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Country - bis in alle Ewigkeit

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Geht es in Amerika um Pathos, dann gilt der Spruch von der Wursttheke: Dann darf es gerne mal ein bisschen mehr sein. Sehr gerne sogar. Nein, mit Pathos hat man im Land der begrenzten Unmöglichkeiten definitiv kein Problem - und im Country-Mekka Nashville sogar noch deutlich weniger. Country ist, überspitzt ausgedrückt, oft genug das Lied-gewordene-Pathos. Aktueller Beweis: die aktuelle Single einer illustren All-Star-Gruppe mit dem vielsagenden Titel „Forever Country". Insgesamt 30 „Artists of Then, Now & Forever", so steht es auf dem Cover, singen gemeinsam ein Medley aus John Denvers „Take Me Home, Country Roads", Willie Nelsons „On The Road Again" und Dolly Partons Kult-Schleicher - den man immer noch eher mit Whitney Houston in Verbindung bringt - „I Will Always Love You".

Starfunkelnde Hymne für die 50. Country Music Awards

Der Grund für dieses Schaulaufen des Country-Who-is-Who ist freilich: pathetisch. Die Country Music Awards (CMA) gehen in diesem Jahr am 2. November zum 50. Mal über die Bühne - und dieses Star-funkelnde Medley soll dabei als Hymne, als musikalisches Signet dienen. Dass der Song in Amerika einschlug wie die berühmte Bombe, versteht sich fast von selbst. Doch - und das erstaunt - auch in Deutschland schlägt sich das Pomp-Medley beachtlich: Platz zwölf der Spotify Viral Charts.
Wohl wichtigstes PR-Tool der Single ist ein von Grammy-Gewinner Joseph Kahn inszeniertes Video, das schon nach einer guten Woche nach Veröffentlichung rund 3,5 Millionen Zuschauer fand. Eine Hype? Zumindest ein kleiner.

Bei der niedlichen Ode an das Genre sind unter anderem mit dabei: Dolly Parton, Keith Urban, Lady Antebellum, Willie Nelson, Kacey Musgraves, Brad Paisley, Alan Jackson, Tim McGraw, Faith Hill, Alabama, Carrie Underwood, Eric Church, Vince Gill, Little Big Town und Oldtimer Charley Pride. Fehlt eigentlich nur einer: Klassenprimus Garth Brooks. Wie so oft, kocht der pummelige Superstar aus Oklahoma seine eigene Suppe: Anlässlich eines weiteren Verkaufsrekordes - er ist der erste und einzige Musiker, der es in seiner Vita auf sieben Diamond-Awards für Singles/Alben mit mehr als 10 Millionen Verkäufen bringt - gibt Brooks am 24. Oktober in Nashville ein kostenloses Konzert. Ach was, ein gigantisches, mindestens Woodstock-Dimensionen annehmendes, hochgradig pathetisches Spektakel. Wer sagt's denn: forever Country!