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Mord-Versuch mit einer Axt: Das Ende des potentiellen Mörders scheint diskussionswürdiger zu sein als das Wohlergehen seiner Opfer

Veröffentlicht: Aktualisiert:
WRZBURG
dpa
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Am 19. Juli 2016 wollte ein junger Mann viele Menschen in einem Zug umbringen. Zum Glück überlebten bis heute alle Angegriffenen, wenn auch sehr schwer verletzt.

Frau Künast fragte nicht zu allererst, wie es den Opfern geht und ob diese Überlebenschancen haben. Nein, das kommt auch sehr vielen anderen Mitbürgern überhaupt nicht in den Sinn. Frau Künast ist keineswegs allein mit dieser sehr speziellen Empathieverwirrung. Viele Schwadroneure des Fortschritts leiden an dieser inneren Gleichgewichtsstörung.

Bisher haben sich auch weder der Bundespräsident, noch die Kanzlerin oder ihr für Flüchtlingsfragen zuständige Adlatus, auch nicht die Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsparteien am Krankenbett der Opfer, die als Gäste in unser Land kamen, blicken lassen.

Machen sich unsere Großkopferten eigentlich überhaupt Gedanken, wie dies alles auf die chinesischen Opfer wirken muss? Sie wurden beinahe umgebracht und diese überheblichen Willkommensdeutschen bemitleiden in ihren Medien vor allem den vielleicht 17jährigen, den sein trauriges Schicksal zwanghaft zum potentiellen Mörder werden ließ?

Ich hoffe, die Opfer verstehen kein Deutsch, damit sie vor unseren Verlautbarungen ausreichend natürlich geschützt sind.

Gäbe es nicht diese tatsächlichen Opfer, jede Wette würde ich eingehen, es gäbe schon längst Betroffenheitslichterketten an der Stelle, an der der potentielle Mörder seine Todespläne für immer sein lassen musste.

Müssen wir uns jetzt eigentlich um den Polizisten Sorgen machen, der weitere Opfer verhinderte und vielleicht auch sein eigenes Leben rettete???? (die Fragezeichen habe ich in Künast'scher Art gesetzt).