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Die Wahl von Trump wird den Rechtspopulismus weltweit fördern

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CLINTON
Anadolu Agency via Getty Images
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George W. Bush war bereits ein schlimmer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit Donald Trump könnte es noch schlimmer kommen. Er ist grobschlächtig, ungebildet, sein Kulturniveau ist entsprechend niedrig, er ist außenpolitisch nicht interessiert.

Wenn er wirklich die Zahlungen für die UNO einstellte, eine Mauer zu Mexiko errichtete, das Atomabkommen mit dem Iran kündigte, die Gesundheitsreform von Präsident Obama rückgängig machte - all dies wäre mehr als eine mittlere Katastrophe.

Warum gewinnt er? Er verspricht den Leuten einen sehr bequemen Erfolg, er sagt, ich war erfolgreich und ich sorge für Euren Erfolg, Ihr müsst dafür nichts tun. Das klingt gut, ist aber völlig irreal.

Bei seinen Steuerversprechen an die Reichen und an die Konzerne kann und wird er nicht dafür sorgen, dass es der Vielzahl armer und bedrückter Menschen in den USA wirklich besser gehen wird.

Mehr zum Thema: Donald Trump ist US-Präsident: Diese Fakten sollte jeder über seine politischen Pläne kennen

Leider hat die Demokratische Partei etwas geschummelt, sonst hätte wahrscheinlich sein Gegenkandidat Bernie Sanders geheißen. Dieser wäre wirklich ein Gegenüber gewesen.

Er sagte, es könne den Leuten nur besser gehen, wenn man die USA veränderte. Das aber klingt nach Arbeit, nach Anstrengung. Hillary Clinton war auf jeden Fall kein glaubwürdiges Gegenüber, aber zweifellos das kleinere Übel.

Jede Negativentwicklung hat immer auch eine andere Seite. Die Chemie zwischen Obama und Putin stimmt überhaupt nicht, die zwischen Clinton und Putin hätte auch nicht gestimmt. Hillary Clinton war außerdem Betreiberin des Libyen-Krieges.

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Mir scheint - ich schreibe dies ohne Wertung - dass die Chemie zwischen Trump und Putin eher stimmen könnte und vielleicht auch das außenpolitische Desinteresse von Trump dabei hilft, einen Kompromiss für Syrien und die Ukraine, zwischen Russland und den USA zu finden, so dass endlich Frieden in beiden Staaten einkehrt.

Vielleicht lässt er deshalb auch neue Kriege sein. Und dass er das TTIP-Abkommen auf Eis legen will, kann die Europäerinnen und Europäer nur freuen.

Eine Prise Zweckoptimismus?

Wie schon Obama unterschätzt auch Trump die Macht des Apparates und anderer Strukturen. Vielleicht hindern ihn andere Staaten einschließlich Russlands und sein eigener Apparat daran, das Abkommen mit dem Iran zu kündigen.

Vielleicht setzen die Gerichte ein Nein gegen die Aufhebung der Gesundheitsreform. Der letzte Teil klingt zweckoptimistisch und ist es auch.

Aber pessimistisch muss ich enden, denn die Wahl von Trump wird weltweit - so auch in Europa und in Deutschland - den Rechtspopulismus deutlich befördern.

Für Deutschland wird es höchste Zeit, dass neben vielen anderen Einrichtungen wie Medien, Kunst und Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirchen und Religionsgemeinschaften, auch Union, SPD, Grüne und Linke ihre historische Aufgabe erkennen und wahrnehmen.

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