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Happy Birthday, Jack!

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCOTCH
Sean Molin - www.seanmolin.com via Getty Images
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Vor 150 Jahren hat ein gewisser Jasper Newton „Jack" Daniel ein ganz besonderes Feuerwasser erfunden. Seit dem ist Jack Daniel's Whiskey buchstĂ€blich in aller Munde. Vor allem bei Musikern genießt der bernsteinfarbene Whiskey höchste Anerkennung. Sanfte HĂŒgel. WĂ€lder. Eine Farm hier, ein kleines Anwesen da.

Wer sich von Nashville auf den Weg nach Lynchburg, Tennessee, macht, bekommt schon wĂ€hrend der Fahrt ein GespĂŒr fĂŒr die MentalitĂ€t der hier lebenden Menschen. Sie sind: freundlich. GemĂŒtlich. Entspannt. Auch in dem kleinen, paar Hundert Seelen zĂ€hlenden Kaff namens Lynchburg sind sie das, und dazu - mehr oder weniger - mit der weltberĂŒhmten Whiskey-Marke „Jack Daniel's" verbunden. 1866 erwarb dieser genauso kleingewachsene wie in großen Dimensionen denkende Jasper Newton „Jack" Daniel ein StĂŒck Land im besagten Lynchburg. Schon als 14-jĂ€hriger war er, so heißt es, vom Whiskeybrennen fasziniert. Doch der Mann war auch clever.

Er hatte schon im spĂ€ten 19. Jahrhundert ein GespĂŒr fĂŒr Marketing und Werbung. Auch wenn es damals so wichtig klingende Begriffe wie „Corporate Design", „Corporate Identity" oder USP noch lĂ€ngst nicht gab, so fĂŒhrte Mister Daniel seine Destillery dennoch schon damals nach ziemlich genau diesen Marketing-Pfeilern: Er filterte den Whiskey durch Holzkohle - was sich farblich und geschmacklich auswirkte und ihn somit einzigartig machte; er fĂŒllte das hochprozentige Destillat in kantigen Flaschen ab - was ihn von allen Mitbewerbern bis heute unterscheidet; und er wusste, dass man durch Persönlichkeit - sein Konterfei auf dem Flaschenetikett - eine emotionale Bindung zum Produkt herstellen kann.

Selbst der Name „Old No. 7" ist: pures Marketing. Er hat keinerlei Bedeutung. Aber er klingt gut ... Schlauer Kerl, dieser Jack Daniel. Aber auch ein recht resoluter und ungehaltener Zeitgenosse. So trat er angeblich eines Morgens mit dem Fuß so vehement gegen den sich partout nicht öffnenden Firmensafe, dass er sich dabei den Fuß brach. Und spĂ€ter an den Folgen - eine Blutvergiftung - im Jahr 1911 verstarb.

Jack Daniel's mag seit knapp 105 Jahren unter einem Grabstein in Lynchburg ruhen. Das von ihm gegrĂŒndete Unternehmen und sein nach seinem Rezept produzierter und nach ihm benannter Whiskey leben, wie man weiß, weiter. Und das nicht gerade schlecht. Davon durfte sich vor kurzem ein knappes Dutzend Journalisten aus aller Welt ĂŒberzeugen.

Sie hörten die Legenden, die sich um das Feuerwasser ranken; sie spĂŒrten die Begeisterung der Mitarbeiter fĂŒr ihr Produkt und sie durften - das muss dann schon sein - die angewachsene Produktpalette des Whiskey-Herstellers antesten. Jeff Arnett, als Chef-Destiller ist er fĂŒr die QualitĂ€t des KultgetrĂ€nkes verantwortlich: „Ich halte es da gerne mit dem alten Firmenslogan: `Every day we make it, we'll make it the best we canÂŽ Schöner kann man die Firmenphilosophie nicht in Worte packen." Jack Daniel's, so haben wir gelernt, hat weltweit seine Fans. In allen LĂ€ndern und Breitengraden verströmt der gute, alte „Jack Daniel's Old No.7" seinen kultiges Aroma. Der Schnaps sei lĂ€ngst ein Botschafter und AushĂ€ngeschild des Bundesstaates.

„Wer Tennessee hört", sagt Arnett, der optisch ganz und gar dem Klischee des kernigen Country-Kerls entspricht, „der denkt sofort an Musik - und an Whiskey. An Jack Daniel's." Musik und Jack Daniel's scheint ohnehin eine so hochprozentige wie leidenschaftliche Verbindung zu sein: Frank Sinatra habe bei jeder seiner Konzertreise mehrere Paletten des GebrĂ€us dabei gehabt; Michael Anthony, Ex-Bassist von Van Halen, hat J.D. nicht nur offiziell zu seinem Lieblings-Drink erklĂ€rt, er ließ sich sogar eine Bass-Gitarre in Form einer „Old No.7"-Buddel bauen. Und zuletzt machten Jack Daniel's und die Country-Stars der Zac Brown Band gemeinsame Marketing-Sache.

Der glĂŒhendste Verehrer des Tennessee-GetrĂ€nks starb aber wohl Ende Dezember 2015 - Motörhead-Chef Lemmy Kilmister. Dass der gute Lemmy stĂ€ndig eine Flasche bei sich hatte und sogar seine braven Interviewpartner von der Presse nur zu gerne mit Jack Daniel's abfĂŒllte, ist kein GerĂŒcht, wie der Autor dieser Zeilen aus eigener Erfahrung weiß. „Es ist mehr als nur ein Drink", sagt Arnett, und wirkt dabei gar nicht wie ein professioneller VerkĂ€ufer, „es ist eine emotionale Verbindung da. Das gilt auch fĂŒr mich selbst.

Ich liebe meinen Beruf, ich fĂŒhle mich privilegiert, und als Teil eines Unternehmens, das Tradition zu schĂ€tzen weiß." Er weiß, wovon er spricht: Jeff Arnett ist in der 150-jĂ€hrigen Geschichte von Jack Daniel's schließlich erst der siebte Master Destiller. Eine Zeitspanne, die 27 amerikanische PrĂ€sidenten hervorbrachte.

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