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Tonder - das schönste Festival der Welt

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Ein kleines dänisches Städtchen, kurz hinter der deutschen Grenze schickt sich an, das beste Country-, Folk- und Americana-Festival auszurichten. Nicht nur in Europa. Das Event setzt längst global neue Qualitäts- und Wohlfühl-Maßstäbe.
Große Namen buchen - das machen andere Festivals auch. Dazu ist eigentlich jeder Veranstalter mit dem nötigen Kleingeld in der Lage. Es ist also beileibe nicht - nur - das Line-Up, das Tonder zu dem gemacht hat, was es heute ist: eines der beliebtesten und schönsten Musik-Events in, nun ja, wie wär's mit : der ganzen Welt?

Festival für die ganze Familie

Die 42. Ausgabe des kurz hinter der deutschen Grenze - rund zwei Autostunden von Hamburg - ausgetragenen Festivals erlaubt jedenfalls jede Form des Superlativs. Dafür sorgte zum einen das hervorragend zusammengestellte Programm: Top-Stars der Americana-Szene wie The Avett Brothers, Jason Isbell, Rosanna Cash mit John Leventhal und Anderson East fehlten dabei genauso wenig, wie top-talentierte Newcomer und Geheimtipps - Acts wie der bärtige Folk-Troubadour Jeffrey Foucault, die genauso spröde wie intensive Mary Gauthier, die mit überbordender Energie ausgestatteten The Dead South aus dem Norden Kanadas oder die temperamentvollen Country- und Folk-Ladies Caitlin Canty und Margo Price.

Wer Spielfreude sucht - in Tonder wird man fündig

Sie alle boten auf unterschiedlich großen Bühnen ausnahmslos grandiose Shows. Wer Acts mit Spielfreude sucht - in Tonder wird er fündig. „Das Festival hat einen ganz besonderen Charme", sagt Scott Avett im Gespräch mit CountryUndCo, „wir sind in diesem Jahr bereits zum dritten Mal hier." So wie die Band vor mehreren Tausend Fans auf der großen Open-Air-Bühne gefeiert wurde, dürfte es nicht das letzte Tonder-Gastspiel der Americana-Überflieger aus North Carolina gewesen sein. „Wir fühlen uns wohl hier", ergänzt Scotts Bruder Seth vier Stunden vor Showtime, „die Leute sind wahnsinnig nett, alles ist entspannt und dazu gut organisiert."

Sogar die Ordner lächeln

Kann man nur bestätigen. Schon beim Einlass begrüßen einen freundlich lächelnde Ordner. Stress? Nicht hier! Diese positive, tiefenentspannte Grundstimmung zieht sich durch das gesamte Programm, über alle Zelte, Bühnen, Arenen, durch alle Restaurants, Imbissbuden, CD-Shops, Kinderspielplätze und Kaffee-Stände. Da passt es gut, dass eine aktuelle Studie die Dänen zur weltweit glücklichsten Nation kürten. Wer auf dem Tonder-Festival 2016 war, wird das Ergebnis sicher nicht anzweifeln. Mary Gauthier, die unaufhörlich tourende Singer/Songwriterin aus Nashville, mag das Tonder-Wohlgefühl aber nicht vom gebotenen Programm trennen: „Es ist wie ein Familientreffen. Man kennt sich, man schätzt sich, man geht zu den Konzerten der Kollegen und Kolleginnen. Da entstehen wunderbare Vibes."

Vibes, die auf die rund 11.000 Tonder-Besucher übergesprungen sind. Dass sich in diesem Jahr sogar Wettergott Petrus als Americana-Fan outete und sonniges Bilderbuch-Wetter spendierte, rundete den Erfolg des Events perfekt ab. Man darf sich jetzt schon auf Tonder 2017 freuen: Vom 24.-27. August haben sich unter anderem Loudon Wainwright III., Grant-Lee Philips und Sara Watkins angekündigt.