erst am Folgetag möglich - zu Geschäftszeiten, die denen der meisten Arbeitnehmer gleichen. Der Service-Faktor ist damit dahin.

Dabei trifft die DHL kaum Schuld, denn dass das Paketvolumen sich bis 2025 noch einmal verdoppeln wird, liegt nicht an ihnen. Online-Händler greifen daher auch schon länger auf Alternativen zur Post-Tochter zurück, was für den kommerziellen Versand auch wichtig ist.

Ohne Hermes, DPD und UPS wäre die Transportbranche schon unter der Belastung zusammengebrochen. Private Nutzer trauen sich bisher jedoch noch nicht so richtig, ihre privaten Pakete mit der DHL-Konkurrenz zu versenden, dabei ist der Aufwand gleich. Bisher regiert aber die Gewohnheit den Versandmarkt, was darin resultiert, dass Menschen einfach zur stationären Post laufen und dort den Preis fürs Paket akzeptieren.

Damit stellen sich die Verbraucher nicht besonders schlau an, da sie die Bedingungen von DHL einfach so akzeptieren, ohne die Konkurrenz überhaupt in Betracht gezogen zu haben und andererseits zur Überlastung beitragen. Die Stärkung des Konkurrenzkampfes ist damit auch ein Gewinn an Servicequalität. Die Nutzung von DPD, UPS & Co. ist Dank Online-Vergleichsportalen auch keinerlei Hindernis mehr und vor den großen Namen der Logistiker muss man ebenfalls keine Angst haben.

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