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Digitalisierung verändert das Leben

22/07/2016 15:59 CEST | Aktualisiert 23/07/2017 11:12 CEST
Ellagrin via Getty Images

Eine Studie von LIFE untersuchte, in welchem Maß die digitale Revolution unser Leben verändert und verändern wird. LIFE ist ein Forschungsinstitut, das, unterstützt von der Telekom, Forschungsstudien zu verschiedenen Schwerpunkten im digitalen Zeitalter herausgibt. So stehen bei dieser Studie die Veränderungen unterschiedlicher Lebensaspekte durch die Digitalisierung im Fokus.

Sieben Kernbereiche wurden bestimmt:

  • Familie und Freunde
  • Sicherheit
  • Materielles und Finanzen
  • Arbeit und Lernen
  • Freizeit und Wohlbefinden
  • Gesellschaft und Gemeinschaft
  • Gesundheit und Fitness

Der Grad der Vernetzung und Digitalisierung ist im Bereich der Familie und Freunde an höchsten, am geringsten im Bereich Freizeit und Fitness. Dabei gibt es keine Unterschiede in der Präferenz zwischen den normalen Usern und den First Movern respektive der Nutzungsavantgarde.

Lediglich im Bereich der Nutzungsintensität bestehen Unterschiede. Rund 50 Prozent der User wickeln beispielsweise online finanzielle Transaktionen wie Online-Banking oder Einkäufe ab. Ein Bereich entwickelt sich zurzeit: der Bereich Arbeit und Lernen. Hier ist im Bezug zur Digitalisierung eine Zunahme des Interesses zu verzeichnen.

Digitalisierung und Arbeitnehmer

Immerhin mit 44 Prozent der Befragten nutzen die Digitalisierung bereits an ihrem Arbeitsplatz und arbeiten an unterschiedlichen Projekten mit unterschiedlichen Partnern zusammen oder verbessern ihre Qualifikationen über E-Learning.

Damit ist in vielen Fällen eine Vernetzung im Leben nicht mehr wegzudenken. Auch die Erwartungen der Experten und User sind hier ähnlich. Bei Konsumenten, die bislang wenig mit den industriellen Entwicklungen und neuer Kommunikationsformen zu tun haben, schätzen immerhin 64 Prozent, dass der Vernetzungsgrad weiter steigt. Erwartet wird, dass Industrie 4.0 auch größere Arbeitsfreiräume schafft, also auch der Arbeitnehmer entscheidet, wann und wo er seine Arbeit verrichtet.

Im Bereich Lernen geht die Erwartung bei Konsumenten hin zu einer offener werdenden Informationsgesellschaft, in der Wissen frei verfügbar sein soll. Schaut man sich die Avantgarde der Vernetzung an, hierunter auch die sogenannten digital Natives, so können sich 81 Prozent nicht mehr vorstellen, auf diese Techniken zu verzichten. Wenn man sich vorstellt, dass diese Techniken erstmals 2011 auf der Hannover Messe einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist dies eine sehr große Zahl.

Dennoch ist auch die digitale Nutzungsqualität noch unterschiedlich. Die meisten Arbeitnehmer nutzen beispielsweise das Netz immer noch als Informationsquelle und weniger, um damit die Arbeit zu vernetzen. Aber immerhin 62 Prozent finden eine Digitalisierung interessant oder sehr interessant. Hauptinteresse gilt dabei der Web Collaboration, also Diensten, mit deren Hilfe man an unterschiedlichen Orten auf der Welt gemeinsam an Dokumenten und Projekten innerhalb eines Unternehmens oder mit Partnerunternehmen arbeiten kann.

Im Bereich E-Learning sind für die Befragten besonders Computer-based-Learnings, Distance Learning, Virtuelle Klassenzimmer und das Edutainment von besonderem Interesse. Noch größeres Interesse an E-Learning besteht in Europa beispielsweise in Frankreich. Etwas ist aber auch wichtig: Die E-Learning-Angebote sollten rund um die Uhr verfügbar sein und dann abrufbar sein, wenn der Arbeitnehmer Zeit hierfür hat. Nine-to-Five-Angebote sind somit uninteressant.

Viele Arbeitnehmer und Lernende sind auf die Digitalisierung eingestimmt

Die Studie zeigt, dass Arbeitnehmer und Lernende der digitalen Welt gegenüber aufgeschlossen sind. Sie sehen hier die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Angst vor der digitalen Revolution besteht somit kaum. Allerdings wird auch erwartet, dass dadurch positive Effekte für das Privatleben entstehen. Digitalisierung wird unter dem Gesichtspunkt Zeitersparnis, effizienteres und zielgerichtetes Arbeiten gesehen.

Somit besteht auch die Möglichkeit in Betrieben selbst, die digitale Revolution voranzutreiben, die Arbeitnehmer haben daran Interesse. Vorreiter beim digitalen Arbeiten ist noch Südkorea, hier arbeiten bereits 31 Prozent der Beschäftigten so und können Arbeiten in Zügen, zu Hause oder an einem Ort ihrer Wahl ausführen. Hier hinkt Deutschland sicher noch hinterher. Allerdings sollte bei Vergleichen mit anderen Ländern auch immer berücksichtigt werden, dass Industrie 4.0 aus unterschiedlichen Aspekten vermehrt im Betrieb selbst stattfindet und sich manche Arbeitsaufgaben auch nicht so einfach komplett digital ausgliedern können.

Insgesamt scheinen sich Arbeitnehmer und Lernende auf die nächste industrielle Revolution vorbereiten zu wollen. Damit ist eine wichtige Basis gelegt, dies Wissen auch in den Unternehmen zu nutzen und für zukünftige Aufgaben weiterzuentwickeln.

Weitere Artikel zu den Themen Digitalisierung, Internet of Things und Industrie 4.0 finden Sie hier.

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