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Ich bin 32 Jahre alt und verheiratet - und ich hatte noch nie einen Orgasmus

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Dieser Text erschien urspr├╝nglich bei Glamour

Da es in diesem Artikel um ein sehr pers├Ânliches Thema geht, m├Âchte die Autorin lieber anonym bleiben.

"Kann ich dir ein Geheimnis anvertrauen und du versprichst mir, dass du mich nicht daf├╝r verurteilst?", fragte ich meine Freundin, als wir an einem Samstag gemeinsam beim Brunchen waren.

Ich hatte bereits ein paar Cocktails getrunken und sie hatte mir gerade erz├Ąhlt, dass sie mit einem Typen, den sie erst k├╝rzlich kennengelernt hatte, eine verr├╝ckte Sexnacht verbracht hatte. Sie nickte und ich holte tief Luft. "Okay, also ich hatte noch nie einen Orgasmus."

Sie h├Ątte sich fast an ihrem Cocktail verschluckt. Wir waren schon seit mehr als sechs Jahren miteinander befreundet und ich spreche eigentlich nie ├╝ber mein Sexleben.

Wir gingen meine sexuelle Vergangenheit durch

Da ich seit ein paar Jahren verheiratet bin, spreche ich erst recht nicht mehr dar├╝ber. Doch seit einiger Zeit lie├č mich der Gedanke nicht mehr los, dass ich vielleicht etwas sehr Wichtiges verpasste.

Und ich wollte wissen, was andere dar├╝ber dachten.

"Entschuldige, aber wie bitte? Nicht einmal, wenn du es dir selbst machst?", fragte meine Freundin. "Auch dann nicht", antwortete ich ihr.

Und dann gingen wir meine komplette sexuelle Vergangenheit durch: Dass ich mit 18 zum ersten Mal Sex hatte, dass ich bisher mit 12 M├Ąnnern geschlafen habe und dass ich auch schon einmal einen Vibrator ausprobiert habe.

Ich tat mir selbst leid

Meine Freundin hatte viele Fragen und sie gab mir auch einige Tipps: Ich sollte meinen Mann bitten, mich oral zu befriedigen. Ich sollte versuchen, kurz vor dem Sex noch einmal pinkeln zu gehen.

Meine Freundin ging genauso an das Thema heran wie alle anderen Freundinnen, denen ich mein "Problem" anvertraut hatte. Erst waren sie schockiert und dann ├╝berlegten sie, wie sie mir helfen konnten.

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Ich hatte nat├╝rlich nur meine engsten Freundinnen eingeweiht, weil ich Angst hatte, dass andere sonst sofort denken k├Ânnten, dass mein Mann einfach schlecht im Bett ist, was ├╝berhaupt nicht stimmt.

"Es tut mir einfach leid f├╝r dich, weil ein Orgasmus so ein gro├čartiges Gef├╝hl ist. Und du verdienst es, dieses Gef├╝hl zu erleben", sagte meine Freundin am Schluss noch.

In dem Moment tat ich mir selbst leid.

Eines Tages w├╝rde ich bestimmt einen Orgasmus bekommen

Als ich anfing, mit M├Ąnnern zu schlafen, hatte ich wie die meisten Menschen erst einmal ├╝berhaupt keine Ahnung, was ich da eigentlich tat.

Ich mochte zwar keine One-Night-Stands, doch ich hatte auch keine wirklich festen Beziehungen.

Und deshalb traute ich mich auch nie, meine Partner zu fragen, ob wir mal etwas anderes ausprobieren k├Ânnten.

Wenn ich jetzt als 32-j├Ąhrige Frau, die noch nie einen Orgasmus hatte, zur├╝ckblicke, w├╝nsche ich mir nat├╝rlich, ich h├Ątte mit 18 wenigstens den Typen aus meinem Studentenwohnheim gebeten, mal etwas anderes mit seiner Zunge zu machen.

Ich war mir sicher, dass ich eines Tages einfach einen Orgasmus bekommen w├╝rde, wenn ich mit einem Mann schlief, der mir etwas bedeutete.

Ich perfektionierte meinen vorget├Ąuschten Orgasmus

Ich wusste damals nicht, dass manche meiner Freundinnen sich einfach nur auf eine bl├Âde Waschmaschine zu setzen brauchten, um einen Orgasmus zu bekommen. (Dass das jetzt jeder wei├č, haben wir Frauen ├╝brigens dem Film Varsity Blues zu verdanken.)

W├Ąhrend ich also geduldig wartete, perfektionierte ich meine F├Ąhigkeit, Orgasmen vorzut├Ąuschen.

Einmal sagte mir ein Mann, wie sehr es ihm gefiel, dass er mich zum H├Âhepunkt bringen konnte. Obwohl wir das anfangs eigentlich nicht geplant hatten, waren wir dann doch einige Jahre lang zusammen.

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Und als es zwischen uns ernster wurde, konnte ich ihm auch nicht mehr sagen, dass ich die ganze Zeit ├╝ber meine Orgasmen nur vorget├Ąuscht hatte.

Das h├Ątte ihn fertiggemacht. Oder schlimmer noch: Unser Sexleben h├Ątte sich nur noch darum gedreht, mir endlich einen Orgasmus zu verschaffen. Nein, danke.

Er drehte sich um und schlief ein

Gegen Ende meines Studiums war ich mit einem anderen Mann in einer festen Beziehung.

Da ich diesem Mann nichts mehr vorspielen wollte, erz├Ąhlte ich ihm gleich von Anfang an, dass ich keinen Orgasmus bekommen konnte.

"Bitte sieh das nicht als Herausforderung an", bat ich ihn. Das tat er dann auch nicht. Und zwar ├╝berhaupt nicht.

Wir sprachen nie wieder ├╝ber das Thema. Er nahm sich beim Vorspiel zwar immer viel Zeit f├╝r mich, doch sobald er gekommen war, drehte er sich um und schlief ein.

Ich gew├Âhnte mich irgendwann an diese Routine. Doch leider gew├Âhnte ich mich viel zu sehr daran, denn ich begann zu akzeptieren, dass ich vielleicht einfach nicht "kommen konnte".

Ich bin eine von diesen Frauen

Dass ich mit Hilfe von Google herausfand, dass ein kleiner Prozentsatz von Frauen tats├Ąchlich keinen Orgasmus bekommen kann, half mir auch nicht wirklich weiter.

Das war's dann also, dachte ich mir. Ich bin eine von diesen Frauen.

Ich war auch nach dem Studium noch eine Weile mit diesem Mann zusammen, doch irgendwann trennten wir uns.

Es hatte nichts mit unserem Sexleben zu tun, doch letzten Endes zeigte sich, dass sein Verhalten im Bett nur sein allgemeines Desinteresse widerspiegelte, das irgendwann unsere Beziehung zerst├Ârte.

Er h├Ątte es ein paar Mal beinahe geschafft

Kurz darauf kam ich mit einem guten Freund zusammen, der bereits wusste, dass ich keinen Orgasmus bekommen konnte.

Mich doch noch zum H├Âhepunkt zu bringen war f├╝r ihn anfangs der wichtigste Punkt auf unserer gemeinsamen To-do-Liste.

Es ging ihm dabei jedoch nicht darum, dass er unbedingt der erste Mann sein wollte, der mich zum Orgasmus bringt. Er wollte einfach nur, dass ich zum H├Âhepunkt komme, weil ich mich wohl f├╝hlen sollte.

Ein paar Mal h├Ątte er es sogar fast geschafft, mich zum Orgasmus zu bringen. Er konnte mich sehr geschickt mit seinen Fingern befriedigen.

Es funktionierte einfach nicht

Es f├╝hlte sich so an, als m├╝sste ich gleich niesen. Ich wartete und wartete, doch nichts passierte.

Nach ungef├Ąhr 20 Minuten f├╝hlten sich seine Handbewegungen irgendwann nicht mehr so gut an und ich erlaubte uns beiden, dass wir das Vorspiel beendeten.

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Sp├Ąter sprachen wir dar├╝ber, dass ich fast gekommen w├Ąre. Ich sagte ihm, was er meiner Meinung nach anders oder l├Ąnger h├Ątte machen sollen, damit ich zum Orgasmus komme. Und wir versuchten es immer wieder. Doch es funktionierte einfach nicht.

Das Gef├╝hl lie├č irgendwann einfach nach

Ich versuchte auch selbst, mich zum Orgasmus zu bringen. Ich kaufte mir einen Vibrator (so ein Teil, das man sich komplett reinstecken kann, mit allem Drum und Dran).

Doch mich machte ein batteriebetriebenes Riesenteil aus Silikon einfach nicht an.

Nach zwei erfolglosen Versuchen wickelte ich den Vibrator in drei blickdichte M├╝llbeutel und schmiss ihn zusammen mit einem Topf voll ├╝briggebliebener Lasagne in die M├╝lltonne.

Ich machte es mir mit meiner linken Hand und dann mit meiner rechten Hand, nur um am Ende frustriert festzustellen, dass es mit keiner Hand klappte.

Durch den starken Strahl meines Duschkopfs w├Ąre ich ein paar Mal fast zum Orgasmus gekommen. Doch wie immer lie├č das gute Gef├╝hl irgendwann einfach nach.

Ich dachte mehr an den Orgasmus als an den Mann in meinem Bett

Nachdem ich alles ausprobiert hatte, was sich f├╝r mich gut anf├╝hlte, bat ich meine Frauen├Ąrztin um Rat.

Ich hoffte insgeheim, dass sie vielleicht eine schnelle L├Âsung f├╝r mich parat h├Ątte. Sie untersuchte mich und best├Ątigte mir, was ich mir ohnehin schon (fast) gedacht hatte: Rein k├Ârperlich war da unten alles in Ordnung bei mir.

Ihrer Meinung nach handelte es sich wahrscheinlich um eine geistige Blockade - eine sexuelle Temposchwelle, dich mich aus der Spur brachte.

Ich verstand, was sie meinte. Immer, wenn ich Sex hatte, fragte ich mich, ob es dieses Mal wohl passieren w├╝rde. Manchmal dachte ich mehr daran als an den Mann, mit dem ich gerade im Bett lag.

Ich bin zufrieden mit unserem Sexleben

Der gute Freund, mit dem ich sp├Ąter zusammenkam, ist mittlerweile sogar mein Ehemann. Und ich bin gl├╝cklich mit unserem Sexleben.

Mal abgesehen davon, dass ich keinen Orgasmus bekommen kann, habe ich eine ziemlich starke Libido.

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Ich brauche mehrmals pro Woche Sex, und da mein Mann auch fast immer zu jeder Schandtat bereit ist, k├Ânnen wir uns auf dieser Ebene gut miteinander verbinden.

Ich mag alle Arten von Sex, ganz egal ob Oralverkehr, Reiterstellung, Doggy-Style oder Missionarsstellung.

Ich f├╝hle mich st├Ąrker mit ihm verbunden

Nach dem Sex f├╝hle ich mich mit dem Mann, den ich liebe, unglaublich verbunden. Und nat├╝rlich w├╝rde ich es toll finden, endlich einen Orgasmus zu bekommen.

Wir haben auch noch nicht aufgegeben, doch wir konzentrieren uns mittlerweile nicht mehr so stark darauf.

Ich richte meine Aufmerksamkeit lieber auf die Dinge in unserem Sexleben, die gut funktionieren.

Auf den Blick meines Mannes, wenn ich mich langsam ausziehe. Auf das Vorspiel. Auf den Moment, wenn er endlich in mich eindringt. Auf den Augenblick, wenn er es einfach nicht mehr aush├Ąlt und ich mich unglaublich sexy f├╝hle.

Nach dem Sex h├Ąlt mein Mann mich fest im Arm und ich bin so gl├╝cklich und entspannt wie sonst nie. Wenn wir miteinander geschlafen haben, f├╝hle ich mich wieder st├Ąrker mit ihm verbunden. Und dieses Gef├╝hl kann man nicht vort├Ąuschen.

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Dieser Blog erschien urspr├╝nglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen ├╝bersetzt.

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(ame)