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Das Oktoberfest geht weiter - in Amerika

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DRUNK OKTOBERFEST
Getty
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Während in München die Oktoberfestzelte gerade für ihren Einsatz auf der Wiesn im nächsten Jahr eingemottet werden, sind Bierzelte andernorts noch mit prallem Leben gefüllt. Zum Beispiel in den USA. Vor allem im Bundesstaat Tennessee. Hier hat man für deutsche, beziehungsweise bayerische Traditionen eine echte Schwäche. Und welche Tradition ist schon deutscher beziehungsweise bayerischer als das Oktoberfest?

In Nashville steigt deshalb seit 1980 das „Nashville Oktoberfest". Im 35. Jahr zählten die Veranstalter stattliche 143.000 Besucher - die angeblich 700 Fässer Bier und 960 Flaschen Wein leerten, sowie 6.500 Bratwürste und 8.000 LBS von „German Potato Salad" verdrückten. Der Gerstensaft wird übrigens - hier wie dort - stilecht aus Maßkrügen konsumiert. Tradition ist nun mal Tradition.

„Chattanooga Choo Choo"

Das sieht man im zwei Stunden von Nashville entfernten Chattanooga nicht anders. Die landschaftlich reizvolle Studentenstadt avanciert mit grüner Umweltideologie und einem florierenden Kulturbetrieb gerade zum Boom-Town in den USA. Ähnlich wie in Nashville liebt man auch in der einstigen Eisenbahner-Metropole - man denke an Glenn Miller's „Chattanooga Choo Choo" - alles was deutsch ist (ok, Volkswagen vielleicht momentan etwas weniger).

Und was irgendwie mit Tradition zu tun hat. Der lokale Oktoberfest-Ableger steigt seit zehn Jahren im knapp sieben Kilometer entfernten „Rock City" - eine kleine Enklave auf dem Hochplateau eines gewaltigen Felsmassivs - und heißt kreativ wortspielend „Rocktoberfest". Trotz des an Stones, Bon Jovi & Co erinnernden Namens bleibt man aber auch in der Felsstadt streng traditionell.

Abenteuerliche Namen

Mindestens. So gastieren noch bis Ende Oktober Formationen mit geradezu abenteuerlichen Namen. Darunter: „The Wurstbrats", „Die Mitternaechters" und „The Musik Meisters". Zu den „typisch deutschen Klängen" gibt es Polka-Stunden, Trachtengruppen, deutsches Essen und natürlich: Bier aus großen Krügen.

Auch wenn manch oberbayerischer Schuhplattler über Programm und amerikanischem Trachten-Style die schnupftabak-geschwärzte Nase rümpfen sollte - in Rock City ehrt man mit diesem Fest die Gründerin der fantastisch gelegenen Fels-Gemeinde: die deutsche Frieda Utermoehlen Carter. Die teutonische Patin legte in den 1920er Jahren in Rock City einen bezaubernden Blumengarten an - Gartenzwerge natürlich inklusive.

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