Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Dr. med. Gudrun Besing  Headshot

Kinder besonders gefährdet: Jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko

Veröffentlicht: Aktualisiert:
KID SUNSCREEN
Catherine Delahaye via Getty Images
Drucken

Je jünger das Kind, desto gefährlicher die Sonnenstrahlen. Warum das so ist und wie Sie Ihren Nachwuchs am besten vor der Sonne schützen.

Kinderhaut ist besonders empfindlich, weil sie sehr dünn ist und sich vor UV-Strahlen noch nicht richtig schützen kann. Die Sonne brennt sich buchstäblich in die jungen Hautzellen ein und schädigt dabei das Erbgut. Wenn diejenigen DNA-Abschnitte betroffen sind, die das Zellwachstum beeinflussen, steigt das Risiko, dass die Kinder im Erwachsenenalter an Hautkrebs erkranken. Denn die Haut vergisst nichts.

Das lebenslange Sonnenkonto

Jeder Mensch hat ein lebenslanges Sonnenkonto, auf das er nur einzahlt, ohne jemals abheben zu können. Denn ein Sonnenbrand ist nicht mehr rückgängig zu machen: Die Schäden bleiben bestehen und summieren sich mit jedem weiteren unachtsamen Sonnenbad. Dass auch schon Kinder Altlasten aufbauen, scheint vielen Eltern nicht bewusst zu sein.

Jedes fünfte Kindergartenkind hat ein erhöhtes Hautkrebsrisiko

Jedes fünfte Kind zwischen drei und sechs Jahren hatte schon einmal einen Sonnenbrand - und damit ein höheres Risiko, später an weißem oder schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Seit einiger Zeit steigt die Anzahl der Neuerkrankungen rapide an: Aktuell erhalten 220.000 Deutsche pro Jahr die Diagnose „Hautkrebs". Pro Jahr kommen fünf bis sieben Prozent mehr dazu - so viel wie bei keiner anderen Krebsart.

Eltern oft zu sorglos

Obwohl Sonnenschutz bei den Kleinsten besonders wichtig ist, sind viele Eltern zu sorglos. Nur jeder Fünfte achtet darauf, dass sein Kind Kleidung trägt, die es vor der Sonne schützt, so eine Umfrage der Hautkrebsstiftung. Doch die richtige Kleidung ist ein wichtiger Teil des Sonnenschutzes.

Sonnenschutz für Kinderhaut

Babys merken sofort, dass ihnen die Sonne nicht gut tut: Sie beginnen zu quengeln und drehen den Kopf weg. Deshalb sollten es Eltern gar nicht so weit kommen lassen.

In den ersten Monaten sollten Babys überhaupt nicht in die Sonne. Ab einem Jahr ist Sonne zwar grundsätzlich kein Tabu mehr, der Schatten ist jedoch vorzuziehen, und in der Mittagszeit ein Muss. Achten Sie darauf, dass Schultern und Kopf des Kindes immer bedeckt sind, wenn es im Freien spielt. Am Wasser können Sie außerdem auf UV-Schutz-Textilien zurückgreifen.

Cremen Sie Arme, Beine und Gesicht großzügig mit einem Sonnenschutzmittel ein, das vor UVA- und UVB-Strahlen schützt und mindestens den Lichtschutzfaktor 30 hat. Wiederholen Sie die Prozedur alle zwei Stunden und tragen Sie die Creme direkt nach dem Baden nochmals auf.

Leberflecke nehmen zu

Schon die Kleinen sollten lernen, dass Sonnenschutz einfach dazugehört - wie Zähneputzen. Dann würden sie auch im Erwachsenenalter eher daran denken, sich nicht ohne Sonnencreme an den Pool zu legen. Die Realität ist allerdings eine andere.

Eine Studie an zwei Dresdner Kitas zeigte, dass Kinder auch nach einem Info-Elternabend mit der Zeit immer mehr Leberflecke entwickeln. Pigmentmale sind gutartige Hautveränderungen, die neben der genetischen Veranlagung vor allem durch UV-Strahlung entstehen.

Muttermal oder bösartiger Tumor?

Allerdings sind nicht alle Leberflecke harmlos. Manche verändern sich und bilden Krebszellen aus. Erkennen können Sie anhand der ABCDE-Regel (Asymmetrie, Begrenzung, Colour, Durchmesser, Erhabenheit). Ist der Fleck asymmetrisch, eindeutig begrenzt ohne zu verlaufen, ungleichmäßig oder dunkel, groß oder wölbt er sich nach oben, sollten Sie Ihr Kind zum Hautarzt bringen. Bereits eines dieser Merkmale reicht aus, um einen Leberfleck verdächtig zu machen. Bei Kindern tritt das maligne Melanom nur selten auf, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hingegen häufiger.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: